Seeed-Konzert: Altbewährtes zahlt sich (doch) aus

Seeed hat sich in der Musiklandschaft wieder hervorgereiht. Berlins (jugendliche) Tugendhaftigenkeiten, falls man so etwas überhaupt definieren kann – konzentriert auf einer Bühne, verpackt in eine klangvolle, stimmenstarke Show. Das ist Seeed auch 2012. Musikalisch, Live und verschieden Vorgesungen: Hip-Hop, Dancehalltracks, Reggaemusik der Moderne und dazwischen Popmusik für die kommerziellen Musikstationen.

Foto Credits: Toumaj Khakpour

Dabei hat sich die Band im Vergleich zur Vergangheit, immerhin sind sechs Jahre verstrichen, inhaltlich-stilistisch wenig verändert. Und trotzdem hat es funktioniert. Vielleicht auch ein Beweis dafür, dass altbewährte Muster in der Musik durchaus gute Chancen, auf dem sich stets verändernden Musikmarkt haben, wenn sie zeitlos genug sind. Das ist bei Seeed nach wie vor der Fall. Hinzu kam die modische Note, elegant; auch wie früher mit Hut, Krawatte und Hemd. Ein singendes “swingen” zu den Beats durch und durch.

Der rote Faden des Konzerts wurde vor allem durch Reggaebeats – dass Publikum schien daran großen Gefallen gefunden zu haben – geprägt und so achteten nur die wenigsten auf die Bühnenperfomance an sich. Was im übrigen Schade war. Viel Tanz passierte vor allem im Stehbereich und teilweise auch auf den Rängen. Bei Einlagen wie “Alles Neu”, “Schüttel deinen Speck” oder “Ding” war die Ausgelassenheit wohl an ihrem Höhepunkt angelangt.

Peter Fox, prominentester und wohl auch stimmenstärkster Vertreter der Formation, verstand es sich in die Gruppe einzufügen, seine Solo-Tracks, die über Ländergrenzen hinaus feierlich zelebriert werden, fügten sich nahtlos in die Gesamtchoreographie der Gruppe ein. So bemerkte man kaum musikalische Unterschiede zwischen Fox und seinen Bühnenpartnern Dellé und Boundzound.

In den letzten 13 Jahren hat die Band viele bekannte Tracks erfolgreich auf den Markt bringen können. Seeed ist und bleibt eine bemerkenswerte deutschsprachige Konstante mit all dem, was dazu gehört. Bodenständigkeit, Respekt und Humor ganzheitlich abgestimmt. Eine Live-Band mit einer besonderen Beziehung zu seinem Publikum. Vor diesem Hintergrund sollte nicht unerwähnt bleiben, dass es fast eine Dreiviertelstunde dauerte bis Seeed mit ihrer Zugabe fertig waren. “Ich bin die Abrissbirne für die österreichische Seele”, ließ Peter Fox dann nochmal verkünden, wohl ganz im Sinne der Fans. (TK)

Deine Message dazu: