Gegen den Strom // Ahzumjot Porträt

Die Geschichte Ahzumjots ist ein Stück in drei Akten. Beinahe aus dem Nichts veröffentlichte er 2011, kommerziell gesehen die erste Hochphase des deutschen Rap in der Post-Aggro-Zeit, sein Debütalbum „Monty“ (übrigens benannt nach seinem Hund) und wurde schnell zusammen mit Namen wie Cro, Rockstah oder Olson (damals noch mit dem Suffix Rough) als Vertreter einer „neuen Reimgeneration“ gehandelt. Erst Mixtape der Ausgabe beim JUICE-Magazin, dann der erste Majorvertrag – viel Druck in kurzer Zeit für Alan Julian Asare-Tawiah, wie Ahzumjot bürgerlich heißt.

Nach dem schnellen Aufstieg kam jedoch ebenso schnell der Fall. Das Majoralbum „Nix mehr egal“ brachte nicht den erhofften Erfolg, den andere zu dieser Zeit einfahren konnten. Der Vertrag wurde aufgelöst, Ahzumjot produzierte wieder von zu Hause aus. Doch wo andere den Kopf einziehen würden, fängt Ahzumjot erst richtig an. In den vergangenen Jahren schaffte er frei von Labelstrukturen seinen eigenen Sound. In Do-It-Yourself-Manier erschienen seit 2015 fünf Releases, fast alle zum Free-Download. Nicht nur als Rapper, auch als Produzent experimentiert er in alle Richtungen, kollaboriert mit verschiedenen Künstlern von Casper bis Chima Ede, setzte zusammen mit Lance Butters und der EP „Die Welle“ ein Statement gegen alles, was im Rapkosmos falsch läuft und arbeitete damit auch seine eigene Vergangenheit im großen Zirkus der Musikindustrie auf.

Und was ist der Status quo? Seit geraumer Zeit „wächst“ das Projekt „Raum“ heran, mit dem er im Kanye-Style das Konzept eines Albums komplett neu aufzieht und alle Tracks einzeln von Zeit zu Zeit auf Spotify hochlädt. 19 Songs umfasst die Playlist bisher. Ein Prozess, der theoretisch ewig weiterlaufen kann, ohne je in einem fertigen Album zu resultieren. Ahzumjot ist vieles, aber vor allem bleibt er seiner Linie treu und ignoriert anscheinend gegebene Konventionen.

Am 29. Juni gibt es Ahzumjot live bei der „The Message“-Party in der „Grelle Forelle“ zu sehen.

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