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Austro Round-up

Austro Round-up (KW 07/19)

Während Monobrother sich nach sechs Jahren ohne Solotrack mit „Stuwerboy“ zurückgemeldet hat, lieferten in der abgelaufenen Kalenderwoche auch einige weitere österreichische Rapper frische Videos.

Average – Männergrippe (feat. Kayo)

Mit einer Männergrippe ist nicht zu spaßen, wie Average und Kayo auf einem Kapazunda-Beat ganz richtig betonen. Ein Jammer, dass der Ernst der Lage in der Frauenwelt wohl nie ankommen dürfte und Freundinnen meist davon überzeugt sind, die schweren Leiden eiskalt ins Lächerliche ziehen zu müssen. Das hat den beiden Linzern gerade noch gefehlt also heißt es ab in die Badewanne und die Qualen gemeinsam aussitzen. Dass es schlichtweg an Mitgefühl mangelt, veranschaulicht auch der dramatische Auftritt von Der traurige Gärtner im Video zur dritten Vorab-Single der „PONT“-EP von Average. Gute Besserung!

Dauawizzy – Was ich will (feat. Malou Geraldine & DJ Crypt)

Wenn es um Selbstverwirklichung geht, stehen der Brotberuf und materielle Bedürfnisse häufig im Weg. Dieses Missverhältnis ist auch Dauawizzy ein Dorn im Auge, der auf „Was ich will“ seinen Frust über das tägliche Hamsterrad auslässt. Während Malou Geraldine die Hook singt, sorgt Classic der Dicke für einen feinen Kopfnicker-Unterbau. Das schwarz-weiß gehaltene Video und die DJ-Crypt-Scratches unterstreichen den 90er-Boombap-Flavour. Daua gelingt damit nach längerer Abstinenz wieder ein musikalisches Ausrufezeichen, das die Battle-Tracks der 2017 erschienenen EP „Fett in jeder Hinsicht“ mit seinen alten RTC-Kollegen Metzga, Bonz und Funky Cottleti schnell in den Schatten stellt. Die Single stellt zudem das Debüt für das Label EAT Rec dar, über das demnächst auch ein PerVers-Comeback erscheinen dürfte.

Emirez – Separee

Dass Emirez mit Informationen eher sparsam umgeht, zeigten die vergangenen Monate. So ist der Fünfhauser Streetrap-Veteran, nachdem er 2018 mit den Singles „Von Anfang an“, „Amnesie“ und „Pijem“ nach vieljähriger Pause zurückkehrte und Hoffnungen auf ein größeres Soloprojekt machte, zuletzt wieder für einige Zeit von der Bildfläche verschwunden. Mit dem kompromisslosen Representer „Separee“ knüpft der selbsternannte Präsident von Wien-West – rechtzeitig vor seinen Auftritten im Vorprogramm von Bonez & RAF beim Heimspiel-Doppel in der Wiener Stadthalle – in gewohnt eindringlicher Manier an.

Yolo Ferrari – Nimm mi mit zum Scooter-Konzert (feat. Fray, Heinrich Himalaya & Jay Miracho)

Wie viel kostet der deppate Fisch denn jetzt? Eine Frage, die jedem Scooter-Fan seit einigen Jahren unter den Nägeln brennt. Das zeigt auch die rege Beteiligung am Instagram-Ratespiel, mit dem Yolo Ferrari aka The Unused Word die Spannung geschickt aufs höchste Level hievte. Zu Recht, denn sie und ihre Scooter-Fanboy-Gang Fray, Heinrich Himalaya und Jay Miracho sind dazu priviligiert, das Geheimnis zu lüften. Gespoilert wird hier also nicht, den Preis muss jeder wahre Fan schon selbst beim Genuss der Trance-Rap-Hommage an Scooter herausfinden.

Scoddy Flippin – Kreislauf

Mit einigen Hook-Schnipseln aus „Partner Teil 1“ von Creutzfeld & Jacob und einem Beat von Zaza Mank unterlegt, betont Scoddy Flippin, dass er schon zu Freundeskreis-Zeiten dabei war und damals schon dope gerappt hat. Der unveränderte Selbstanspruch, inhaltsreiche Parts zu veröffentlichen ist eben nicht unbedingt reichweitenfördernd heute wohl noch weniger als damals. Daran ändert auch der ambitionierte Flow des Wieners nichts. „Kreislauf“ ist nach „Alles ist gut“ die zweite Singleauskopplung des im Oktober erschienenen Albums „Selbstähnlichkeit“.

Sweetboyblondey – Ukrajina

Von seiner melancholischen Seite präsentierte sich Sweetboyblondey am Valentinstag mit „Ukrajina“. Gemeinsam mit alten Bekannten wie Jonny5 oder K. Ronaldo ist er seit einiger Zeit bei der Crew Sportrecords vertreten. Mit grünen Augen sowie vom osteuropäischen herzblatt befeuertem Liebeskummer ausgestattet, wandelt er gedrückt zwischen Wiener Telefonzellen und ähnlich einladenden Locations umher.

Gutti Green – Asche zu Staub

Während bei Kreiml & Samurais Blick in die Zukunft in Form von „Das alte Liedchen“ auch Digga Mindz noch da ist und die drei gemeinsam in Erinnerungen schwelgen können, muss der gealterte Mann auf dem Storyteller „Asche zu Staub“ von Gutti Green stark vereinsamt an die Blüte seines Lebens zurückdenken. Das zunehmende Alter bringt meist eben doch mit sich, dass immer mehr frühere Weggefährten wegbrechen und damit unter Umständen auch die eigene Lebenslust schwindet. Wie die vielen Überblendungen zeigen, dürfte sich der Innsbrucker Rapper vor einem derartigen Verlauf fürchten.

Golden G – Der Wein

Seinen feinen Wein würde Golden G gerne mit seiner Liebsten teilen. Nur blöd, dass sie sich nicht mehr blicken lässt. Folglich sieht sich der Wiener dazu gezwungen, die zweifache Ration in trauter Einsamkeit einzuverleiben, um die Entzweiung besser zu verkraften. Da hoffen wir mal, dass die Dosis regelmäßig geleerter Doppler und das dadurch verursachte Alkproblem doch nur zum temporären Doppeltsehen und nicht zu einem längeren Aufenthalt in Kalksburg führt. Die Liesinger Idylle erscheint ohnehin trügerisch, schließlich gibt es dort erst wieder Weinberge.

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