The Message Mixtape #12 “La Bomba” (Special Guest: Jugo Ürdens)

Wir beschäftigen uns ja doch recht viel mit Musik bei The Message. Deswegen haben wir uns überlegt, gelegentlich ein digitales Mixtape für euch zu erstellen. Einige Redaktionsmitglieder tragen mit zwei Songs dazu bei, dass das Tape ein ordentliches Brett mit ganz unterschiedlichen Perlen wird. Warum wir die Tracks so wavy finden, begründen wir mit ein, zwei Sätzen.

SPECIAL GUEST: Jugo Ürdens

jugo ürdens

(c) Echtfleisch

Der gebürtige Mazedonier Jugo Ürdens hat sich heuer mit der “Ajde“-EP zum ersten Mal solo auf der Bildfläche blicken lassen. Davor noch mit der Crew Sprachsex unterwegs, kann er nur nach einigen Monaten schon über 20.000 YouTube-Aufrufe verzeichnen, wurde von FM4 und der Heute interviewt und erfreut sich mehr Medien-Coverage als man den Likes seiner Facebook-Seite entnehmen kann. Seine “Diesdas”-EP ist schon in der Mache.

THE MESSAGE MIXTAPE #12 – “LA BOMBA”

mixtape la bomba jugo ürdens

Artwork by Marlene Rosenthal

Tracklist:

1. Jugo Ürdens – Lass dich fallen (prod. jue)
2. Princess Nokia – Tomboy
3. Ahzumjot & Lance Butters – Respekt (prod. Ahzumjot)
4. Young Krillin & Aloof: Slangin – Skwad ft. Pif Paf (prod. Wandl)
5. T9 – Tiff (prod. Torky Tork)
6. $uicideboy$ – My Flaws Burn Through My Skin Like Demonic Flames From Hell
7. Nirvana – Something In The Way
8. Danny Brown – Pneumonia (prod. Evian Christ)
9. Blue Sky Black Death – III
10. Bo$$ – Deeper
11. Gang Starr – Battle (prod. DJ Premier)
12. Army Of Pharaohs – Seven (Ill Bill & Sicknature)
13. Wolfgang Ambros – Du schwarzer Afghane
14. Harrison Brome – Fill Your Brains
15. Mista Meta – M.E.T.A.
16. Isaiah Rashad – 4r Da Squaw (prod. FrancisGotHeat)
17. Lady Wray  – Do It Again
18. Semi Hendrix – Breakfast at Banksy’s
19. Mac Miller – Planet God Damn ft. Njomza
20. Isaiah Rashad – Park (prod. Park Ave & D. Sanders)
21. Nimo – Bitter (prod. Jimmy Torrio)
22. Azet, Zuna & Nash – Kartell (prod. DJ A-BOOM)
23. Noname – Diddy Bop (ft. Raury & Cam O’bi)
24. Solange – Don’t Touch My Hair
25. $uicideboy$ – O PANA
26. Kamikazes – Grandhotel Abgrund

Jugo Ürdens

1. Jugo Ürdens – Lass dich fallen (pord. jue)
Entspringt einer wahren Geschichte. Es handelt von der Nacht, als ich meine damalige Freundin zum ersten Mal in den Arsch gef*ckt habe. Es war sehr schön und tatsächlich sehr romantisch.  Olivenöl

2. Princess Nokia – Tomboy
Ich höre diesen Song ununterbrochen! “my lil titties and my fat belly” !!! Und diese Motorradsounds im Beat, Wahnsinn! Den Song hat mir ein sehr schriller Stylist gezeigt s/o an Fabian Leinweber.

Simon Huber

3. Ahzumjot & Lance Butters – Respekt (prod. Ahzumjot)
Bis dato hat mich das musikalische Schaffen beider Protagonisten vergleichsweise wenig interessiert, die EP habe ich mir aber mehr oder weniger zufällig für eine längere Zugfahrt runtergeladen. Dementsprechend ging ich mit keinen Erwartungen an das Projekt, wurde jedoch vollends überzeugt. Authentische Szene- und Medienkritik gepaart mit unglaublichen Rapskills, für mich eines der Releases des Jahres.

4. Young Krillin & Aloof: Slangin – Skwad ft. Pif Paf (prod. Wandl)
Salamanderschnops” tritt in eine ähnliche Kerbe – anfänglich nur mäßig vorhandenes Interesse führte zu stundenlangem Hören zu jeder Tages- und Nachtzeit. Zu viele starke Tracks drauf, most underrated ist vermutlich “Skwad” mit Pif Paf, der mich jedes Mal wieder abholt und drölfzig mal auf Repeat läuft, wenn man morgens zu unchristlichen Uhrzeiten irgendwelche unchristlichen Sachen zu erledigen hat.

Wanja Bierbaum

5. T9 – Tiff (prod. Torky Tork)
T9 haben viel zu lange an mir vorbei Musik gemacht, bzw. ich habe an ihnen vorbeigehört. Das hat jetzt ein Ende. Die Albencovers sind auch ganz groß!

6. $uicideboy$ – My Flaws Burn Through My Skin Like Demonic Flames From Hell
Ich bin in etwa 2014 auf die Boys aufmerksam geworden und schon damals haben die beiden ausnahmslos geilen Scheiß releast – und das laufend. Man sieht, dass sich ihre Mühen bezahlt machen, denn nach einer enormen Anzahl an EPs und Alben werden die $uicideboy$ endlich für ihren sicken Sound auf Händen getragen und haben sogar ihren Mentor Pouya an Bekanntheit überholt.
Thomas Kiebl

7. Nirvana – Something In The Way
„Smells Like Teen Spirit“ wurde vor wenigen Wochen 25 Jahre alt. „Hello, hello, hello, how low“ will man da nur sagen. Mein Lieblingstrack von Nirvana ist trotzdem „Something in the Way“, stimmungstechnisch sehr passend zur Jahreszeit. Und um den Bogen zur Gegenwart zu spannen: Die neuen Alben von Nicolas Jaar („Sirens“), Oathbreaker („Rheia“) und True Widow („Avvolgere“) sind äußerst empfehlenswerte Herbstalben. Aber muss jeder selber wissen.

8. Danny Brown – Pneumonia
Falls Schatzi Kendrick Lamar (Untitled Unmastered zählt nicht) dieses Jahr nichts mehr veröffentlicht, geht die Krone fürs Rapalbum des Jahres wohl nach Detroit (die Konkurrenz war dieses Jahr bislang auch sehr überschaubar). „Atrocity Exhibition“ mit Joy-Division-Referenz im Albumtitel ist schlichtweg eine Oase in einer Wüste aus Belanglosigkeiten. Wegen der formidablen Nine-Inch-Nails-Vibes wollte ich eigentlich den Opener „Downward Spiral“ auswählen, entschied mich dann aber doch für „Pneumonia“. Weil Evian Christ einfach einen verdammt guten Job macht. Und weil Danny Brown so schöne Sachen wie Balmain und Rick Owens erwähnt.

Simon Nowak

9. Blue Sky Black Death – III
Seit einigen Jahren überzeugen Young God und 88Ultra als Blue Sky Black Death mit atmosphärischen, ziemlich verträumten Instrumentals. Nach dem 2013 erschienenen Album “Glaciers” wurde es allerdings ruhig um das Produzentenduo. Die beiden widmen sich derzeit besonders eigenen Projekten, auf die ich leider erst vor ein paar Tagen gestoßen bin. Zum Frustabbau höre ich jetzt noch einmal die älteren BSBD-Releases durch – aktuell die brilliante Nummer “III” von “Glaciers”.

10. Bo$$ – Deeper
Vor Kurzem habe ich über eine Youtube-Playlist mit Bo$$ eine irrsinnig raue, grantige Rapperin entdeckt. Die Tracks ihres einzigen Albums “Born Gangstaz”, das 1993 erschienen ist, überzeugen mit extrem harten Bars. Auf „Deeper“ kotzt sich die Detroiterin über persönliche Probleme aus und offenbart für den Umgang damit eher suboptimale Strategien. Straight Fire!

Moritz Nachtschatt

11. Gang Starr – Battle
Samples sind meistens nicht sehr erfolgreich und meiner Meinung nach noch seltener besser als das Original, “Battle” ist hier definitiv eine Ausnahme. Das Sample von Elmer Bernsteins “Riot at Tyburn” wurde sofort zum Hit und ist es in meinen Augen bis heute. Da dürfen auch die Lyrics etwas arrogant sein.

12. Army Of Pharaohs – Seven
Der Track stammt nicht mehr von der Original-Besetzung, sondern von einer komplett neu besetzten Gruppe, die lediglich den Namen beibehalten hat. Die Crew besteht bis heute hauptsächlich aus verschiedenen Underground-Gruppen und konnte so zum Glück den Stil aus den Gründungstagen beibehalten.

Julia Gschmeidler

13. Wolfgang Ambros – Du schwarzer Afghane
Der politisch wahrscheinlich nicht ganz korrekte Begriff für vieler Menschen Lieblingskraut wird von einem jungen Ambros auf eine derart schräge und mit Wortwitz verpackte Art besungen, dass man direkt ins morbide und Heroin-geschwängerte Wien der 70er-Jahre zurückversetzt werden möchte. Kein Wunder, dass Michael Ostrowski für die Vollendung von Michael Glawoggers “Sex, Drugs & Rock’n’Roll”-Trilogie, “Hotel Rock’n’Roll”, diesen Klassiker auf den Soundtrack gepackt hat. Überhaupt ein starker Soundtrack, auf dem unter anderem der Wiener Avant-HiphHop-Electronic-Musiker Koenig mit mehreren Songs vertrten ist. Hörenswert!

14. Harrison Brome – Fill Your Brains
Das veröffentlichte Material des 20-jährigen Kanadiers kann man an zwei Händen abzählen. Umso erstaunlicher, dass jeder einzelne Track davon ein Hit ist. Mehr braucht man dazu auch gar nicht zu sagen, lieber die EP sprechen lassen.

Heinrich Matis

15. Mista Meta – M.E.T.A.
CHB  eine Squad zum Verlieben. Mista Meta aus Westberlin legt sich ins Zeug auf den Beat des Non Phixion Klassikers “Four W’s”, der bald auch schon 20 Jahre alt ist. Liebe deutsche Rapper, man kann sich dem jungen Herrn nur anschließen eure Mütter wären froh, würdet ihr endlich (so et-) was machen.

16. Isaiah Rashad – 4r Da Squaw (prod. FrancisGotHeat)
Isaiah Rashad zeigt, dass man als Rapper von der Westküste nicht dazu verpflichtet ist, mit dicken Klunkern und Luxuskarrossen aufzuwarten. Zaywop bleibt in der Realität, während er in Sandalen am Pier entlangschlendert you ain’t nothing but a baby, your fear is growing up.

Daniel Shaked

17. Lady Wray – Do It Again
Don’t call it a comeback oder so ähnlich könnte man ihre Karriere nennen. Die eine Stimme des Lady-Duos geht auf Big Crown Records nun Solo-Wege und das mit Bravour! Ein weiteres Release auf dem neuen New Yorker Label, hinter dem El Michels und Danny Akalepse stehen. Und diese stehen eben für reine Qualität und keinen Bullshit.

18. Semi Hendrix – Breakfast at Banksy’s 
Audrey Hepburns Moon River trifft auf auf Funk und Wortwitz. Alleine der Titel gehört prämiert. Diese Kollabo von Ras Kass mit dem Grammy-nomminierten Produzenten Jack Splash auf Mello Music besticht nicht nur durch funky Samples und die souligen Vocals von Spalsh, sondern smarten, sozialkritischen Raps des kalifornischen Rap-Urgesteins. Leider erhielt das Release viel zu wenig Aufmerksamkeit.

Jérémie Machto 

19. Mac Miller – Planet God Damn ft. Njomza
Kaum ein Album habe ich die vergangenen Wochen so viel gehört wie “The Divine Feminine” von Mac Miller. Der wohl beste Track daraus ist “Planet God Gamn”: Die zweite Strophe ist die beste des Albums und Njomzas Stimme ist einfach nur atemberaubend!

20. Isaiah Rashad – Park (prod. Park Ave & D. Sanders)
Auch die neue Platte von Isaiah Rashad lief bei mir auf Dauerschleife. Bei den großteils nachdenklichen und ruhigen Tracks sorgt “Park” für gelungene Abwechslung und dieser Beeeeaaat … vor allem der Drop bei 1:55 absoluter Turn-up!

Helen Aksakalli

21. Nimo – Bitter (prod. Jimmy Torrio)
„Deux deux neuf ma ville“ Dass Nimo einer meiner Favoriten ist, weiß mittlerweile die halbe Welt und am meisten leidet edhardygirl14 unter meinen Fangirl-Aktionen. Auch nach dem „Ja man habebeeee“-Tourdate für Wien wird das Mixtape noch einmal durchgepumpt.

22. Azet, Zuna & Nash – Kartell (prod. DJ A-BOOM)
„KMN ist die Gang, choya“ – Zuna, Nash und Azet konnten mich mit ihrer bisherigen Arbeit nur begeistern und mit dem Freetrack „Kartell“ schaffen sie es sogar, Fetty Wap am Morgen zu ersetzen – der beste Wecker-Sound aller Zeiten.

Marlene Rosenthal

23. Noname – Diddy Bop (ft. Raury & Cam O’bi)
Nonames erstes eigenes Mixtape “Telefone” hat mir gänzlich den Spätsommer versüßt. Mysteriös blieb, wie man als Newcomerin aus dem Nichts so eine solide Scheibe raushauen kann  vor Kurzem habe ich dann aber endlich mal gegoogelt und herausgefunden, dass sich hinter Noname ehemals No Name Gypsy verbirgt, die schon von Mick Jenkins und Chance the Rapper gefeatured wurde. Auf Twitter hat sie ihre Namensüberholung erklärt: “When I first decided what my stage name would be I was unaware of how racially inappropriate and offensive it was to Romani people.” Das nenne ich mal einen anständigen Neuanfang.

24. Solange – Don’t Touch My Hair
Mit ihrem Ohrwurm “Losing You” und dem dazugehörigen Video hat mich Solange erstmals als ernstzunehmende Solokünsterlin überzeugt. Das war allerdings 2013. Jetzt hat sie endlich mit ihrem neuen Album “A Seat at the Table” nachgelegt und wieder bewiesen, dass sie sich kein Stück hinter ihrer berühmten älteren Schwester verstecken muss. Bitte auch das Video zu “Cranes” anschauen, sehr viel schöner kann ein Musikvideo kaum sein.

Max Cornelius

25. $uicideboy$ – O PANA
Die $uicideboy$ stehen für mehr als nur kranke Beats und ihren unverkennbar markanten Stimmeinsatz. Thematisch wagen sich $crim und Ruby in die dunkelsten Ecken der menschlichen Existenz vor, indem sie Mordfantasien, Suizid und Suchtprobleme als ihre Thematiken an die Oberfläche brachten und so eine sehr eingeschworene Hörerschaft um sich herum gruppierten. O Pana!

26. Kamikazes – Grandhotel Abgrund
„Versteh mich nicht falsch, aber versteh uns niemals richtig“. Die Kamikaze-Brüder versorgen den Zuhörer neben interpretationsoffenen Texten auch mit charakteristischen Instrumentals zu ihren Werken. Ihre musikalische Autonomie gleicht einem akustischen Gemälde, für den Zuhörer faszinierend und beängstigend echt zugleich.

Additional text by Wanja Bierbaum // Cover artwork by Marlene Rosenthal
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