SiR teilt “Her Too” & bringt Verstärkung mit // Video + EP

SiR

Gibt sich gerne unscharf: SiR

Der Gesang hat schon längst seinen Einzug in die moderne HipHop-Landschaft vollzogen, dennoch wirkt es, als hätte das Jahr 2017 einen weiteren Twist hin in diese Richtung gebracht. Es scheint, als sei der G-Funk der frühen 90er-Jahre in Gestalt des G-Soul wiedergeboren und nun auf der Suche nach seinem neuen Nate Dogg. Einer der fähigsten Anwärter ist Top Dawg Entertainments neuer Signee SiR. Erst vergangenen Monat setze er mit der Single “W$ Boi” und der Bekanntgabe seiner Einberufung ins TDE-Aufgebot rund um Kendrick Lamar ein gehöriges Ausrufezeichen. Wer als Kind im Gospelchor großwurde und den ehemaligen Prince-Gitarristen Andrew Gouache als seinen Onkel bezeichnen kann, dem ist das Musikbusiness schon von Anfang an in die Wiege gelegt. Dennoch entschied sich SiR zunächst, einen anderen Weg zu einzuschlagen.

Als jüngster Spross seiner Familie zog SiR den Basketballplatz der Musik vor, sein Traum, dadurch den Sprung ins College zu schaffen, endete abrupt damit, nicht über die Grenze der 1,80-Meter-Marke hinauswachsen zu können  Jintropin und Eposin wären hier vielleicht die Lösung gewesen, aber wer nicht gerade einen olympischen Langstreckenrekord im Schwimmen aufstellen möchte, dem sei vom Einsatz solcher Mittelchen strengstens abzuraten. Nach fünf Jahren des Struggles musste SiR schlussendlich ins Elternhaus zurückziehen, um sein Leben wieder in den Griff zu bekommen. Seine älteren Brüder brachten den verlorenen Jüngsten wieder zur Musik und so ist es seit jeher geblieben.

Im Business kennt man SiR schon länger, hat er doch schon mit Namen wie Tyrese, Jill Scott oder Anita Hill als Engineer und Songwriter zusammengearbeitet. Richtig ernst wurde es für ihn aber erst, als er nicht mehr wusste, was er mit der angehäuften Menge an musikalischen Material machen sollte und sein erstes Mixtape “Seven Sundays” auf Soundcloud stellte. Das Mixtape wurde innerhalb von zwei Monaten über eine Million Mal gehört. Diese öffentliche Akzeptanz war wie ein Wachruf für den Sänger aus Inglewood und der letzte Push, den er noch brauchte, um sich voll und ganz seiner Berufung zu widmen.

Wenige Monate später kam, nach kurzen Zwischenstopp beim kleinen Independent Label Fresh Selects, der Anruf von TDE Chief Executive Officer Anthony “Top Dawg” Tiffith, dieser Anruf führte zur Zusammenarbeit mit Jay Rock für dessen Album “90059”. SiR bewährte sich im Studio und empfahl sich so für höhere Aufgaben. Als Anthony Trifft mit dem Statement “Oh I’ve got two John Doe’s” an die Öffentlichkeit herantrat, war der Deal mit TDE besiegelt. Lange Zeit gab es ein großes Rätselraten um die Identität der beiden John Doe’s, heute wissen wir, es handelt sich neben SiR um Lance Skiiiwalker, der auch von TDE unter Vertrag genommen wurde.

Das Video zu “All In My Head” scheint eine Zugabe SiRs zu sein, denn obwohl der Track am selben Tag wie seine neue EP “Her Too” auf YouTube droppte, sucht man ihn darauf vergebens. Die Kollaboration mit Anderson .Paak und King Mez zum Intro-Song der EP entschädigt uns dafür ausreichend, auch wenn man nach den ersten Takten glaubt, ein Remake von Drakes “With You” zu hören. Insgesamt wirkt das Intro auch eher wie ein Fremdkörper im Gesamtgefüge der ansonsten sehr soulig angelegten EP. Mit seinem Nachfolger zu “Her” stellt SiR sein Können eindrucksvoll zu Gehör und liefert den Beweis, dass er zu Recht von Top Dawg Entertainment unter Vertrag genommen wurde.

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