“Rock me, Amadeus!” – R.A. The Rugged Man, AFRO, Mr.Green Live

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R.A. The Rugged Man ist ohne Zweifel einer der besten Live-MCs – er gehört nicht nur zur alten Garde, sondern auch zur neuen. Bei ihm sind umfassende Stimmungsexzesse vorprogrammiert. Auch bei seinem letzten Besuch vor knapp zwei Jahren stellte er dies eindrucksvoll unter Beweis. Zwar nicht mit einem neuen Album, aber mit seinem mittlerweile schon weitreichend bekannten Schützling A-F-R-O im Gepäck, zerlegte er diesmal die Grelle Forelle im Zuge einer ausgiebigen Europatournee.

Mit dabei auch einer seiner Produzenten Mr. Green (u. a. bekannt für Beats wie „Design in Malice“). Letzterer beginnt den Abend mit einigen seiner bekanntesten Produktionen für Jedi Mind Tricks oder Sean Price. Auch ein Track aus seiner beliebten Live From The Streets-Serie, in der er auf der Straße willkürlich Geräusche und Gesang samplt, gibt er zum Besten. Nach eigener Aussage hätte er auch gerne eine Episode in Wien gedreht.

Mit sechs Stunden ist der Aufenthalt der Künstler leider recht begrenzt. Und es dauert nicht lange, bis das „Wunderkind“ A-F-R-O aka All Flows Reach Out die Bühne und das Publikum mit seinen umwerfenden Flows und seiner charismatischen, fast schüchternen Präsenz vereinnahmt. Er präsentiert sympathisch zurückhaltend eine Handvoll Tracks von seinem letzten Mixtape. Auf Vorgeschmäcker zum neuen Release wartet man vergeblichst – ein Album mit DJ Premier soll in Arbeit sein. Nach nur fünf Nummern, einer Beatbox und Freestyle-Einlage (er ist ja bekanntlich ein begnadeter Freestyler und wird das im Laufe des Abends auch nochmal unter Beweis stellen) ist auch für ihn sein erster Wien-Auftritt vorbei.

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Ohne lang auf sich warten zu lassen erstürmt R.A. die Bühne. Wir werden Zeugen eines klassischen Bilderbuch-Auftritts des Rugged Man – ein Spaziergang durch die Crowd, Girls auf der Bühne und letztendlich alle auf der Bühne. Die Präsenz des Wortkünstlers ist einnehmend wie gewohnt und wir werden Teil einer fantastischen Show, bei der nicht nur R.A. im Rampenlichts steht, sondern Mr. Green sowie A-F-R-O immer wieder miteingebunden werden. Für A-F-R-Os legendäre Freestyle-Einlage wurden Dinge aus dem Publikum gesammelt, die er dann auf unglaubliche Weise in seinen Freestyle einbindet. Das muss man einfach mit eigenen Augen gesehen haben, wie der große Kerl aus allem und jedem ein paar Verse bastelt. Beim Thema Freestyle darf eine junge Dame aus dem Publikum ihre Künste auf R.A.s Bühne unter Beweis stellen – überraschend gut (auch wenn wir uns nicht sicher sind, ob es ihr eigener Text war) – worauf sie sprichwörtlich vom Meister mit Duck-Tape gefesselt wird. Die beiden hatten sicher einen schönen Abend.

Was vom Abend bleibt, ist ein fantastisches HipHop-Konzert, das im Schein der goldenen 90er stand. Mehr Liebe als ein Falco-Shirt zu tragen, hätte er Wien auch nicht zeigen können. Und auch wenn R.A. das Mikro manchmal zum Quietschen gebracht hat, war dies kein Minuspunkt für den Sound, der wie meist in der Forelle gewohnt gut war. Die Show hatte Hochs und Tiefs, genau wie lustige und weirde Momente – aber damit sollte man rechnen bei einem R.A. The Fucking Rugged Man Konzert. Ach, und: EVERY RECORD LABEL SUCKS DICK!

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(Text: Jeremie Machto & edHardygirl14 / Fotos by Gregor Krassnig)

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