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Austro Roun-up Average folkshilfe

Austro Round-up (KW 09/20)

Während Enzo X Julian mit „Nachts unterwegs“ sowie David Emanuel mit „Meld dich“ neue Tracks veröffentlicht haben, sind in den vergangenen Tagen auch einige Releases und Videos erschienen. Wie gewohnt im Austro Round-up zusammengefasst.

Releases

Digga Mindz – 303

„I hau auf Rapper drauf, mit Texte‘ die i schreib / Doch für Stress mit deine Leit reicht mei SP303“, rappte Digga Mindz 2013 auf „Zipfkepf„. Dass er viel vom Dr. Sample hält, erwähnt er in mehreren Parts, die oben zitierte Line ruft sich beim Blick aufs Cover seines jüngsten Releases aber am schnellsten wieder ins Gedächtnis. Nun hat er dem altbewährten Sampler ein einstündiges Beatprojekt gewidmet. Produziert ausschließlich mit SP303 und Vinyl, ist dieses ausschließlich auf Tape via Tape That Records erschienen. Ein Snippet auf YouTube liefert einen Vorgeschmack auf die reduzierten Beats, bei denen Kopfnick-Sequenzen und abstrakte Sounds teils verschmelzen und die Digga-Mindz-Handschrift gut zur Geltung kommt.

Albi & Goshko – Nightliner

Mit „Nightliner“ veröffentlichten Rapper Albi und Produzent Goshko am 28. Februar ihre erste gemeinsame EP. Die sechs Tracks sind dem Aton Studio in Innsbruck entsprungen und bleiben featuretechnisch in diesem Kreis. Die einzigen Supporter auf der Platte sind die Rapper Chiko und Ramz, die zusammen mit Albi auch auf der „Aton Braza EP“ zu hören sind. Insgesamt bietet die EP viel „In-die-Fresse-Rap“ auf meist klatschenden Beats. Doch Albi schafft es auch, aus einem eher gechillten Instrumental wie bei „Gemma, Gemma“ stimmlich einen „Ratatata-Beat“ zu machen. Ausnahmen sind „Afterhour“ und dem Titeltrack „Nightliner“, wo Albi seine melodischere und softere Seite zeigt. Sowohl bei ballernden Lines und Azzlack-Rap als auch bei gesungenen Hooks und langsamen, sentimentalen Reimen trifft Albi den Takt, liefert einen runden Song ab und erinnert dabei öfters an den Flow von so manchem Deutschrapper. Der Sound könnte damit einhergehen, dass der Innsbrucker bereits live Support für Veysel, Summer Cem und Bonez MC war. Am 28. März wird er zudem Mero bei seinem Konzert in der Olympiahalle in Innsbruck unterstützen.

Videos

Silk Mob – Fenster zu

Bereits bei der ersten gemeinsamen Single „Heute ned“ haben die Silk-Mob-Protagonisten Donvtello, Opti Mane, Jamin, Lex Lugner und Jamin sämtliche Termine zugunsten eines Dates mit der Couch abgesagt. Mit dem Nachfolger knüpfen sie nahtlos daran an und genießen das Leben in vernebelten vier Wänden. „Ich sitze fest, ich geh‘ nicht raus / Die Türe zu, die Fenster auch / Keine klare Sicht vom dichten Rauch / Die Augen rot und ich baue noch ein‘ auf“. Diesmal allerdings ohne Hochdeutsch-Mundart-Kombination, da Jamin nicht auf dem Track vertreten ist. Auch ohne ihn weckt der Mix aus gesangsartigen und geflowten Passagen auf smoothem Sound starke Erinnerungen an 90er-Jahre-Hits von Bone Thugs-N-Harmony. Das dazugehörige Album des Quintetts erscheint am 27. März.

Misses U – Lose It

„I want it, you got it / let’s gonna go for all or nothing“ Misses U geht in ihrem neuen Track „Lose It“ all-in. Wie auch ihr vorigen Sommer releaster Song „Your Opinion“ entstand dieser in Eigenproduktion über das Label/ Beat-Kollektiv Beatzarilla, wurde zusammen mit Mentor Def Ill gemixet und von diesem gemastert. Misses U beweist darauf wieder sowohl ihr musikalischen Wurzeln als auch ihr Raptalent und schafft mit dem Sound einen Grime-Banger mit drückender Bassline, wobei es für die Präsentation künftig nicht nur bei der Club-Toilette bleiben sollte. Für das Video holt sie sich Unterstützung aus den eigenen Reihen, unter anderem von Beatzarilla-Kollegin RawCat.

Jonny Shredder – Donnerstag

Johnny Shredder bereitet uns ein düsteres und leer gefegtes Wien, ein dystopisches Szenario. „Klane kids dreschn Fenster ei / Klane kids woin Gangster sei / klane kids tan Bankln werfen / klane kids tan Messer schärfen„. Während er auf den letzten Schlag der Bummerin wartet, der das Land entzweit, erblickt er den Feind und identifiziert ihn in den rechten Reihen. Niklas Pichler und Michael Troll haben hierfür einen passenden Track mit schwerer Stimmung und heftigem Bass und stellenweise elektronischen, leist metallisch klingenden Elementen produziert. Das alles endet in einer absurd ironischen und trockenen Freude über den „Donnerstag“ den schönsten Tag der Woche, weil am Donnerstag ist Berliner Dönerstag.

folkshilfe feat. Average – Schewan

Wenn die folkshilfe auf Average und damit Quetschn-Synth-Pop auf Rap trifft, stimmt die Chemie. Davon überzeugen die Linzer auf ihrer gemeinsamen Single „Schewan“. Wie der Titel andeutet, ist darauf auch der sonst meist auf Hochdeutsch rappende Average auf Mundart zu hören – meistert er erwartungsgemäß problemlos. Gemeinsam „Schewan“ die vier durch die Nacht und lassen es sich gut gehen. Synchron dazu klappern sie im Video diverse Linzer Locations ab. Ursprünglich 2019 als Teil des Albums „Sing“ erschienen, dient das Video nun als Teaser zur Tour der folkshilfe, die am 19. März in Innsbruck startet. Insgesamt stehen neun Termine an, darunter eine Show in der Wiener Arena am 26. März.

Vearz – Abfahrtshocke

Zum Ende der Skisaison, die ob des milden Winters eh nur bedingt eine war, meldet sich Vearz mit einem neuen Track zurück. Sonst reflektierter unterwegs, erlaubt er sich mit dem von Freshmaker produzierten „Abfahrtshocke“ einen Spaß – wenn sich der Floridsdorfer auf die Brettln stellt, mutiert er zum Pistenrowdy: „Bevor i auf die Carver steh / Hob i scho 15 Jagatee“, rappt er etwa. Da werden unweigerlich Erinnerungen an Skeros „Pistenkanone“, Wienzeiles „Moonboots“ und Konsorten wach. Bleibt zu hoffen, dass es sich dabei „nur“ um einen Après-Ski-tauglichen Track für Zwischendurch handelt.

Lylit – What If

Der Song „What If“ von Lylit wurde ursprünglich bereits 2019 als Teil ihres neusten Albums „Inward Outward“ veröffentlicht. Paar Monate später brachte die in Wien lebende Sängerin ein dazugehörige Video raus. Darin bewegt sie sich, passend zum träumerischen und mystischen Sound des Songs, zwischen Tüchern, abwechselnd in Licht und Schatten. Auf einer rhythmischen Klaviermelodie singt sie mit ihrer souligen und emotionalen Stimme über Herzschmerz und Entschuldigungen. Am 12. März spielt Lylit live in der Sargfabrik in Wien.

Igor Admc – Went Trough (feat. Nema & Big Twins)

Drei Sprachen kommen auf der jüngsten Single aus dem Deine-Mutter-Studio zur Geltung – DJ King hat auf seinem Kopfnicker-Beat für „Went Through“ neben dem Wiener Igor Admc den aus Parma stammenden Nema sowie Big Twins vom Infamous Mobb aus Queensbridge vereint. Die drei Rap-Veteranen representen, schneiden persönliche Struggles an und haben ihre Parts jeweils mit einem Selfie-Video ergänzt. Ein einfaches Rezept, aber mehr braucht es oft auch nicht.

Exil & Koli – Rückenwind

Das Musikvideo von „Rückenwind“ beginnt mit einer Kamerafahrt in eine Schneelandschaft und einem Zitat aus dem Filmklassiker „Blow“ – der mit einer anderen Art von Schnee in Verbindung gebracht werden kann: „Mögest du immer Rückenwind haben und stets Sonnenschein im Gesicht und mögen die Schicksalsstürme dich hinauftragen, auf dass du mit den Sternen tanzt“. Daraufhin setzt Exil mit seinem Part ein, rappt über seinen musikalischen Werdegang und Erfolg. Der Beat kommt von Undercover Molotov, der unter anderem schon für Hanybal produziert hat. Die melodische Hook mit inspirierender Message liefert Rapper und Sänger Koli und vereint damit sein Label Dopearts mit den Jungs von DealerMuzik. „Bin jetzt Anfang dreißig und meine Kredibilität kann man nicht anzweifeln / Bin meinen Weg gegangen und hab nie getrachtet nach Sympathie / nur lang gewartet auf den passenden Rückenwind“

Text: Simon Nowak, Francesca Herr & Mira Schneidereit

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