AliceD

AliceD und die „ubahnschachtromantik“ // EP

AliceD

(2001 Records/VÖ:03.08.2018/Cover: Bexus Potatus)

In den vergangenen zwei Jahren konnte sich AliceD zunehmend ins Blickfeld der Wiener Rap-Heads hieven. Dazu haben neben einer Reihe an leichtfüßigen Tracks wie „Hustla“ oder „Goddess“ auch zahlreiche energiegeladene Live-Auftritte beigetragen. Mit ihrer Debüt-EP „ubahnschachtromantik“ betritt die Rapperin aus dem 808Factory-Umfeld neues Terrain. Während sie zuvor ausschließlich englischsprachige Tracks veröffentlicht hat, wechselt sie nun zu ihrer Muttersprache. Womöglich eine Reaktion auf die immer wieder aufkeimende Kritik, dass ihre Englisch-Aussprache nicht immer ganz sattelfest wirkt und ihren Rapskills nachsteht – für Nicht-Native-Speaker ist es eben eine verdammt große Hürde.

Der Multilingualität möchte AliceD aber keineswegs den Rücken kehren, wie der schon mehrmals bei Shows performte Opener „Libido Im Kimono“ zeigt. Auf einem Beat von 100 KG, der die gesamte EP produziert hat, representet sie mit dezenter Battle-Attitüde. Die zwischendurch eingebauten Französisch- und Griechisch-Sequenzen wirken durchaus fresh. Komplett deplatziert erscheinen hingegen die vorgelesenen Bushido-Zitate am Beginn und am Ende des dazugehörigen Videos, das nach einem Beatswitch als House-Remix zu Ende geht.

Die zwei weiteren Instrumentals sind weitaus entspannter gehalten. Den wavy Unterbau von „Whisky Girl“ nutzt die Rapperin für gewohnt beschwingte Zeilen, nebenbei spielt sie mit Geschlechterverhältnissen. Inhaltlich am ausgefeiltesten erscheint „Tu Was du machst“. AliceD und der Berliner Rap-Veteran Vokalmatador, ehemals Teil von Die Sekte, sinnieren über ihren teils suboptimalen Gspusi-Umgang, kommen damit dem Titel der EP am nähesten. Am Ende steht ein grundsolides Release.

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