Schwitzen im Flex // Olexesh Live

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Olexesh zwischen Spielautomaten im Wiener Flex.

Es ist ein Dienstagabend und Olexesh inklusive 385i-Mitglieder gastieren im winterlichen Wien im Rahmen seiner „Makadam Tour“. Bereits 2015 stattete der Darmstädter mit ukrainischen Wurzeln während der „Straßencocktailtour“ der österreichischen Hauptstadt einen Besuch ab und arbeitete währenddessen fleißig an seinem musikalischem Output. Damals trafen wir uns mit ihm im Studio von Fid Mella und haben uns mit ihm unterhalten. Das zugehörige Interview findet ihr hier.

Knapp eine Stunde nach Einlassbeginn füllt sich das nicht ausverkaufte Flex immer weiter, bis die beiden 385i-Signings Ramazan und Ajé die Bühne betreten. Zu Liedern wie „S auf der Brust“ oder 
„Augen und Ohren“ heizen die beiden die Crowd kontinuierlich ein und bereiten diese thematisch auf den weiteren Verlauf des Abends vor.

 Nach einer Handvoll Lieder verabschiedet sich das ungleiche Duo, während der DJ hinter dem Mischpult bleibt und das altbekannte „Macht-Mal-Lärm-Spiel“ mit dem Publikum spielt.

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Ajé und Ramazan (hier Ajé) stärken Olexesh als Vorgruppe den Rücken.

Es ist mittlerweile halb neun, das Bühnenbild in Form von zwei Spielautomaten leuchtet bunt und Olexesh betritt die Bühne. Die Eröffnung der Show startet direkt sehr wuchtig und Olexesh spielt mit „64 Kammern“ den Introsong seines aktuellen Albums „Makadam“. Mit ordentlich Druck in der Stimme hält er die Taktung seiner Tracks stets hoch, lässt sich anfangs wenig Zeit für längere Ansprachen zwischen den Songs und dem Publikum keinerlei Verschnaufpause. Es folgen mit „Buyaka“, „Russki Kanak“ und „Weyauu“ weitere Highlights aus dem neuesten Release.

Natürlich darf bei jeder Straßenrapshow auch das politische Statement mit den dazugehörigen Ansagen nicht fehlen: „Was haltet ihr von diesen ganzen Präsidentenschweinen, die uns sagen, wie wir zu leben haben?“ fragt Olexesh die Crowd – kurz darauf erhellen „Fuck Donald Trump“-Sprechchöre den Saal – scheinbar hat die Polizei nun einen nicht zu unterschätzenden Konkurrenten im Wettstreit um die Pole-Position als Hassobjekt deutschsprachiger Rapper. Thematisch folgerichtig ertönen die ersten Klänge des Liedes „Hallo Mister President“, welches OL in voller Länge performt.

 Auch danach bemüht sich Olexesh weiterhin um ein aktives Einbinden des Publikums und so lädt er nach „Krakadil“ einen Fan aus dem Publikum auf einen Kurzen ein. Selbstverständlich gibt es Wodka ein Spiel mit Stereotypen ist ein essenzieller Baustein erfolgreicher Imagepflege.

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Auch bei den weiteren Überleitungen und Anmoderationen zeigt sich der Darmstädter stets kreativ. Auf die Frage, wer heute schwarz zum Konzert gefahren ist, folgt „Schwarzfahrn“ und nach dem Verteilen von Handtüchern gibt es „Schwitze im Bugatti“. 

„Wer von euch hatte schon einmal eine Arschkontrolle?“ Okay, Spiel verstanden, der nächste Song lässt sich leicht erraten. Im Anschluss folgen die obligatorischen „Fick Die Polizei“-Sprechchöre, wie hätte man die vergessen können? 

Kurz vor Ende der Show holt OL seine beiden 385i-Bratans Ajé und Ramazan erneut auf die Bühne und feiert mit ihnen eine kleine „Hausparty“.

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Für den letzten Song begibt sich Olexesh zu den Requisiten des Bühnenbildes und hält einen kleinen Vortrag über Spielsucht und finanzielle Probleme im Rahmen seines Liedes „Avtomat“. Im Anschluss verabschiedet er sich mitsamt seiner Entourage vom Publikum, das natürlich noch auf dieses eine Lied wartet. Die Rufe nach einer Zugabe werden lauter, die Lichter färben sich lila und der unfassbare Beat von „Purple Haze“ erklingt. An vielerlei Orten im Publikum werden Zigaretten und Joints angezündet, was leider mit Ermahnungen und Aufforderungen, dies zu unterlassen, von den Securitys quittiert wird.


 Kurz nach dem Ende der Show fordert Olexesh, der mittlerweile im Unterhemd auf der Bühne steht, seine Fans zum Bleiben auf, schließlich gibt es ja noch Fotos und Unterschriften am Merchandisestand.

Fazit: Olexesh und seine Entourage lieferten ein grundsolides Tourkonzert ab und schafften es, das Publikum angemessen zu unterhalten. Leider belief sich die Stagetime auf nur ein bisschen mehr als eine Stunde, die es dennoch in sich hatte. Manches Fanherz hätte sich da vielleicht ein wenig mehr gewünscht.

Text: Maximilian Cornelius
Fotos: Helen Aksakalli

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