Politisches Videospiel: Alt-J & Danny Brown mit „Deadcrush“ // Video

Alt-J und Danny Brown greifen auf Videospiel-Ästhetik zurück

Vergangenes Jahr veröffentlichten die britischen Indie-Rocker Alt-J ihr drittes Studioalbum „Relaxer“. Ein nicht ganz erfüllendes Erlebnis, stahlen die bildgewaltigen Videos und die Marketingaktion in Form eines auf der Website zur Verfügung gestellten Computerspiels der Musik doch ein wenig die Show. In den Monaten nach Release nahmen sich Alt-J ihrem Album aber noch einmal an, wobei: sie selbst eher weniger, sondern Produzenten und Vertreter aus dem Bereich des HipHop. Das Ergebnis nennt sich „Reduxer“ und erscheint am 28. September. Via Facebook erklärten Alt-J im Juli ihre Beweggründe für das Projekt:

It’s no secret that we love and are influenced by hip-hop, and it’s always been a dream of ours to work with hip-hop artists in re-imagining our music. With REDUXER that dream has come true. We couldn’t be happier with the results. This album is truly global, featuring rappers and producers from all over the world. After a very long time in the making, we are stoked to share it with you all.

Der globale Anstrich ist keine leere Floskel, weist die Tracklist Features von unter anderem Kontra K, Rejjie Snow, Little Simz oder Danny Brown auf. Zum Beitrag des Letztgenannten, „Deadcrush“, geremixt von The Alchemist und dem honduranischen Produzenten Trooko, wurde nun ein Video veröffentlicht, wofür ganz tief in der Trickkiste der 90er-Jahre-Videospiel-Ästhetik gegraben wurde – passend, wenn man an die Videospiel-Promo zu „Relaxer“ denkt. Die Message ist dabei jedoch äußerst politisch, wie Regisseur Jeron Braxton, der beim diesjährigen „Sundance Film Festival“ für den Film „Glucose“ den Jurypreis für den besten animierten Kurzfilm gewinnen konnte,  in einem Statement mitteilte:

Visually the video tells the story of how the CIA introduced old guns and cocaine into the black community in order to raise funds for the Nicaraguan contras. The introduction of weapons and cocaine in the black community gave power to the War-on-Drugs and the amount of Black men incarcerated creating this violent cycle of destruction that plagues the black community today. The blue flames represent the violent cycles of destruction. The demons creating the fire symbolize how drug addiction and gun violence are like demons that posses its victims to keep the cycle going. Slavery never really ended but just evolved into mass incarceration.

Für den Remix bearbeiteten The Alchemist und Trokoo die Vocals von Alt-J-Sänger Joe Newman mit reichlich Effekten, dank Reverb und Echo entsteht in der Komposition mit satten Drums ein neuer Vibe – wenngleich die Newman-Vocals nicht wirklich auf den Beat passen und schief klingen. Ob das Absicht war oder nicht, wissen nur The Alchemist und Trokoo. Die Idee, Danny Brown für die Nummer zu engagieren, war aber eine gute, liefert der Detroiter verlässlich ab. Auch hier wird klar: Hinsichtlich seines mentalen Zustands hat sich seit „Atrocity Exhibition“, das vor zwei Jahren veröffentlicht wurde, nichts geändert. „Same mental state as a Vietnam vet“, den diagnostiziert Danny Brown für sich.

Originalversion:

Cover und Tracklist von „Reduxer“:

01. 3WW feat. Little Simz (OTG Version)
02. In Cold Blood feat. Pusha T (Twin Shadow Version)
03. House Of The Rising Sun feat. Tuka (Tuka Version)
04. Hit Me Like That Snare (Jimi Charles Moody version)
05. Deadcrush feat. Danny Brown (Alchemist x Trooko Version)
06. Adeline feat. Paigey Cakey & Hex (ADP Version)
07. Last Year feat. GoldLink (Terrace Martin Version)
08. Pleader feat. PJ Sin Suela (Trooko Version)
09. 3WW feat. Lomepal (Lomepal Version)
10. In Cold Blood feat. Kontra K (Kontra K Version)
11. Hit Me Like That Snare feat. Rejjie Snow (Rejjie Snow Version)

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