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Austro Round-up

Austro Round-up (KW 21/19)

In der vergangenen Woche visualisierte Ebow mit „4.20“ einen weiteren Track aus ihrem aktuellen Album „K4L“, Scheibsta & die BubenDitox“ aus dem Album „Nächstes Kapitel“. Einige weitere Videos dienen als Vorboten auf kommende Projekte. Abseits davon prägten Tracks anlässlich des aufgetauchten Ibiza-Videos von HC Strache und Johann Gudenus sowie dessen weitreichenden politischen Folgen das musikalische Geschehen.

Deneero – Ziag an durch Kurz

Mit dem Ibizagate kam der ursprünglich 1999 veröffentlichte Track „We’re Going to Ibiza!“ der niederländischen Eurodance-Band Vengaboys zu einem unvermittelten Revival passt halt einfach. Für eine Live-Performance der trashig-kultigen Nummer stattet das immer noch existierende Quartett sogar der nächsten Wiener Donnerstagsdemo einen Besuch ab. Wenig überraschend haben sich zuletzt auch einige österreichische HipHop-Acts musikalisch zur innenpolitischen Causa und ihren folgen geäußert.

Etwa Laima und Antrue von Tontraeger Records, die sich als Duo Deneero fortan Reggae- und Mundart-Soul-Klängen widmen. Mit der von Chill-Ill produzierten Debütsingle „Ziag an durch Kurz“ verfolgen sie zwei ambitionierte Ziele: „We’re Going to Ibiza“ den Rang als Ohrwurm ablaufen und den mittlerweile in Folge eines Misstrauensvotum abgesetzten Bundeskanzler Sebastian Kurz zum pofelnden Bummelstudenten ohne jegliche politische Verantwortung degradieren. Im kommenden Jahr soll ein gemeinsames Album der beiden Linzer folgen.

David Scheid – Klick Klack Glock

Die korrupten Absichten, die HC Strache im Ibiza-Video zur Schau stellte, persifliert David Scheid mit „Klick Klack Glock“. Mit seinem ersten veröffentlichten Rap-Track knüpft der DJ und Kabarretist an den Humor seiner Moderationen bei der Eventreihe „Rapper lesen Rapper“ an, diesmal verknüpft mit einer gewissen Deichkind-Ästhetik.

Weiteres zum Ibizagate: Kid Pex, Fuchs MC

„Ibizaflavour statt Copa Cagrana / Lang lebe Austrija, Republjika Banana!“ resümiert Kid Pex, der mit „Wir fliegen nach Ibiza“ bereits vor einigen Tagen die Causa um die „Besoffene Geschichte“ mit viel Schadenfreude aufarbeitete und euphorisch den 18. Mai zum neuen „Staatsfajertag“ ausrief. In eine ähnliche Kerbe schlug auch Fuchs MC mit „Ibizagate“.

Forty & Ansa – Penner am Thron

Kein demokratisches Rap-Verständnis hat Ansa, der sich als (Noch-)Monarch sieht. Mit „Penner am Thron“ startete er kürzlich eine Zusammenarbeit mit Forty (auch bekannt als FørtyFife), die sich über vier Tracks ziehen soll. Beim gemeinsamen Debüt erklärt Ansa seinen Featurepartner zum Thronfolger und erteilt ihm Ratschläge, die ihn vor falschen Einflüssen schützen sollen. Forty berappt in durchaus ansprechender Manier seinen geplanten Karrieresprung, bezeichnet den Rap-Zirkus als „sinkendes Boot“ und gibt sich selbstbeweihräuchernd. Zum Schmunzeln regt an, dass sich der Rapper, der sich als „letzter Hetero“ inszeniert, im Video in einem Barbershop schick machen lässt – wie sinnbildlich! Weiters bewegen sich Forty und Ansa durch Favoriten, einige Ausschnitte zeigen der sechsfachen Thaibox-Weltmeister Fadi Merza.

Meydo – Bringe die Bretter

Am Glauben an sich selbst und musikalischem Gespür mangelt es Meydo definitiv nicht. „Bringe die Bretter, das Titelblatt in der Gazzetta“, singt er auf seinem neuen Track und traut sich somit selbst zu, mal auf dem Titelblatt einer renommierten Zeitung zu sehen zu sein. Exakt das wird auch durch beeindruckende Special-Effects im Musikvideo zum Song inszeniert. Der Beat kommt – wie auch schon bei Meydos etwas ruhigerem Release „Alles was ich hab“ – vom Labelkollegen Jerry Divmond. Musikalisch zeigt sich Meydo wieder mal vielseitig: bilingual, während er Gesang und Rap vermischt. „Alle guten Dinge sind drei“, stellt Meydo auf dem Song fest. Und bei ihm scheinen diese drei Dinge musikalische Vielfalt, Gespür für den richtigen Sound und Souveränität zu sein.

Cariba – Wahre Gesichter

Mit Zeilen wie „Leere Wodkaflaschen waren der Inhalt meines Lebens“ oder „Wechsel zwischen Tag und Nacht – Amphetamin und Schlaftabletten“ blickt Cariba auf „Wahre Gesichter“ auf seine wilde Vergangenheit auf, die von exzessivem Substanzenkonsum und teils „zirkusreifem Verhalten“ geprägt war. Sein nüchterner Rückblick fällt durchaus selbstkritisch, aber letztlich nicht reumütig aus, schließlich habe er einige coole Jungs kennengelernt. Auch die Ironie, dass ausgerechnet „Ziehvater“ Wolfi F. von siebzig prozent den Beat beigesteuert hat, bleibt dem Grazer nicht verborgen.

Retainer Hitokiri – Vocal-Ist (feat. Finstarr & Chrome)

Seit einigen Jahren mit den Crews audio.matic und RAF Entertainment im Grazer Underground aktiv, releaste Retainer Hitokiri vergangenen Dezember mit „Leapyear“ sein erstes Soloalbum. Wie in der Vergangenheit rappt der halbirische Boombap-Aficionado auf den neun melodisch ausgestalteten Tracks auf Englisch. Bei der ersten Auskopplung zum Track „Vocal-ist“ mit den Featuregästen Finstarr & Chrome kommt es zur bilignualen Connection, ein launiges Video ergänzt die Battle-Bars der drei Vokalisten.

Beatbangers & Phlipbeats – Der Planet pulsiert

Ebenfalls schon lange dabei und mit ihrer überfälligen Premiere in unserer Berichterstattung: Die Beatbangers, derzeit bestehend aus Hanson und Miro (der Dude). Die Vorarlberger Rapper aus dem Kollektiv Feuerfabrik haben 2017 ihr jüngstes Album „Deus Ex Maschina“ veröffentlicht, seither folgte der ein oder anderen Track zuletzt „Für lega“. Nun veranschaulichen sie mit dem vom Münchner Phlipbeats produzierten „Der Planet pulsiert“ die Entwicklung zu einer immer schnelllebigen, hektischeren Welt, ergänzt durch ein bewusst strapaziöses Video.

Squeef und Stone – Juckt

Ebenfalls in Vorarlberg stationiert sind Squeef und Wavyfrisch von der Crew Stonified, zusammen aktiv als Squeef und Stone. Kürzlich haben sie ihre EP „Wortsport Vol. 1“ via SoundCloud veröffentlicht. Als erste Videoauskopplung dient „Juckt“. Die verwaschen gerappten Parts sind vor allem dem eigenen Lowlife-Dasein und einem sorgenlosen Leben gewidmet, auch wenn Polizisten und Gerichte Stress machen. Der Beat kommt vom Crew-Kollegen criminal_hellokitty, das Video von Noah Insam.

Text: Simon Nowak & Chiara Sergi

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