The Message Mixtape #13 “New Nikes“ (Special Guest: doz9)

Wir beschäftigen uns ja doch recht viel mit Musik bei The Message. Deswegen haben wir uns überlegt, gelegentlich ein digitales Mixtape für euch zu erstellen. Einige Redaktionsmitglieder tragen mit zwei Songs dazu bei, dass das Tape ein ordentliches Brett mit ganz unterschiedlichen Perlen wird. Warum wir die Tracks so wavy finden, begründen wir mit ein, zwei Sätzen.

SPECIAL GUEST: doz9

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Der Magdeburger doz9 und ist ein viel beschäftigter Mann. Seit geraumer Zeit schon in diversen Crews und solo unterwegs, macht doz9 nur nach einem gewissen Grundsatz mit anderen Mucke: „Wenn man mit jemandem zusammen Musik macht, dann macht man zusammen ein Kind“, verrät er uns im The-Message-Interview zusammen mit Torky Tork, seinem T9-Bruder an den Beats. Und doch scheint er vielen zu Recht sein musikalisches Vertrauen zu schenken. So ist er ebenfalls Teil von Schaufel & Spaten und ergibt zusammen mit Pierre Sonality Die Kraszesten. Was aus seiner alten OFDM-Crew mit unter anderen Plusmacher und Sonne Ra geworden ist, wird vom letzten T9-Werk „R.I.F.F.A.“ verdrängt, auf welchem doz9 sein scharfes Mundwerk in gewohnter Finesse auf die Torky-Bretter bringt. Der schönste Mann im Raum diesmal mit einer kleinen Auswahl auf dem 13. Message-Mixtape.

THE MESSAGE MIXTAPE #13 – „New Nikes“

the message mixtape 13 doz9

Tracklist:

1. T9 – Junkz (prod. Torky Tork)
2. WestSide Gunn – Vivian at the Art Basel ft. Your Old Droog
3. Childish Gambino – Zombies
4. Wolfgang Ambros – I Bin nur a Pompfinewra
5. Cousin Stizz – Where I Came From (prod. Tedd Boyd)
6. Black Josh – Sleepless (prod. FloFilz)
7. 187 Strassenbande – Meine Sprache (feat. Raf Camora)
8. A$AP Rocky – Bachelor ft. Lil Yachty, MadeinTYO & Offset
9. Negroman – From Uwe with love
10. LGoony – Kanye West ft. Haiyti
11. Run The Jewels – Down ft. Joi
12. NIKO IS – Carmen ft. Talib Kweli (prod. Thanks Joey)
13. 6black – Loyal
14. Remoe – Likest aber schreibt nicht
15. Hare Squead – Herside Story
16. TRVE HILL – QUE SE SEPA RMX
17. Falco – Emotional
18. K.I.Z. – Neuruppin
19. Council – Banannas
20. Run The Jewels – Panther Like a Panther (Miracle Mix Edit) ft. Trina
21. Prinz Pi – Sneakerkings 3 RMX (ft. Kamp, eRRdeKa, Olson, Kobra)
22. Mac Miller – Nikes On My Feet

doz9

1. T9 – Junkz (prod. Torky Tork)
Ich tu mich persönlich immer schwer, eigene Songs zu bewerten. Aber wenn man von Lieblingssongs sprechen möchte, ist meiner definitiv „Junkz“. Auch live spiel ich den eigentlich immer als ersten Song da er ’ne schöne Intro-Stimmung hat. Das kommt sicherlich auch diesem Mixtape zugute.

2. WestSide Gunn – Vivian at the Art Basel ft. Your Old Droog
Als ich Anfang vergangenen Jahres Conway für mich entdeckt habe, stieß ich gezwungenermaßen auch auf seinen Homie WestSide. Zunächst fand ich die Stimme sehr gewöhnungsbedürftig, nachdem jedoch mein Bedarf der Gewöhnung gedeckt wurde, fing ich an, den Jungen hart zu feiern. Ich mag seine kräftige Aussprache und die Soundästhetik von Daringer. Vivian at the Art Basel ist mein persönliches Highlight vom FLYGOD-Album, allein schon wegen der Hook.

Daniel Shaked

3. Childish Gambino – Zombies
Selten waren Zombies für einen Anhänger lebender Geschöpfe für mich so leiwand wie seit der Rückkehr der reitenden Leichen. Childish Gambino erweckt ungekannte Tote durch den gekonnten Einsatz von Autotune zum Leben. Gerüchten nach erblasste D‘Angelo vor Neid und Anerkennung.

4. Wolfgang Ambros – I Bin nur a Pompfinewra
Stellvertretend für das erste Album der Nummer eins vom Wienerwald. Eine Ode an das Sterben und Vergängliche. Eine wunderbare Messe an die morbide Seele Wiens, Blues voller Seele und Tiefgang. Nirgendwo scheint das Sterben so schön zu sein, wie in Wien. „Und wer wird mir den Stein aufstellen?“, um es mit Voodoo Jürgens zu fragen.

Simon Nowak

5. Cousin Stizz – Where I Came From (prod. Tedd Boyd)
Erst kürzlich bin ich auf den Bostoner Cousin Stizz gestoßen, der auf gemächlichen, atmosphärischen Trap-Beats zerrreißt und sich zunehmend als einer der dopesten Rapper seiner Sparte herauskristallisiert.

6. Black Josh – Sleepless (prod. FloFilz)
Black Josh hat seine Vielseitigkeit nicht zuletzt auf seinem aktuellen „Ape Tape“ unterstrichen. Er kann sich merklich mit dem East-Coast-Sound der 90er-jahre identifizieren, kickt aber genauso gerne Bars auf Grime- und Trap-Instrumentals – klingt alles fett bei ihm. Auf Kopfnicker-Tracks wie „Sleepless“ überzeugt mich der junge MC aus Manchester aber am meisten.

Max Cornelius

7. 187 Strassenbande – Meine Sprache (feat. Raf Camora)
Nachdem kritische Stimmen aus der Fanbase nach den Charterfolgen von „Palmen aus Plastik“ laut wurden, versammelte sich die 187 Strassenbande zum Ende des Jahres 2016 erneut im Studio und veröffentlichte ein Sammelsurium aus Tracks aller aktiven Mitglieder mit dem kreativen Namen „187 Allstars EP“. Die EP enthält fünf Tracks mit Features von Kontra K und Raf Camora und orientiert sich nach den sommerlichen Popausflügen erneut deutlich mehr am eigentlichen Klangbild der Crew. Einer der stärksten Tracks ist wahrscheinlich „Meine Sprache“, nicht zuletzt auch wegen des starken Parts von GZUZ. Wem der Film taugt, sollte  definitiv auch noch in „Lebenslauf“ reinhören.

8. A$AP Rocky – Bachelor ft. Lil Yachty, MadeinTYO & Offset
Auf „Cozy Tapes: Vol. 1 Friends“ gibt es für jeden etwas, denn auf das musikalische A$AP-Gang-Treffen fanden auch Parts von Szenegrößen wie Juicy Jay, Skepta oder Tyler, The Creator ihren Weg auf den Sampler. Neben dem ultrastarken „Put That On My Set“ mit Grime-Größe Skepta oder dem für A$AP Yams gewidmeten Track „Yamborghini High“, ist „Bachelor“ ebenfalls eines der vielen Highlights des Tapes. Jeder einzelne Gastpart liefert ab und für die Fans gibt’s einen Rocky in Höchstform.

Simon Huber

9. Negroman – From Uwe with love (prod. Negroman)
Auch wenn die Grundatmosphäre im Wesentlichen gleich bleibt, ist eine stetige Weiterentwicklung bei den Jungs von Sichtexot erkennbar. Nach einigen Alben mit Knowsum erschien im Dezember endlich auch ein Soloalbum von Negroman (formerly known as Loki) and überzeugt auf ganzer Strecke. „From Uwe with love“ steht stellvertretend für das Album, von dem sich einige eine Scheibe abschneiden können.

10. LGoony – Kanye West ft. Haiyti (prod. Dj Heroin & hnrk)
Wie zu erwarten liefert LGoony auf seinem neuen Album „Intergalactica“ einen Hit nach dem anderen und sorgt für einen späten Höhepunkt des vergangenen Jahres. Nicht ganz einfach, da besondere Highights ausfindig zu machen, aber „Kanye West“ besticht durch das Haiyti-Feature und den übertriebenen Beat von Dj Heroin & hnrk. Was ihr sagt, ist egal, denn ich hab‘ recht, ok.

Wanja Bierbaum

11. Run The Jewels – Down ft. Joi
Ich habe mich über das überraschende Release-Geschenkt eigentlich eher geärgert, da ich im vorweihnachtlichen Marathon mit so einigen Releases schlichtweg mit dem Hören nicht hinterhergekommen bin (sorry Little Simz etc.). Aber wird ja nicht schlecht, also alles zu seiner Zeit. Umso mehr habe ich die ersten Hörproben von RTJ genossen. Ich kann es nur wiederholen: Bisher finde ich die ersten drei Alben am besten.

12. NIKO IS – Carmen ft. Talib Kweli (prod. Thanks Joey)
Als ich NIKO IS als Support von Talib Kweli vor ein paar Jahren gesehen habe, fand ich ihn irgendwie wirr und etwas hinter dem Beat her. Und eines Tages hat es mich voll erwischt und zwar mit diesem Song – seitdem gehören NIKO IS und witzigerweise fast all seine Releases fix auf mein Phone. Und mit Thanks Joey ist ein Gott an den Produktionen geboren.

Helen Aksakalli

13. 6lack – Loyal
Mit dem Song vermittelt 6lack den Zuhörern Gedanken und Emotionen aus einer Beziehung, mit einem unloyalen Partner. Loyalität ist alles, jedoch für manche auch ein Fremdwort.

14. Remoe – Likest aber schreibt nicht
Running Gag in meinem Freundschaftskreis ist zurzeit der Song „Likest, aber schreibst nicht“. Denn alle von uns kennen eine gewisse Person, die zwar unsere Posts auf allen sozialen Medien-Kanälen liket und verfolgt, jedoch sich nicht die Mühe gibt, zu antworten oder sich gar zu melden. #TheMessageizda #machtweiterso #ichbimskeinblender

Adriana Juric

15. Hare Squead – Herside Story
Um meiner alljährlichen depressiven Winterzauberstimmung entfliehen zu können, lasse ich in meinen Gemütszustand etwas Wärme und vor allem wavy Tunes hereinspazieren. Herside Story ist dabei in meiner Liste unabdingbar, da sie abgesehen vom sommerlichen Sound auch den passenden unbeschwerten Vibe mittransportieren. Das irische HipHop-Trio Hare Squead garantiert nicht nur gute Laune zu jeder Jahreszeit, sondern bietet nebenbei noch einen innovativ-souligen Future-Bounce -Sound, der sich in der kompakten „Supernormal EP“ durchzieht. Ein Riesen-Shoutout vom Herzen an meinen Master Chief Habib Vincent, der mir den Track noch gezeigt hat, bevor ich in meine Pre-Christmas-„Michael-Bublé-Phase“ herabrutschen konnte, beziehungsweise mich der „All by myself-Bridget Jones“-Karaoke-Session hingegeben hätte.

16. TRVE HILL – QUE SE SEPA RMX
Auch ein beatreiches Jahr ging zu Ende und wenn ich auf meine tägliche Soundcloud-Playlist herabblicke, greife ich sogar nach fast elf Monaten immer wieder auf den üblichen verdächtigen Track zurück. Der „QUE SE SEPA RMX“ ist kein gewöhnlicher HipHop-Beat – so lässt sich das gute Stück auch in keine bestimmte Beatkategorie einordnen. Neben der vielen BoomBap-90er-Produktionen, die dieses Jahr meine Playlist erweitert haben, hat mich der Stuttgarter Produzent TRVE HILL mit seiner neuartigen Beat-Ader vollends in seinen Bann gezogen. Mit seiner fast schon (im positiven Sinne) ignoranten Mischvariante, zeigt er seinen Hörern immer wieder aufs Neue, dass es insbesondere im HipHop keine musikalischen Grenzen geben sollte, damit man die HipHop-Kultur auch in nächste Sphären beamen kann. „Salsa meets Bass music meets 90s-Flair“ auf einem selbstbewussten, futuristischem und vor allem einzigartigen Soundbild. Da bleibt noch eine Frage offen: „Junge, fühlst du nicht den Vibe?“

Julia Gschmeidler

17. Falco – Emotional
Und das Herz geht so lange zum Messer, bis es sticht.“ Auf seinem vierten Studioalbum von 1986 hat Falco seine emotionale Seite präsentiert und war dabei – wie auch bei seinen vorigen Werken – wieder einmal seiner Zeit voraus. Unglaublich, was dieser Musiker an Vorabeit für deutschsprachige Musik und auch Rap geleistet hat. 2016 wäre der gebürtige Wiener übrigens 60 Jahre alt geworden, in einem kürzlich erneut thematisierten Interview mit FM4 Tribe Vibes spricht Falco 1996 über „The Message“ von Grandmaster Flash, telefoniert mit Skero, lädt diesen in die DomRep ein und prophezeit Texta eine große Zukunft. Lasset das Falco-Jahr beginnen.

18. K.I.Z. – Neuruppin
Auf einem Sample der britischen 60er-Jahre-Band The Animals rappen die drei Kannibalen über ein Horror-Haus in Neuruppin, einem Ort, aus dem der Serienmörder Carl Großmann stammt. Erst vor Kurzem wiederentdeckt und seitdem auf Dauerschleife – hier passen Lyrics, Video und Technik einfach famos zusammen. „Ist ‚Neuruppin‘ also nur eine Provokation, die man achselzuckend als PR-Gag hinzunehmen hat?„, schrieb Der Stern 2008. Nein, das ist nur K.I.Z.

Thomas Kiebl

19. Council – Banannas
1998 veröffentlichte das US-Rap-Trio Council, zusammengestellt von Jay Zs Lehrmeister Jaz-O (ein begnadeter Produzent, man höre etwa Jay Zs „Rap Game/Crack Game“ oder „Lifestyle of a Ghetto Child“ von M.O.P., aber nur durchschnittlicher Rapper und unterdurchschnittlicher Geschäftsmann), ihr erstes Album „Council Era“. Die Auflage war allerdings äußerst limitiert, was in erster Linie an Problemen mit der Freigabe von Samples lag (gerüchteweise sollen sich die Kosten auf die nette Summe von 250.000 US-Dollar belaufen haben) lag. Sehr schade, da „Council Eras“ ein fabelhaftes Album ist – und „Banannas“, produziert von Jaz-O aka Big Jaz, einer der Standout-Tracks. 2002 erschien mit „Kings Kounty“ noch ein weiteres Album mit Council-Beteiligung – wobei das Trio mittlerweile zu einer elfköpfigen Crew avancierte und fortan unter dem Namen Jaz-O & The Immobilaire firmierte. Nach „Kings County“ und Streitigkeiten mit  Jaz-O, der zeitgleich eine Fehde mit Jay Z führte, löste sich die Crew auf.

20. Run The Jewels – Panther Like a Panther (Miracle Mix Edit) ft. Trina
Einen Track aus dem famosen neuen Album von Run The Jewels auszuwählen, ist wirklich eine schwierige Aufgabe. Ich habe mich schließlich für „Panther Like a Panther“ (Mirakel-Mix-Edit) entschieden. Starke Parts, treibender Beat und zum Drüberstreuen etwas Trina in der Hook sind nämlich nicht die schlechtesten Zutaten für einen guten Song.

Valentin Gatol

21. Prinz Pi – Sneakerkings 3
Wenn man in Wien über Sneaker spricht, kommt man nicht an den selbst ernannten „Sneakerkings“ vorbei. Dreimal wurde das Thema schon in variierenden Formationen bearbeitet, der Remix des dritten Teils beinhaltet auch ein Feature vom Wiener Urgestein Kamp. Der rappende Sneakerverkäufer hat übrigens für 2017 sein Comeback-Album angekündigt.

22. Mac Miller – Nikes On My Feet
Geht es um Nikes, liefert Mac Miller viel Material. Ob man den Kerl nun mag oder nicht – er ist einer der aktuellen Rapper, der dieses Thema schon vor Jahren aufgegriffen hat.

Additional text by Wanja Bierbaum // Cover artwork by Marlene Rosenthal
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