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5/8erl in Ehr’n: Die Crema des Wiener Soul

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Im Augarten spielen gerade ein paar Kältetrotzende Frisbee, andere laufen dick eingepackt durch die windige Allee. Wir spazieren gerade mit Hanibal, dem Kontrabassisten der Wiener Soulband 5/8erl in Ehr’n, durch die barocke Gartenanlage, auf der Suche nach einem wärmenden Kaffee und farbenfroher Limonade. Hanibal erzählt gerade vom Auftritt bei „Willkommen Österreich“, wo sie mit Russkaja gespielt haben, als wir am Karmelitermarkt vorbeikommen und im Harvest Platz finden. In astronautischer Atmosphäre erzählt Hanibal über seinen Gastauftritt im Parlament, unfähige österreichische Journalisten, den Arabischen Frühling und den Akademikerball sowie die Faszination Peter Alexander. Mit ihrem vierten Album „Yes we does“ sind 5/8erl in Ehr’n übrigens vorige Woche auf Platz 4 der österreichischen Albumcharts eingestiegen. Wir gratulieren!

Interview & Text: Julia Gschmeidler
Fotos: Niko Havranek

TM: Ö1 meinte, wenn man 5/8erl in Ehr’n mit einem Kaffee vergleichen würde, dann wärt ihr ein cremiger Espresso …
Hanibal:
Wenn der cremige Espresso weich im Geschmack ist, stimmt’s wahrscheinlich. Ist ein guter Vergleich, wobei der Espresso ja aufputscht, wir entschleunigen eher.

Ein wichtiges Wiener Kulturgut neben dem Kaffee sind die Wiener Sängerknaben. Einer eurer Sänger, Slivo, war Teil davon?
Ja, er ist zwischen 10 und 15 auf Welttournee gewesen. Er war schon in den ganz großen Hallen. Da beneide ich ihn ein bisschen dafür, er hat echt schon in der Carnegie Hall in New York gesungen.

Slivo hat in einem Interview erzählt, dass ihr nicht auf Regionalsendern gespielt werdet. Wenn das so wäre, könnte man gleich ganz anders über euch sprechen. Was macht die Regionalsender so besonders?
Was wir in Wien haben, ist erarbeitet über die letzten Jahre. Das funktioniert nicht überall so gut wie in Wien. Hier leben wir. Es wäre für uns einfacher, in den Bundesländern unterwegs zu sein, wenn uns die Regionalsender spielen würden. Natürlich noch einfacher, wenn Ö3 oder FM4 uns auf Heavy Rotation spielen würden, weil die am meisten erreichen. Dass auf jedem Regionalsender Schlager und Volksmusik gespielt wird, ist irgendwie komplett daneben. Gerade bei Radio Wien, die könnten in Wien sogar der größere Sender neben Privatsendern und Ö3 sein. Die haben uns jetzt übrigens ins Radioprogramm aufgenommen, aber nur in der Nacht mit zwei Nummern. In der Nacht ist es keine richtige Werbung, wer hört da Radio?

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Du warst auf Einladung der SPÖ-Kultursprecherin Elisabeth Hakel bei einem Runden Tisch im Parlament, bei dem es um die Zukunft der österreichischen Musik ging. Wer war noch dabei und was ist dabei herausgekommen?
Da gibt’s schon länger die Musikergilde und deren Präsidenten Peter Paul Skrepek, das ist der Ex-Gitarrist von Falco, seines Zeichens ein Kämpfer an vorderster Front, was österreichische Musik im Radio betrifft. Und das schon seit 1995, wo der Roscic bei Ö3 das Formatradio eingeführt hat. Mittlerweile sind die Zahlen so gravierend, dass die größten Tandiemen-Anteile nicht in Österreich bleiben und ausgezahlt werden, sondern nach Deutschland. Weil der deutsche Markt schon so groß und gewaltig ist und Ö3 auch von einer Firma in Nürnberg gespeist wird.

Für mich war das ein ziemlicher Zahlenwahnsinn im Parlament, denn der Politik geht’s nicht darum, dass sich die Leute mit unserer Musik identifizieren können. Skrepek meinte dann aber zu mir, dass ich nicht nur eine Marionette bin, sondern mit meiner Band für etwas steh, das funktioniert und wir ein unabhängiger Act sind, der sich nie etwas sagen hat lassen. Das heißt, die Leute identifizieren sich mit der Musik, die von da ist. Unsere Musik ist noch eingefärbter als andere Musikarten, weil die zwei Jungs auf Mundart singen. Dann wurde noch diskutiert, ob es eine Sprachenquote wie in Frankreich geben soll – was eigentlich die einzige Möglichkeit auf EU-Ebene wäre, weil alles andere nicht rechtskonform wäre. Was ich auch gut find, weil ich selbst viele Freunde hab, die in anderen Sprachen singen. Das würde auch die riesige Migrantenszene bei uns total unterbuttern, was auch ein totaler Scheiß wäre. Die Migranten-HipHop-Szene ist riesig, auch wenn sie noch weniger in der Öffentlichkeit vorkommt. Auch wenn es ein G’schickter wie Nazar wieder aufbricht.

Wurde auch Konkretes entschieden?
Nein, es wurde ein Schulterschluss zwischen Politik und den Leuten gemacht, die schon ewig dabei sind. Das waren: Geschäftsführer und Obmann vom Musikfonds, Hannes Eder von Universal, der das auch schon seit 20 Jahren macht, Mario Rossori, ein Uralt-Manager, vom Dachverband der Indepence-Labels der Hirschenhauser, die Sängerin Birgit Denk, Lukas Plöchl, noch ein befreundeter Musiker von mir und Walter Gröbchen.

Das Problem ist, dass die Legislaturperiode sich ändert und man wieder bei Null beginnen muss. Man müsste in Wirklichkeit so vorstoßen, dass man das Hörfunkgesetz umschreibt und dann könnte man den ORF festnageln. Ich hab mir das jetzige Gesetz durchgelesen, das ist alles so schwammig formuliert, dass du in Wirklichkeit alles machen kannst. Und das hat in Österreich noch nie funktioniert, wenn man den Leuten alles offenlässt.

Slivo hat in einem Interview erzählt, dass nach einem ORF-Beitrag über euch eine alte Platte wieder in den Charts war?!
Das war die Dokumentation von Rudi Dolezal, „Weltberühmt in Österreich“. In der letzten Folge kamen die neuen Bands, da waren Kreisky, Bilderbuch (noch vor „Maschin“), wir und zig andere. Eigentlich waren da nur zehn Sekunden von „Siasse Tschik“. Und dann ist das ein Jahr alte Album „Bitteschön“ in der nächsten Woche auf Platz 57 eingestiegen. Woran man auch merkt, dass ich mir vielleicht nicht bei wenigen Konzerten Gedanken machen müsste, wie ich meine Miete zahl, wenn wir im Radio gespielt werden würden. Dann könnten wir alle ganz „normal“ leben. Aber es ist jetzt schon ein totales Privileg, überhaupt davon leben zu können, dafür bin ich schon sehr dankbar. An solchen Beispielen merkt man ganz schnell, dass einem etwas verwehrt wird, was einem zusteht. Es sind ja nicht deren Radiosender, sondern unsere.

Ihr habt auch gemeint, dass ihr in Deutschland öfter im Radio gespielt werdet als in Österreich. Wie das?
Vor allem der Bayerische Rundfunk, so weit im Norden waren wir noch nicht. Der BR ist uns schon immer sehr wohlgesonnen gewesen. In Wien oder bei den Radiosendern hier war es so ‘Ihr singt auf Mundart und das kann man nicht spielen, die Leute verstehen die Texte und das ist zu viel’. Der Ö3-Programmchef Spatt sagt ja selbst, es geht ihm mehr darum, dass das Radio ständig aufgedreht ist, als dass die Leute verstehen, worum es geht. Dass das eigentlich ein Trugschlug ist, hab ich ihm auch schon mal gesagt, aber das interessiert ihn nicht.

In Deutschland stößt man schnell auf positives Feedback, weil die Leute merken, das kommt direkt aus dem Herzen und ist gut gespielt. Wir sind auch irrsinnig happy, wenn wer mit uns ein fundiertes Interview führt. Dass wir jetzt hier sitzen und frei von der Leber reden, das hast du in Österreich sehr selten, in Deutschland eigentlich immer. Weil sie so fundiert sind, sie schreiben sich die Titel runter, lesen sich die Texte durch, versuchen zu verstehen worum es geht, welche Instrumente du verwendet hast am Album. Da kommst du hin und denkst dir: „Das hab ich in Österreich noch nie erlebt.“

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Wie läuft es in Österreich ab?
Auch von renommierten Medien werden die Hauptfragen gestellt, wie: ‚Seid wann gibt’s euch? Wie habt ihr euch getroffen?’ Das kann man schon hundert Mal nachlesen. Es ging auch schon mal so weit, dass mich von Ö1 bei unserem Konzert wer gefragt hat, was wir hier eigentlich machen. Da hab ich gesagt, dass das ihr Job ist, das herauszufinden, weil sie die Journalistin ist. Die ganzen jungen Onlinemedien sind viel fundierter, weil es junge Leute sind, die was anderes machen wollen. Früher war es so, dass man vier Journalisten hatte, die man irgendwie erreichen musste, dann war alles gut. Jetzt kann man genauso gut auf die vier scheißen und schöne Berichte online machen. Und dann kommt oft viel öfter was Schöneres dabei raus.

Zum Release eures neuen Albums „Yes we does“ habt ihr das Wiener Brut bespielt. Das bekommt vom Bund jetzt ohne Begründung keine Fördermittel mehr. Warum glaubst du, wird ausgerechnet bei kleinen Institutionen gespart?
Das hat viel mit Tourismus zu tun. Bei den Salzburger Festspielen hängt man sicher gern mit drin und lässt sich abfeiern, weil das auch das ist, was sie gerne nach außen zeigen. Das Brut eckt oft an, wir sind wahrscheinlich das Kommerziellste, das sie seit Langem gemacht haben. Was ich schön find. Da kann genauso gut ein Kontrabassist stehen, der nur herumkratzt. Warum sie jetzt keine Förderung mehr kriegen? Weil an allen Ecken und Enden gespart wird. Das Popfest wird jetzt auch nicht mehr gefördert als am Anfang, obwohl immer mehr Leute hingehen. Die Kritik, dass die Anlage nicht laut genug ist, da bräuchte man mehr Entgegenkommen von der Stadt Wien und Leute, die sagen: Es ist ganz wichtig, dass es ein Popfest gibt. Wo eben kein Mainstream Pop gespielt wird, das ist eine reine Gegenansage zu Ö3 eigentlich.

Das erste Video aus „Yes we does“ spielt mit dem Fauxpas des Tiroler Landeshauptmanns, Günther Platter, der David Alaba auf Englisch ansprach. Im Video zeigt ihr euch als provokante Figuren. Wie war die Resonanz darauf?
Bis jetzt nur positiv – bis auf einen negativen Eintrag. Ich wunder mich, dass sich noch niemand angegriffen gefühlt hat. Ich find das Feedback super. Wir haben uns selbst wahnsinnig viele Gedanken darüber gemacht, dezidiert über die Texte diskutiert. Wir haben uns gedacht, dass sich viele Leute auf den Schlips getreten fühlen, aber bis jetzt ist noch nichts passiert.

Regie geführt hat Arman Riahi, der mit seinem Bruder die preisgekrönte Doku „Everyday Rebellion“ gedreht hat. Wie kam es zur Zusammenarbeit zwischen euch?
Ich bin schon ewig Fan von ihm. Er hat „Schwarzkopf“ über Nazar gemacht. Wie ich ihn danach getroffen hab, hab ich ihm gesagt, dass mir der Film sehr gut gefallen hat und ich das auch mutig von ihm finde. Dann hat er „Everyday Rebellion“ gemacht, da war ich wahnsinnig gerührt, ein Geniestreich. Wir haben vom Musikfonds eine Video-Förderung von 4000 Euro bekommen und selbst ein bisschen dazugezahlt. Er hat wahnsinnig viel Humor und das hätte niemand so gut umsetzen können. Wir wollten von Anfang an eine Text-Bild-Schere, dass wir nicht direkt den Text beschreiben. Da war es auch naheliegend, dass jeder von uns eine Rolle spielt. Wir haben uns die selbst auf den Leib geschrieben mit Role Models. Da war’s klar, dass ich der Pfarrer sein muss, Slivo der Kiwara, Max der Schlagerstar und Clemens der neureiche Yuppie-Arsch. Lustigerweise hat das bei jedem gut geklappt, ich bekomm für meine Rolle sehr viel positives Feedback.

Wie hast du dich in der Rolle als Pfarrers gefühlt?
Ich komm aus dem Hardcore-Punk und für mich ist diese aggressive Energie nichts Negatives. Ich hab mich mit solchen Energien schon immer gern auseinandergesetzt. Wenn etwas groß und allmächtig wird, das gefällt mir. Er ist ein sehr guter Regisseur, der am Set die ganzen Erzählstränge im Kopf hat. Wir wissen aber, dass wir uns auf einem sehr schmalen Grat bewegen, das Video hätte auch ziemlich in die Hose gehen könnte. Ich bin sehr stolz darauf.

Hannibal_58erl_NikoHavranek-3Die Riahi-Brüder haben „Everyday Rebellion“ gemacht, ihr nennt eure Musik politisch. Wie denkst du, funktioniert der alltägliche Widerstand in einem unterdrückten System?
Ich glaub, so wie es der Arman in seinem Film darstellt. Das ist einer der schönsten Wege, Widerstand zu leisten. Dass man nicht Feuer mit Feuer bekämpft. Deswegen hat mich der Film so gerührt, weil man sich als Mitteleuropäer überhaupt nicht vorstellen kann, wie das ist. Da hab ich auch größten Respekt davor. Ich glaub, dass es uns ziemlich gut geht und wir überhaupt keinen Grund zu raunzen haben. Es wird org, wenn das vorm System schützen ein Hauptthema im Leben wird. Das ist ein ziemlicher Druck. Dass solche Leute dann so schöne Aktionen machen und die Handlungen der anderen dadurch ad absurdum führen, finde ich einen sehr schönen politischen Ansatz.

Wie Politik gemacht wird, ist dann nicht so festgefahren wie bei uns. Politik hat wahnsinnig viel mit Statussymbolen zu tun. Das ist ein Grund, warum viele Leute überdrüssig sind. Ich als Künstler weiß gar nicht mehr, wen ich wählen gehen soll.  Ich geh dann trotzdem wählen, weil ich das Gefühl hab, ich muss wählen, damit die FPÖ nicht an die Macht kommt. (lacht) Grundsätzlich weiß ich nicht genau, wer mich vertritt. Es gibt so viele kreative Menschen, die in das alte, steife System nicht hineinpassen. Das gehört aufgebrochen.

Ihr habt kurz nach Beginn des Arabischen Frühlings in Kairo gespielt. Wie war die Stimmung?
Sehr schön. Wir haben ganz viele junge Leute kennen gelernt. Viele haben davon geredet, dass sie gerne ins Ausland würden. Was bis auf ein paar Priviliegerte aber niemand konnte. Wir haben in einem Park in Al Mansoura gespielt, der wahnsinnig lang für die Einheimischen abgeschlossen war, weil die Diktatur das verboten hat. Dann haben die dort das Festival gemacht. Wir waren dort, als es sich kurz beruhigt hat und danach ist es wieder aufgeflammt. Du hast gemerkt, dass die Leute sich selbst abfeiern, sehr ausgelassen und sehr liebenswert. Wir haben uns auch wahnsinnig bemüht, den Leuten ein bisschen von unserem Gefühl zu geben.

Wir haben Refrains zum Mitsingen übersetzt und das war schön. Viel von dem Groove und der Rhythmik, die wir in den Songs haben, ist direkt eingefahren. Die grooven auch viel mehr als wir in Österreich. Danach haben wir gefühlte 300 Fotos mit den Kids gemacht, nach wie vor haben wir hundert ägyptische Fans auf Facebook. Die schreiben nach wie vor Kommentare.

War das über das Österreichische Kulturforum organisiert?
Das gibt’s  auf der ganzen Welt und ist vom Außenministerum zur Förderung von österreichischer Kultur. Die haben auf der ganzen Welt Kulturforen, unter anderem eines in Kairo. Für das Artbeat Festival in Ägypten haben sie bei vielen Botschaften gesucht und wollten viel Musik nach Kairo und die umliegenden Städte bringen. Uns hat einer vom österreichischen Kulturforum vorgeschlagen und der vom Festival hat sich für uns entschieden.

Hannibal_58erl_NikoHavranek-2Ein Song auf dem Album widmet sich dem „Akademikerball“. Geht ihr auch selbst demonstrieren?
An dem Abend, wo wir das geschrieben haben, ist der Slivo am Nachmittag zu mir gekommen. Ich wollt ihm die Nummer vorspielen und danach wollten wir auf die Demo gehen. Dann ist es aber so ausgeartet, dass er in einer Dur den Text fertiggeschrieben und auch gleich eingesungen hat. Dann konnten wir an dem Abend nicht mehr auf die Demo gehen.

Auf eurer Facebook-Seite habt ihr mit mehreren Rufzeichen gepostet, dass lieber keine Fans aus Deutschland kommen sollen, weil sie sonst eingesperrt werden und ihr euch für die österreichische Rechtskultur schämt …
Diesen Eintrag haben wir wahnsinnig lang diskutiert, weil das ein ziemlicher Schnellschuss und aus einer Reaktion heraus war. Es hat uns ein bisschen erschreckt, dass dieser Eintrag die meisten Leute jemals erreicht hat. Darüber wurde am meisten diskutiert, da kamen auch die absurdesten Postings, was wir eigentlich nicht wollten. Grad von Leuten, die dann vielleicht geglaubt haben, wir sind eine Mundart-Band, die eine andere politische Haltung hat.

In einem älteren Interview von 2010 sagt ihr, dass ihr öfter vor FPÖ-Wählern spielt?
Das kommt schon manchmal vor. Die Jungs bringen Ansagen, die unmissverständlich sind. Dann stehen manchmal Leute auf und gehen. Vor dem Akademikerball sagt Slivo oft: „Wenn wer im Raum ist, der schon dort war, der kann jetzt gehen. Weil wir spielen jetzt ‚Akademikerball’“. (lacht) Es passiert wahrscheinlich nicht mehr so oft, dass FPÖ-Wähler zu unseren Konzerten kommen. Wir hatten auch mal einen Gig in Bayern, da haben wir das Konzert abgebrochen, weil der altdeutsche Texte von uns hören wollte. Wir spielen nix nach und schon gar nicht solche Musik. Dem hat’s ein bisschen die Sicherungen rausghaut und hat herumgeschrien, dann haben wir abgebrochen und ihm gesagt, er soll bitte von der Bühne runtergehen. Es kommt einem schon unter – leider. Aber dafür sind wir da, das ist uns ein Anliegen. Darüber unterhalten wir uns intern sehr oft, wie viel Wert unsere Aussage bekommt. Wir haben auf Facebook mittlerweile 11.000 Leute, die auf ‚Gefällt mir‘ geklickt haben, da hat man eine Reichweite und muss sich genau überlegen, was man macht. Bei diesem einen Posting hat es uns leidgetan, dass das so ein schirches Thema ist und das dann so Boulevard-artig abgehandelt wird. So unbedingt will man die Leute eh nicht als Fans haben.

Wenn man über euch recherchiert, stößt man immer wieder auf den Namen Peter Alexander. Was macht die Faszination aus?
Max (Sänger, Anm.) ist schon immer ein totaler Peter Alexander-Fan gewesen. Aus dem heraus ist ganz am Anfang die Band entstanden, weil Max in einer romantischen Vorstellung im Sinn hatte, durch Gastgärten zu ziehen und für die Leute zu singen. Er findet Peter Alexander als Entertainer und Musiker wahnsinnig toll. Ich glaub, ihm gefällt dieses Liebenswerte von ihm, Peter Alexander ist recht unterschätzt. Der hat auch einen eigenen Weg eingeschlagen, der oft gar nicht so gut war für ihn …

Wer hat dich musikalisch geprägt?
Wahnsinnig viel mein Vater, der auch Musiker ist (Wilfried, Anm.) Ich komm ganz stark aus dem Hardcore und Punk, hab wahnsinnig lang Gitarre vor dem Kontrabass gespielt und war auch recht viel unterwegs mit meiner Hardcore-Band (Strenght of Life, Anm.) Das war ein Trio und ich hab wahnsinnig viel über Band-Gefüge gelernt. Auch, dass man alles selber machen kann, das war mir immer schon ein Anliegen, dieser DIY-Gedanke. Deswegen machen wir zum Großteil alles selber. 2008 haben wir unser Label gegründet, einfach nur aus dem heraus, weil wir nichts gefunden haben, wo wir veröffentlichen können. Das war am Anfang irrsinnig schwer und blöd, dass da niemand mit uns zusammenarbeiten wollte. Jetzt würden alle wollen, aber jetzt sind wir schon eine eigene Firma.Hannibal_58erl_NikoHavranek-5

Wie erlebt man die Kindheit als Sohn eines bekannten Sängers? Ist man als Kind auch auf Tour dabei?
Ja, war ich schon viel. Meine Eltern sind beide Selbstständige, meine Mutter ist freischaffende Künstlerin. Das war ganz normal, dass ich immer dabei war oder bei einem Elternteil, aber ich war viel auf Konzerten. Ich hab wahnsinnig viele andere Jobs probiert, bevor ich Musiker geworden bin. Ich bin sehr viel mit Musik aufgewachsen, ganz viel verschiedenes, von Jazz über Blues. Die ersten Prägungen waren schon von meinem Vater, jetzt kriegt er das zurück.

Wie war der Umstieg von Punk auf Soul?
Gar nicht so schwer, weil ich hab schon währenddessen R’n’B gehört, ich bin auch immer dafür ausgelacht worden in meinem Freundeskreis. Das war eher der Oldschool- und Hardcore-Freundeskreis, sehr maskulin alles, und ich hab Schmuse-R’n’B gehört. Für mich war es nicht so weit entfernt, dass ich dann wirklich solche Songs geschrieben hab. Das ist während des Studiums gekommen, weil ich auch nicht so viel Selbstbewusstsein hatte am Anfang. Da war Max ausschlaggebend, weil er immer schon Songs geschrieben und mich bestärkt hat. Bin ich ihm auch sehr dankbar dafür.

Ein anderes Genre, mit dem ihr öfter in Berührung kommt, ist HipHop. Ihr habt Feature-Tracks mit Fiva und Keno
Keno kennen wir über Moop Mama, weil er bis vor Kurzem in der gleichen Bookingagentur war. Wir haben sie immer wieder in München getroffen und uns angefreundet. Seine Mutter ist totaler Achterl-Fan und wir finden uns gegenseitig ganz gut. Deswegen haben wir sie mal nach Wien eingeladen, um im Porgy zu spielen. Hinter Fiva ist die ganze Band – bis auf den DJ – aus Österreich, das ging wahrscheinlich über die Ecke. Unser Pianist ist der Initiator der Jazzwerkstatt und die komplette Band ist in diesem Jazz-Umfeld. Der Schlagzeuger von Fiva ist auch ein totaler Fan von uns. Das hat uns ganz anderes Publikum gebracht, da bin ich Fiva sehr dankbar dafür. Es wirkt sehr normal, wie die Jungs mitsingen, überhaupt nicht aufgesetzt, obwohl es Mundart ist und sie auf Hochdeutsch rappt.

Könntet ihr euch auch Features mit österreichischen Rappern vorstellen?
Ich wollte schon lang etwas mit Def Ill machen, ich find den ganz super. Haben wir aber dann nicht hinbekommen, weil ich ihn so selten getroffen hab. Das werden wir aber nochmal angehen. Ich hab mich auch schon mal mit ihm unterhalten, der findet uns glaub ich nicht so schlecht. Ich hab jetzt in Hamburg Average kennen gelernt, der ist ein ganz toller Rapper. Es gibt jetzt überhaupt so eine junge Rapper-Szene, die mir sehr taugt. Die wachsen gerade aus dem Boden, vielleicht hat das auch mit der Youtube-Generation zu tun. Und natürlich so Leuten wie Flip, die das supporten.

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5/8erl in Ehr’n auf YES WE TOUR 2014

31.10. TULLN / Stadtsaal
04.11. WIEN / Stadtsaal (sold out)
06.11. NEUBEUERN / Auers Livebühne (D)
07.11. MÜNCHEN / Milla – Live Club (D)
08.11. MÜNCHEN / Lustspielhaus (D)
13.11. GRAZ / postgarage
14.11. Tischlerei Melk
15.11. AIGEN-SCHÄGL / KIKAS
20.11. MÖDLING / Mautwirtshaus / Bühne Mayer (sold out)
21.11. MISTELBACH / Altes Depot
22.11. REKAWINKEL / VereinsMayerBühne (sold out)
23.11. REKAWINKEL / VereinsMayerBühne
29.11. TRIMMELKAM / SAKOG | KULTURWERK | CLUB
05.12. LECH/ARLBERG / Tanzcafe Arlberg

http://www.5achterl.at/

 

 

 

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