fbpx
Austro Round up Polifame

Austro Round-up (KW 14/20)

In Zeiten des Lockdowns bleibt die Dichte an neuen Tracks und Videos hoch. Über „Boys Toys“ von Mavi Phoenix, „Contour“ von Der-Con & Testa sowie „Leben ohne dich“ von Wal de Mar berichteten wir bereits gesondert. Zur Coronakrise sorgten die Tiroler Pirmin & Mo Cess von Da Kessl & Sonde44 mit „Koan Sinn“ für ihren „ersten und letzten Rage-Beitrag“. Weitere Tracks haben Bruno & Pascal mit „#stayathome and drink Makava #withme„, die Ottakringer Vodkatrinker mit „Corona“ sowie Kid Pex mit Dare Kodra mit „Korona 2020“ beigesteuert. Edwin streamte nach dem Motto „Sleben in Quarantäne“ ein Wohnzimmerkonzert, Scheibsta sorgte für die fünfte „Daily Rap Up“-Ausgabe „Ostern ohne Oma„.

Releases

ricefries (osive & MazeOne) – Nambawan

Was mit wavigem Sample-Sound und der Stimme von Phil Collins startet, entwickelt sich über Godzilla-Samples auf „Loopzilla“ sowie das cluborientierte „Jibbet Soup“ zu einer energiegeladenen Beat-EP. Auf den vier Tracks kommen kräftige Synths, schwere Basslines und bouncende Drums zur Geltung. Erschienen über Duzz Down San, ist „Nambawan“ das erste Release der ricefries, bestehend aus osive und MazeOne. Die beiden produzieren gemeinsam, seit MazeOne 2018 von Ansbach nach Wien übersiedelt ist. Kennengelernt haben sich die beiden aber nicht etwa bei einer Ausgabe der von osive mitbegründeten Reihe „Beat Melange„, die zur Vernetzung von Produzenten in Wien dient, sondern bereits vor paar Jahren im Rahmen eines Beat-Battles in Stuttgart.

Dantaya – 20:16 EP

Gut ein Jahr nach seiner „Katana“-EP kehrt Dantaya mit einem Nachfolger auf die Bildfläche zurück. Auf der „20:16“-EP vereint der Wiener vier schön ausgestaltete Instrumentals. Ausgestattet mit tiefen Bässen, lässt sich der Sound irgendwo zwischen traditionellem 90-BPM-Bummtschack, elektronischen Elementen und Soul verorten. Mit Vocal-Samples versehen, hat Dantaya den Introtrack dem Meditieren gewidmet, das für ihn mittlerweile seit einigen Jahren eine wichtige Stütze darstellt. „Meditation frees you from too many thoughts and heals internal wounds and it does a lot more for you“, schreibt er dazu.

Videos & Tracks

Polifame – A so ana bist du (feat. Chrisfader)

Hauptberuflich als Arzt in einem Wiener Krankenhaus tätig, geht es bei Polifame gerade drunter und drüber. Nebenbei schüttelt er sich locker flockig neue Tracks aus dem Ärmel, die als Vorboten der für 17. April angekündigten „Tukan“ dienen. Auf „A so ana bist du“ mischen sich die rhythmischen und reimerischen Basteleien der Duzz-Down-San-Kollegen Polifame und Chrisfader. Heraus kommt schön produzierter Sound mit elektronischer Note und einer humorvoll verpackten Message, die versucht, unseren allzu schnell angenommenen Vorurteilen einen Spiegel vorzuhalten.

Vearz – International

Tirolerhut, Lederhose, Schweizermesser und Co – Vearz ist in der Quarantäne bestens ausgestattet. Dass der Floridsdorfer auf Wienerich stark flowt, sollte hinlänglich bekannt sein. Vor einigen Tagen setzte er mit „International“ zur multilingualen Slang-Kollabo an. Featuregäste? Wurscht, brauch ma ned, geht ja zur Not auch alleine. So switcht er bei laufendem Outfit-Wechsel auf einem Schieber-Beat zwischen Schwitzerdütsch, Stoasteirisch, Block-Gangstertum, Tirolerisch, Bayrisch und Piefkinesisch. Er vereint regionale Dialekte und Stereotypen und hat sichtlich Spaß bei der Sache – auch wenn „Owe mim Lack“ ein gewagtes Motto mit Kernölfasche in der Hand ist, wie er im Video feststellt. Damit hat Vearz am m 1. April einen der unterhaltsamsten Tracks des laufenden Jahres und zugleich eine indirekte Fortsetzung des Denglisch-Tracks „Vienna Sausage“ von Kreiml & Samurai aus dem Jahr 2017 veröffentlicht. Nebenbei kündigt er mit „Revearz“ ein neues Projekt an, das noch heuer erscheinen dürfte.

RAN DMC – Rap im Quadrat

Statt langsam an seinen ersten Sommertracks zu feilen, fällt Ran DMC – wie so vielen – zunehmend die Decke auf den Kopf. Da gegen sich selbst Schach spielen, das Fernsehkastl durchzappen und Bücher lesen auf Dauer nicht erfüllend ist, lenkt sich der Floridsdorfer lieber mit einem neuen Track ab, um Kraft zu tanken. Gewohnt emotional rappt er auf einem Boombap-Beat von Vintageman gegen die aktuelle Lage an. Nebenbei wünscht er sich, dass sie für viele in eine bewusstere, nachhaltigere Lebensweise mündet und sich die Welt dadurch von einigen menschengemachten Problemen wie der enormen Luftverschmutzung erholen kann. Schau ma moi.

Jo Stöckholzer & Spilif – Geschichtsbücher

Mit „Geschichtsbücher“ liefert Spilif nicht nur ein unerwartetes Feature mit Musiker Jo Stöckholzer, sondern ein an die Corona-Umstände angepasstes Musikvideo. Anstatt eines normalen Videodrehs, veranstalteten die beiden zur Premiere ihres gemeinsamen Songs eine Live-Session auf Instagram. Über eine softe Gitarrenmelodie singt Jo Indie-Pop-Melodien und wird dabei von Spilifs Wortkunst bereichert. In Märchen und Fantasy-Kultur verpackte Lyrik spricht ernste Themen wie politisch errichtete Zäune, die Klimakatastrophe und die Verantwortung unserer Generation an.

Der traurige Gärtner – Der Flöten-Florian

Kürzlich in neuer Formation als Schaf Camora zusammen mit Fahrrad Bang dem brennenden Thema „Heislpapier“ gewidmet, scheinen dem traurigen Gärtner auch solo die witzigen und skurrilen Ideen nicht so bald auszugehen. So hat er kürzlich eine neue Persona erschaffen: den Flöten-Florian. Wer braucht schon einen Lamborghini, überhaupt in Zeiten der Quarantäne? Richtig, absolut niemand, wie der Florian weiß. Mehr Unterhaltungswert verspricht die (imaginäre) Flöte, die er sich kurzerhand vom Opa schenken lässt. „Ich bin der Florian und spiel die Flöte gut“, ist er sich sicher, als es ihn mit dem prächtigen Instrument in die Berge verschlägt. Ausgestattet mit hochwertig ausproduziertem Flötenbeat (irgendwas zwischen e- und d-Moll halt), beginnt er dort zu schranzen. Da geht den Ladies mit Sicherheit das Herz auf.

Shen – Zeichen

Mit „Zeichen“ erwacht Shen aus seinem Schlaf und stellt sich der realen Welt. Dabei beträgt die Dauer seines Schlafs exakt die Minutenanzahl seiner vergangenen drei Songs, diese scheinen also nur Träume gewesen zu sein. „Damals knallten Türen, keiner wollte mich signen“, heißt es nun auf dem neuen Track. Darauf thematisiert und kritisiert der bei Sony Music unter Vertrag stehende Shen die Musikindustrie, redet von Machtgehabe, Fame, Geld. „Sie wollen, dass ich über Leichen geh / Für das, dass wir bald so wie Reiche leben“.

Uncle Kareem & Skofi – Bedroom

Auf einem Beat von Jamalito, der bereits Uncle Kareem jüngst erschienene Debüt-EP produziert hat, rappt unser Tiroler Lieblingsonkel über Schlafzimmerg’schichten und Beziehungssachen. Die Sängerin Skofi unterstützt ihn dabei mit einer melodiösen Hook. „Bedroom“ verbreitet eine träumerische Atmosphäre und ist nicht nur eine gute Addition für unser „Austro Round-up“, sondern auch für jede Schlafzimmer-Playlist.

Weiteres

Die AUTsiderz präsentierten mit „The Past“ noch einen Vorboten auf ihr neues Album „Pressure“. Die Wiener Rapperin Nike101 veröffentlichte mit „Psychose“ ihren mittlerweile dritten Track diesmal gemeinsam mit Masafakka. Grandmaster Flow verschafft mit „Alles ok“ einen musikalischen Einblick in seinen Freiwilligeneinsatz in einem mexikanischen Dorf. Aus bereits erschienenen Alben haben Spitting Ibex mit „Illusions“ und An Exciting Kind Of AverageThroatmint Case“ weitere Tracks visualisiert.

Die Plattform Schore liefert pünktlich zum Frühlingsstart tägliche Beatuploads unter dem Motto „Springbeats„. Beloskoni spricht in der jüngsten Ausgabe von WNMRDMDP ausführlich über seinen Werdegang, die Bludzbrüder-Zeit und weitere Pläne.

Text: Simon Nowak, Chiara Sergi, Francesca Herr & Mira Schneidereit

TeilenTw.Fb.Pin.
...

Bitte verwenden Sie einen aktuellen Browser, damit die Website korrekt funktioniert.

Sie sollten noch heute aktualisieren.