The Message Mixtape #14 (Special Guest: AsadJohn)

Wir beschäftigen uns ja doch recht viel mit Musik bei The Message. Deswegen haben wir uns überlegt, gelegentlich ein digitales Mixtape für euch zu erstellen. Einige Redaktionsmitglieder tragen mit zwei Songs dazu bei, dass das Tape ein ordentliches Brett mit ganz unterschiedlichen Perlen wird. Warum wir die Tracks so wavy finden, begründen wir mit ein, zwei Sätzen.

SPECIAL GUEST: AsadJohn

asadjohn juicy gay
AsadJohn & Juicy Gay

AsadJohn prägt die deutsche HipHop-Szene dieser Tage maßgeblich. Seine Anleihen von Trap, Cloud und einer ganz eigenen Sound-Ästhetik liefern die Grundlagen für Tracks von HaiytiCrack Ignaz und nicht zuletzt Juicy Gay. Früher noch selbst mit seiner Halbnormal-Crew hinter dem Mic, wird nun das Deutschrap-Game von Beat-Seiten her aufgeräumt.

THE MESSAGE MIXTAPE #14 

the message mixtape by marlene rosenthal asadjohn
by Marlene Rosenthal

Tracklist: 1. Juicy Gay – 100k Mäuse (prod. AsadJohn & robin) 2. Casanova – Don’t Run Remix ft. Young M.A., Fabolous, Dave East & Don Q (prod. NY Bangers) 3. Stormzy – Bad Boys ft. Ghetts and J Hus (prod. Fraser T Smith) 4. jonwayne – These Words Are Everything (prod. Dibia$e) 5. King Woman – Utopia 6. La Goony Chonga – Tengo Dinero ft. Trap Sade 7. Oddisee – You Grew Up 8. Heller & Qualtinger – Bei mir sads alle im Orsch daham 9. N.W.A. – Fuck The Police 10. Biz Markie – Just A Friend 11. KUSO GVKI – Cinnamon ft. Apfel 12. OG Keemo – Rigor Mortis (prod. Funkvater Frank & Cycris Visyn) 13. Goldroger – Sgt. Pfeffer 14. Alice Coltrane – Turiya and Ramakrishna 15. Roméo Elvis x Le Motel – Diable 16. Buntspecht – Brennnesseln 17. ARKAN45 – Engel gegen Teufel 18. MoStack – Let It Ring 19. Mick Jenkins – THC 20. Fatoni & Edgar Wasser – Nicht Jetzt AsadJohn

1. Juicy Gay – 100k Mäuse (prod. AsadJohn & robin) Juicy Gay aka Juicy Sus aka das Rap-Einhorn verschenkt im Video einfach 300 Euro. Das ist natürlich nuffin, aber ich feier es. Live spielen wir den schon länger und es ist einfach super Savas, ähm savage. So heißt auch ein Song auf dem kommendem Tape „Hallo, wie gehts“. Ich freu mich auf das Release!

2. Casanova – Don’t Run Remix ft. Young M.A., Fabolous, Dave East & Don Q (prod. NY Bangers) Ich bin mega auf diesem Song hängengeblieben. Habe das Gefühl, New York kommt wieder zurück mit neuen Spielern aber alter Stärke. Der Asap Mob hat zwar vorgelegt mit aktuellem Sound, aber diese neue Attitude von Young M.A., Casanova oder Corey Finesse ist nochmal ein Stück rougher. Eastside-Vibes mit Südstaaten-Drums und Rapper mit Starappeal.

edHarygirl14

3. Stormzy – Bad Boys ft. Ghetts and J Hus (prod. Fraser T Smith) Wir haben nun ja wirklich lang genug auf sein Album gewartet, dafür ist es auch wirklich gut geworden. Ein paar kleine Pop-Ausflüge, um Ed Sheeran zu gefallen, waren zwar dabei, aber nach den Hooks kommt ja auch immer wieder ein Stormzy-Rap-Part. Also alles wieder gut. Stormzy mit der einzigen Fortsetzung, die „Bad Boys“ jemals gebraucht hat.

4. jonwayne – These Words Are Everything (prod. Dibia$e) Nach enorm viel genialem Output, einer einschneidenden Krise und einem enorm gelungenen Album ist der Mann mit den großen Füßen wieder da. Endlich wird er auch großflächiger wahrgenommen und nicht einfach als Action-Bronson-Jesus-Hybrid belächelt. Nach seinen Konzerten in Wien, Berlin und München hat sich meine hohe Meinung nur noch verfestigt.

Thomas Kiebl

5. King Woman – Utopia Kristina Esfandiari gehört zu den gegenwärtig spannendsten Figuren im Musikgeschäft. Wer ihre Musik hört, weiß warum. Nachdem sie vergangenes Jahr mit dem Projekt „Miserable“ ein dickes Ausrufezeichen gesetzt hat, leistete sie jüngst mit dem Debütalbum ihrer anderen Band King Woman, „Created in the Image of Suffering“, erneut vollste Überzeugungsarbeit. Musikalisch zwischen Shoegaze und Post-Metal angesiedelt, brilliert die Platte vor allem dank Esfandiaris durchgängig starken Songwritings. Musik, die auch Raplegende und unser liebster „Law & Order: Special Victims Unit“-Cop Ice-T goutiert, der zum Track „Utopia“ im Decibel Magazine folgendes Urteil abgab: „It kinda gave me that vibe, harmonized, echo-y vocals, I could see that playing in the background while I’m doing some shit.“ Am 9. April übrigens auch in Wien zu sehen – in der Arena, gemeinsam mit den ebenfalls großartigen True Widow.

6. La Goony Chonga – Tengo Dinero ft. Trap Sade Einen gewohnt hohen Coolness-Faktor hatte die diesjährige Show von Alexander Wang auf der New York Fashion Week – natürlich wieder an einem Samstagabend stattfindend, da auch genug Zeit für die mittlerweile legendäre Aftershow vorhanden sein muss. Die Pre-Show konnte diesmal auch einiges aufbieten, diente doch ein gewisser Metro Boomin als DJ. Auf dem Laufsteg selbst gab es neben unterkühlten Techno-Rhythmen den Track „Tango Dinero“ zu hören. Dieser stammt von Rapperin La Goony Chonga aus Florida, ihres Zeichens Mitglied des Slutmobbs.

Simon Nowak

7. Oddisee – You Grew Up Kaum jemandem gelingt es wie Oddisee, beständig Qualität und Quantität zu liefern. Mit „The Iceberg“, seinem dritten Release in den vergangenen zwölf Monaten, hat der charismatische Rapper und Produzent kürzlich ein besonders stimmiges Album herausgebracht. Die Instrumentals weisen ein vergleichsweise hohes Tempo auf und sind besonders catchy. Sie treffen auf tief greifende, den Hörer fordernde Lyrics, die häufig persönlich, mitunter gesellschaftskritisch ausfallen. Auf „You Grew Up“ startet Oddisee mit einer packenden Story über einen Freund aus Jugendzeiten, der aus rassistischen Motiven zum Mörder wurde, ehe er sich im zweiten Verse auf Metaebene mit den Ursachen von Fanatismus und der Radikalisierung Jugendlicher auseinandersetzt.

8. Heller & Qualtinger – Bei mir sads alle im Orsch daham Ein zeitloser Klassiker. Qualtinger hat das Gemüt des grantelnden, ignoranten, hinterfotzigen Wiener Bsuffs in meisterhafter, bis heute unerreichter Manier verkörpert.

Valentin Gatol 9. N.W.A. – Fuck The Police N.W.A. waren zwar nicht die Erfinder des sogenannten „Gangsta Rap“, doch machten sie ihn mit Tracks wie diesem populär. Ein Klassiker, der manchmal wie die Faust aufs Auge passt.

10. Biz Markie – Just A Friend Ebenfalls ein Klassiker: „Just a Friend“ von Biz Markie, der von der Liebe erzählt und seine Singstimme zeigt. Ein gewagter Tabubruch im damaligen HipHop-Kosmos.

Simon Huber

11. KUSO GVKI – Cinnamon ft. Apfel Selten hat ein zuvor komplett unbekannter Produzent mit nur einem Track eine derartige Aufmerksamkeit bekommen. Ich verfolge die Jungs aus der Schaft schon länger und freue mich, dass sie dank des erst 16-jährigen KUSO GVKI endlich mehr Aufmerksamkeit bekommen vorrausgesetzt, das junge Talent stiehlt dem Rest nicht die Show. Nichtsdestotrotz ein extrem starker Song aus einem überdurchschnittlich starken Debütalbum. 12. OG Keemo – Rigor Mortis (prod. Funkvater Frank & Cycris Visyn) Radio Juicy ist circa das most underrated Label im deutschsprachigen Raum. Hauptsächlich gilt es als Wegbereiter für talentierte Produzenten, hin und wieder verirrt sich aber auch mal ein Rapper auf die Plattform. Zuletzt präsentierte der Mannheimer OG Keemo vom Kollektiv ZONKEYMOBB seine erste Single auf einem Brett von Funkvater Frank & Cycris Visyn und Restrapdeutschland sieht ob der Kombination aus Delivery und modernem Soundgewand ziemlich alt dagegen aus.

Julia Gschmeidler

13. Goldroger – Sgt. Pfeffer Eine Perle auf dem ohnehin schon großartigen Goldroger-Album „Avrakadavra“, das übrigens eine der höchsten Bewertungen auf The Message bekommen hat. Auch live, gemeinsam mit dem Produzentenduo Dienst&Schulter ein Hochgenuss, wie das Trio kürzlich im Flex Café bewiesen hat. Auf „Sgt. Pfeffer“ erzählt das Melting-Pot-Music-Signing über die Bürden, die uns die sozialen Medien auferlegen, und wie er auf dem Skateboard durchs Weltall rasend versucht, die Welt zu retten. Tipp: Auch das Video zum Song ist äußerst sehenswert.

14. Alice Coltrane – Turiya and Ramakrishna Die US-amerikanische Multiinstrumentalistin Alice Coltrane hat mit ihrem Zusammenspiel von Piano, Orgel und Harfe den Jazz ein Stück weit emanzipiert. Als Witwe von Saxophonisten John Coltrane wurde sie zwar oft nur als „Frau von“ angesehen, dabei wurde ihr letztes Album „Translinear Light“ sogar von Kritikern als ein Meilenstein des Free-Jazz bezeichnet. Anfang der 70er-Jahre, als auch ihr drittes Solo-Album „Ptah, the El Daoud“ erschienen ist, ist sie mit ihren Kindern in ein Ashram gezogen, um sich spirituell weiterzuentwickeln und östlichen Religionen zuzuwenden. Hier nannte sie sich auch Turiya; Ramakrishna wiederum war ein bedeutender hinduistischer Mystiker, was auch den Titel dieser Nummer erklärt. Musikalisch ist diesem Song anzuhören, welche ausufernde Sehnsucht Alice Coltrane in dieser Zeit nach einer Verschmelzung der Kulturen über nationale, religiöse und ethnische Grenzen hinweg in sich trug. Im Mai erscheint mit „The Ecstatic Music of Alice Coltrane Turiyasangitananda“ die erste Compilation, welche das musikalische Schaffen aus Coltranes spiritueller Zeit vereint.

Jérémy Machto

15. Roméo Elvis x Le Motel – Diable Roméo Elvis und Le Motel haben jetzt endlich den Sequel zu ihrem ersten Tape „Morale“ rausgebracht. Darauf gibt es zum Beispiel solche Leckerbissen. Pure Vibes einfach!

16. Buntspecht – Brennnesseln Unschlagbar sympathisches Kollektiv aus Wien. Nice Instrumentals und die Stimme des Sängers würde schon reichen, um das Ganze zu bereichern. Aber dann sind die Texte auch noch gut. Sachen gibt’s, die gibt’s (fast) gar nicht.

Helen Aksakalli

17. ARKAN45 – Engel gegen Teufel Seit „Ethanol“ hat sich ARKAN45 mit 48% in mein Herz gesoffen. Man kann ihn nur lieben.

18. MoStack – Let It Ring Wie üblich verbrachte ich meine Zeit auf YouTube und klickte mich von Video zu Video, bis ich dann bei der sogenannten „If you rap you lose“-Challenge angelangte. Ungelogen ich musste fast jeden Track shazemen. „Let it ring“ von dem britischen Künstler MoStack ist diesen Monat my Number-1-Thing.

Max Cornelius

19. Mick Jenkins – THC Wenn ich an Mick Jenkins denke, dann denke ich meistens an Wasser, Liebe, die Neuinterpretationen der Wortbedeutung der Abkürzung „THC“ und metaphorische Vergleiche zwischen dem eben Genannten. Neben den ganzen tiefsinnigen und emotionalen Inhalten, in die Mick seine Texte tränkt, verliert man dennoch häufig als Zuhörer den Fokus auf das eigentliche Resultat des Schaffens von Mickalas Cage, nämlich verdammt doper Musik hochkonzentriert aufzufinden auf dem Track „THC“.

20. Fatoni & Edgar Wasser – Nicht Jetzt Zwischen der Erfüllung von teilweise selbstgesetzten, teilweise fremd auferlegten Lebensaufgaben ist das Ausnützen der übrig bleibenden Freizeit eine verdammt anstrengende Angelegenheit. Das wussten auch schon Fatoni und Edgar Wasser, als sie 2013 „Nocebo“ aufgenommen und den Soundtrack für Prokrastination und den in seinen Zwanziger-Jahren gefangenen Spätadoleszenten veröffentlicht haben. Wie viel Wahrheit kann man bloß in einen Track packen?

Additional text by Wanja Bierbaum // Cover artwork by Marlene Rosenthal

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