Rae Sremmurd live: No Flex Zone im Flex

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Setzt euch die Snapback auf und zupft das Bandana zurecht – denn Rae Sremmurd ist in der Stadt. Das Duo sorgt im Vorfeld der Veranstaltung für einen enormen Andrang, scheinbar trafen die Brüder mit ihrem bislang größten Hit ‚No Type‘ auch in Wien den Nerv der Zeit.

Text: Heinrich Matis & Helen Aksakalli
Fotos: Moritz Emil Nachtschatt

Es ist kurz vor 19 Uhr. Das Flex-Cafe wird von den wartenden Gästen kurzerhand zur Wartehalle umfuktioniert – aufgeregt, nervös, aber doch brav in Zweierreihen aufgestellt warten die Gäste auf den Einlass. Als es dann so weit ist, stürmen die Jüngeren vorne weg, um sich einen Stehplatz in der ersten Reihe zu sichern. Nicht nur der Altersdurchschnitt macht den Anschein, als würden sich unter der Menge Fans befinden, die heute Abend ihre erste Konzerterfahrung machen werden.

Den Beginn macht der K BLVCK CLAN. Das Trio ist bemüht, die Fans mit einer energiegeladenen Performance auf Trap-Beats aus dem Lazy-Sunday-Vibe zu holen. Bei kleineren Gruppen innerhalb der Crowd scheint ihr Rezept schneller aufzugehen, die Menge wartet jedoch noch ab. Währenddessen füllt sich der Club vollständig, nach dem Support-Act ist aber erstmal gebanntes Warten zu den YouTube-Skills des Tontechnikers angesagt. Nach einer etwas längeren Pause, in welcher man endlich mal wieder die Gelegenheit hat, in Ruhe ein paar Selfies auf die Snapchat-Geschichte zu posten, haut der Tour-DJ ein paar Tracks raus. Was den Leuten natürlich direkt sympathisch ist, ist sein Alaba-Trikot – später sollte sich dann auch noch klären, woher der DJ und Slim Jimmy die FC Bayern-Garderobe hatten.

In dem Moment, in dem Rae Sremmurd die Bühne betreten, merkt man jedenfalls eines: Offenbar haben sich alle die Energie für den Hauptact aufgehoben. Simon says: Light it up and drink a shot. – Khalif und Aaquil wissen, wie man eine Party schmeißt: Champagne Showers, Crowdsurfing und Partymucke. Nicht nur wenn Simon etwas sagt, sondern auch die Aufforderungen von Rae Sremmurd werden konsequent von der Crowd durchgezogen. Die Beats bringen die Masse zum Beben. Ein paar der weiblichen Gästen haben Schwierigkeiten, die Fassung zu bewahren, als die Brüder sich von ihren Shirts verabschieden. Das Duo performt auch den ein oder anderen Track anderer Künstler, auf dem sie ‚nur‘ als Feature gastierten. Verständlich, zumal ihr eigenes Repertoire ja bisher auf das Debütalbum ‚Sremmlife‘ beschränkt ist. Zwischen den Nummern gibt Swae Lee bekannt, dass heute Abend ein guter Freund mit am Start sei – auf einmal steht David Alaba auf der Bühne und grüßt schüchtern die Menge – wonach auch das FC Bayern-Dress der Künstler auf der Bühne Sinn macht.

Als krönenden Abschluss haben die beiden auf das beliebteste Lied gesetzt, worauf jeder schon sehnsüchtig wartete – ‚No Type’. Zugabe gab es keine, Rae Sremmurd beteuerten, dass sie leider nicht mehr länger bleiben können. Slim Jimmy kam jedoch ein paar Minuten nach Ende des Konzerts noch einmal zurück auf die Bühne, um seine Jordans in die Menge zu werfen. Keine Ahnung, ob die bereits getragen waren. Möglicherweise sind die beiden Jungs aus Atlanta nicht jedermanns Sache: Nach komplexen Lyrics und Flowswitches sucht man vergeblich. Rae Sremmurd stehen für Sing-Along-Hooks über funktionale 808-Beats. Doch das tut dem Ganzen keinen Abbruch, die junge Crowd macht einen zufriedenen Eindruck. Ein Mädl brachte es nach dem Konzert recht treffend auf den Punkt: „Das war wie Mixwoch im Vie I Pee, aber live“.

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