Mostbeatz Open Air 2013 Nachbericht

Es war allerhöchste Zeit zum Mostbeatz nach Weistrach ins Mostviertel zu reisen. Schließlich handelte es sich dabei um die bereits fünfte Auflage des HipHop und Reggae Open Airs mit ziemlich namhaftem Line Up rund um Umse, Demolux, Monobrother & Co. Es sollte auch besser werden als erwartet…

Eine relativ kleine Bühne im Freien, Heurigenbänke und paar Couches, ein Gasthaus, eine zu bemalende Garage und sehr viel Natur rundum, bildeten das Ambiente von Mostbeatz. Vor allem gegen Anfang herrschte eine überaus entspannte Atmosphäre, die ein wenig an einen Heurigen erinnerte, garniert mit ein paar Sprühern und HipHop aus den Boxen.

Dass jemand vor sechs Jahren in einem überaus ÖVP-dominierten Ort ein in Anspielung an BDP benanntes HipHop und Reggae Lokal (Boogie Down Pub) eröffnet hat, erscheint bereits erstaunlich. Dass dieses Lokal 2007-2012 auch noch dazu gut gelaufen sein dürfte und sich daraus mit dem Mostbeatz Open Air, das wenn nicht erfolgreichste, so zumindest beständigste österreichische HipHop Festival entwickelte, erscheint umso erstaunlicher. Weniger erstaunlich erscheint hingegen, dass dies bisher vom ORF unbemerkt geblieben ist und man sich dafür lieber lang und breit deutschen Skandalrappern widmet. Manuel Hochsteger, dem Hauptorganisator von Mostbeatz und seiner Entourage rund um die Mostheadz, Fozhowi, Dark Poet und dem Mann mit dem Schnurrbart dürfte dies jedenfalls relativ egal sein:

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Wie der Abend verlaufen sollte, war zum Zeitpunkt unseres Kurz-Interviews noch etwas unklar, schließlich ging es gerade erst los. Als sich das Gelände langsam zu füllen begann, startete Chill-Ill gemeinsam mit Kinetical und DJ E.Kwality gegen 20 Uhr das erste Konzert. Einer der bereits Mostbeatz-erfahrenen Künstler meinte davor noch im Gespräch, dass es in den Jahren zuvor timetablemäßig immer etwas chaotisch zugegangen wäre und er darüber froh sei, dass diesmal Average die Moderation übernahm, da so mehr Struktur reinkommen würde. Ein wenig dürfte das Average auch gelungen sein.

Vielleicht war die Stimmung auch deswegen so herzlich gut, weil kaum bis keine Wiener anwesend waren. Dafür aber so einige andere: zirka 200 zahlende Besucher fanden sich im Laufe der Nacht ein, und wie man schmerzhafterweise sagen muss, waren dies wahrscheinlich mehr als beim ersten Tag des von Demolux, Ana & Co zwar gut organisierten, aber eigentlich größer angelegten Krunk-Festivals in Wiesen einen Monat zuvor.

Während im österreichischen Rap momentan die Selbstherrlichkeit und gegenseitige Ignoranz unzähliger Klein- und Kleinstgruppierungen dominiert, wollte man im beschaulichen Weistrach ein gemeinsames HipHop Fest feiern. Dies gelang auch, allerdings blieben Seitenhiebe nicht ganz aus. So meinte Monobrother während seines Auftrittes sinngemäß, dass das Mostbeatz für ihn das wahre österreichische HipHop Festival sei. Kurz danach baten wir ihn und Chill-Ill ins Gasthaus. Was ursprünglich als kurzer Shoutout gedacht war, endete in einer vom Mostbeatz losgelösten Diskussion, die sich hauptsächlich um folgende Frage drehte: Warum stellt man sich in der in Österreich sowieso schon am Rand stehenden HipHop-Kultur, noch einmal gegenseitig an den Rand?

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Während die Garage des Gasthauses von der One Two Crew noch bis in die späten Abendstunden verschönert wurde, lieferten die Acts bemühte bis gute Auftritte, mussten aber bisweilen mit den Grenzen der Soundanlage kämpfen deren Tontechniker meist auf Achse war. Dies tat der guten und familiären Stimmung aber ebenso wenig Abbruch wie der immer wieder einsetzende Regen. Der Hauptact des Abends, Umse, meinte über die Location, dass sie ganz cool sei, und dass er schon an viel schlimmeren Orten Konzerte gespielt hätte. Das Interview, in dem diese Aussagen fielen, erscheint bei uns in Bälde.

Laut dem Hauptorganisator Manuel Hochsteger konnte man mit den Eintrittseinnahmen alle Künstler wie ausgemacht bezahlen, musste aber für die sonstigen infrastrukturellen Kosten ein wenig den nächtlichen Getränkeumsatz des Gasthauses anzapfen. Was aber kein größeres Problem dargestellt haben sollte, schließlich wurde dort noch bis um 9 Uhr Früh gefeiert. Zu nicht ganz so später, aber doch fortgeschrittener Stunde fingen wir Average und seine harten Jungs für ein Shoutout ab. Die letzten Worte seien ihnen überlassen:

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Bericht: Jan Braula; Fotos&Videos: MTW

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