Die große One-Tommy-Show // Tommy Cash live @ Hamburg

Foto: Sophia Schmidt
Foto: Sophia Schmidt

Mit ca. 1,3 Mio. Einwohnern ist die Population von Estland um einiges kleiner als die von Hamburg. Zu behaupten, von diesem Land habe man selten etwas gehört, wäre aber falsch. Hamburg hört Tommy Cash und das im gut besuchten Übel & Gefährlich. Es ist der erste von drei Tour-Stopps in Deutschland.

Der selbst ernannte „PRORAPSUPERSTAR“ lässt nicht lange auf sich warten und kämpft sich etwa 45 Minuten nach Einlassbeginn durch seine Fans, um endlich dort zu sein, wo er sich am wohlsten fühlt: auf der Bühne. Und die liebt er. So sehr, dass er sie nicht teilt. Zugegeben: Ein Rap-Konzert ohne DJ oder Back-up-MC auf der Stage ist ein ungewöhnliches Bild. Aber er ist auch kein gewöhnlicher Rapper. Tommy begeistert von Anfang an mit Lederjacke, Jogginghose (3 Streifen, wohlgemerkt) und Bass-lastigen Brettern, über die er mit charmantem Russisch-Akzent dahingleitet. Präzise, gut verständlich und immer wieder mit virtuosen Tanzbewegungen untermalt. Es dauert nicht lange, bis erste Mosh-Pits entstehen und sich die Zuseher – mehr oder weniger freiwillig – näherkommen. Wie könnte man anders bei den vielen Hardstyle- und Tekkno-Breaks, die der Estländer immer wieder gerne aus den Boxen dröhnen lässt. Mit Songs wie „Winaloto„, „Prorapsuperstar“ oder „Euroz Dollaz Yeniz“ bekommt er auch tatkräftige Unterstützung vom Publikum, welches sich auch ohne Ausnahme für eine Squad-Einlage mit anschließender Eskalation begeistern lässt. Tommy ist sichtlich geehrt von der Feierlaune der Crowd, performt dabei aber professionell und mit einer Liebe zur Sache, die man selten sieht. Die Show endet mit wummernden Remixes seiner bekanntesten Lieder und einem Haufen glücklicher Zuhörer, die teils verwundert sind, wie viel Power in einer One-Man, pardon, One-Tommy-Show stecken kann.

Fazit: Tommy Cash ist ein Künstler. Durch und durch. Wer seine Videos kennt, weiß das. Wer sein Auftreten kennt, weiß das. Dass er alleine auf der Bühne steht, ist nachvollziehbar, da neben ihm niemand Platz hätte. Nur er, ein Mic und die abgedrehten Instrumentals, die er sichtlich genauso liebt wie seine Anhänger. Und genau das macht ihn so sympathisch: Er liebt was er macht, und das macht er gut. Egal was wir in Zukunft von ihm hören und sehen – wir können uns freuen.

Am 24. März spielt Tommy Cash auch in Österreich, und zwar im Flex in Wien.

Text: Jonas Herz-Kawall

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