The Message Mixtape #5 – “Sonnenbrandflavour” (Special Guest: eRRdeKa)

Wir beschäftigen uns ja doch recht viel mit Musik bei The Message. Deswegen haben wir uns überlegt, monatlich ein digitales Mixtape für euch zu erstellen. Alle Redaktionsmitglieder tragen mit zwei Songs dazu bei, dass das Tape ein ordentliches Brett mit ganz unterschiedlichen Perlen wird. Warum wir die Tracks so heiß finden, begründen wir mit ein, zwei Sätzen.

 

SPECIAL GUEST: eRRdeKa

errdeka presse

»Paradies«, das letzte Album von Prinz Pi-Signee eRRdeKa, ist vor nicht mal einem Jahr erschienen, da kommt der Augsburger schon mit dem nächsten Release um die Ecke. »Eigentlich wollte ich nur schnell ein Mixtape hinrotzen«, erklärt eRRdeKa. »Aber Keine Liebe war so begeistert von den Tracks, dass gleich ein neues Album daraus geworden ist«. Mit Beatmaschine Max Mostley hat eRR wieder eine saftige Platte kreiert, bei der er einen großen Schritt von »Paradies« in Richtung Battlerap macht. »Ich hatte nach meinem letzten, eher deepen Album einfach Lust auf ein paar locker aus der Hüfte geschossene Battle-Tracks im alten Eyeslow-Style«, erklärt eRRdeKa. Prinz Porno, Frauenarzt und unser Wiener Melange-MC Shawn The Savage Kid sind mit dabei. Und darauf heißt es bis 28. August zu warten.

Ein ausgiebiges Interview mit eRRdeKa und Shawn The Savage Kid findet ihr hier.

THE MESSAGE MIXTAPE #5 – “Sonnenbrandflavour”

sonnenbrandflavour mixtape errdeka

Die Tracklist:

1.  eRRdeKa – Unter Deck ft. Frauenarzt (prod. Max Mostley)
2.  Night Lovell – Light From The Car (prod. Bine)
3.  JME – Integrity (prod. JME)
4.  Yelawolf – Johnny Cash (prod. Track Bangas)
5.  Jonathan David – X (prod. Jonathan David)
6.  60 East – Grateful (prod. Omega)
7.  Crack Ignaz – Ned Gscheid (prod. Feux)
8.  K.I.Z. – Hurra die Welt geht unter ft. Henning May
9.  Son Lux – Easy
10. Feki – Remember
11. SZA – Child’s Play ft. Chance The Rapper (prod. XXYYXX)
12. PRO ERA – Resurrection Of Real (prod. Tre Eiht Special)
13. Frankie Paul – Pass The Tu-Sheng Peng (prod. Henry “Junjo” Lawes)
14. William De Vaughn – Be Thankful For What You Got
15. Sadistik x Kno – To Be In Love (prod. Kno)
16. Chelsea Wolfe – Carrion Flowers
17. Ratatat – Magnifique
18. Great Dane – Blck & Wht
19. Blumentopf – Block und Bleistift
20. Weisz2 – Ko Si Eda To Mola feat. Aladin Anyebe
21. Xatar – Wirbel um Flous ft. Samy & Schwesta Ewa (prod. Reaf & SSIO)
22. Tory Lanez – Diego
23. Zugezogen Maskulin – Oranienplatz
24. The Unused Word – Wien, nur du allein

 

eRRdeKa

1.  eRRdeKa – Unter Deck ft. Frauenarzt (prod. Max Mostley)
Die erste Videoauskoppelung von “Rapunderdog”. Für die Albumverison gibt es sogar eRR’s Rap-Jugendheld Frauenarzt zu hören. Produziert ist die Nummer – wie das gesamte Album – von Max Mostley, der auch schon auf “Paradies” für Beats gesorgt hat. “Rapunderdog” kommt am 28. August und hier könnt ihr euch die Ltd. Box holen. Zu Max Mostley findet ihr hier auch ein Just For The Record.

2.  Night Lovell – Light From The Car (prod. Bine)
Momentan höre ich eigentlich gar nicht wirklich viel Musik. Dadurch, dass ich mich gerade selber am Produzieren und am Videoschnitt versuche, habe ich meistens kein Ohr frei, um mir etwas anzuhören. Ab und zu gibt es dann aber doch Tracks, die mich flashen. Das kommt aber eher selten vor. Es gibt viel Sound, der mich heutzutage auf einer unterhaltsamen Basis catcht, aber wenig Sound, wo ich sagen würde, den könnte ich mir 24/7 auf Albumlänge reinziehen. Ein Highlight für mich, auch wenn das Ding schon 2014 gedroppt ist (üüh, der hängt ja voll hinterher), ist auf jeden Fall das “Concept Vague“-Album von Night Lovell. Da sind eigentlich alle Tracks richtig nice, und das ist was, was ich mir auch immer geben kann. Ich habe mich jetzt aber für den Song “Light From The Car” entschieden, weil ich den auf der einen Seite krass melancholisch finde, auf der anderen Seite hat der richtig Druck, ist schön cloudy. Und ich mag seine Stimmfarbe und Flow extrem gerne. Das fühl ich einfach. Guter Mann.

Ein ON TO THE NEXT ONE von edHardygirl14 zu Night Lovell findet ihr hier.

Wanja Bierbaum (edHardygirl14)

3.  JME – Integrity (prod. JME)
Skepta erlebt gerade sein Revival – spannend zuzusehen, wie Grime durch “Shutdown” kommerziell geworden ist. Obwohl ich finde, dass Grime mit einem Underground-Touch besser funktioniert. Aber genau deswegen ist JME‘s Platte “Integrity >” (ja, das > gehört dazu) für mich bis jetzt die Platte Nr. 1 des Jahres. Um sich ein bisschen den Lifestyle der “Boy Better Know” Jungs anzuschauen, gibt es hier ein geiles Video von JME, wie er in 48 Stunden ein ziemlich dickes Mixtape kreiert. “Boy Better Know” ist übrigens auch das selbstgegründete Label der beiden Brüder Skepta und JME.

4.  Yelawolf – Johnny Cash (prod. Track Bangas)
Klar, Yela ist ein Redneck. Und klar, “Johnny Cash” ist nicht “Pop The Trunk“. Ich bin seit jeher großer Yelawolf Fan und habe nach dem eher mittelmäßigen Shady Records Debüt “Radioactive” auf eine richtig kranke Scheibe à la “Trunk Musik” gehofft. Ich wurde enttäuscht und überrascht. “Love Story” ist musikalisch extrem facettenreich und vielschichtig – manche Songs wie “Devil In My Veins” oder “Dissapear” sind richtige Country-Hits – mit einem guten Touch Catfish Billy. Es hat eine Weile gebraucht, bis es mir gefallen hat, dafür kann ich jetzt sagen, dass ich die Genre-Verschmelzung als mutigen und erwachsenen Schritt von Yelawolf respektiere. Und wenn ich mal den alten Yela will, na dann hör ich mir halt die alten Sachen an.

Matthias Kühnlenz (taktiker)

5.  Jonathan David – X (prod. Jonathan David)
Also ich vor ein paar Jahren das erste Mal den Namen “Teenie Pop Gang” las, musste ich schmunzeln. Aber: Die machen gute Musik, da gibts nichts auszudenken. In letzter Zeit war es etwas ruhiger, aber nun meldet sich Jonathan David mit X zurück. Für den gemütlichen Sommerabend.

 

6.  60 East – Grateful (prod. Omega)
60 East – wer hätte es gedacht – macht Rapmusik und mit seinem Song “Grateful” will sich der Ontarianer (sagt man das so?) für den Support seiner “Freeway Series EP” bedanken. Das Present nehme ich gerne an.

Jérémie Machto (JM)

7.  Crack Ignaz – Ned Gscheid (prod. Feux)
Ignaz K. ist ned gescheid, also deppat. Aber der Track ist gscheid fett!

Albumreview von Thomas Kiebl zu “Kirsch” gibt es hier.

8.  K.I.Z. – Hurra die Welt geht unter ft. Henning May
Auf jeden Fall einer der stärksten Tracks des Jahres. Und diese Hook: daaaaamn!

Albumreview von Thomas Kiebl zu “Hurra die Welt geht unter” gibt es hier.

Nadine Niederhausen (NA.NI)

9.  Son Lux – Easy
Der in Denver, Colorado, geborene Instrumentalist und Sänger Ryan Lott ist unter dem Namen Son Lux bekannt geworden. Das Label Anticon veröffentlichte 2008 sein Debütalbum, mittlerweile releast Son Lux über Joyful Noise Recordings. Meiner Meinung nach ist der Track „Easy“ eines der Highlights auf dem Studio-Album „Laterns“, welches 2013 erschienen ist. Mir taugen hier sowohl die Lyrics, als auch der treibende Beat extrem.

10. Feki – Remember
Der aus Australien stammende Produzent Feki hat es mit seiner neuen Single „Remember“ unter meine Top 10 des Sommers 2015 geschafft. Dieser Future-Chill-Beat ist einfach nur wahnsinnig fett und entspannend gleichzeitig. Ich würde sagen, Feki hat bei mir auf jeden Fall sein Ziel erreicht: „Feki hopes ‘Remember’ will bring about a feeling of relaxation, a time to chill-out and reflect on what you have and who is important in your life, remember some of the little things, and forget a lot of nonsense as you take a trip into Feki’s wonderland of twinkling arpeggios, elegant vocal harmonies and pulsing electronic beats.“

Marlene Rosenthal (MR)

11. SZA – Child’s Play ft. Chance The Rapper (prod. XXYYXX)
Mir hat mal bei einer Party jemand erzählt, dass KORN die beste Sexy-Time-Musik wäre (Ähh, too much information; komische Person, die ich grade erst kennengelernt habe!?). Hilfe! Dann doch bitte lieber diesen Track anmachen.

12. PRO ERA – Resurrection Of Real (prod. Tre Eiht Special)
Wenn ich mal wieder bei 32 Grad im Schatten in der unklimatisierten U6 festsitze und alles und jeden hasse, mach ich diesen Song an, fühle mich halbwegs badass und wippe zum Beat statt “Benutzt ihr denn alle keine DEO!!!!???” durch die gesamte Bahn zu schreien.

Daniel Shaked (DS)

13. Frankie Paul – Pass The Tu-Sheng Peng (prod. Henry “Junjo” Lawes)
Der Song hat alles, Groove, super Stimme und einen geilen Break. Ein offenes Plädoyer für das gute Grüne direkt aus den 80ies, von einem der Helden des Sounds. Pass it over …

14. William De Vaughn – Be Thankful For What You Got
Worte, die noch immer Bestand haben. Jedes Mal wenn die Orgel einsetzt Gänsehautfeeling. Nicht davon zu sprechen, dass dieser Song durch N.W.A. unsterblicher gemacht wurde … Lets go cruisen.

Thomas Kiebl (thomki)

15. Sadistik x Kno – To Be In Love (prod. Kno)
Ehrlicherweise muss ich zugeben: Meine erste Wahl wäre K.I.Z.s musikalischer Kinnhaken „Was würde Manny Marc tun?“ gewesen. Aber da ich euch die unhörbaren YouTube-Versionen nicht zumuten wollte, musste ich mir eine andere Nummer überlegen – und da fiel die Entscheidung auf „To Be in Love“ von Sadistik x Kno. Wenn sich der „Cult Leader“ (hat ihn Ill Bill eigentlich schon mal darauf angesprochen?) zur Zusammenarbeit mit dem „Emo-Premo“ entschließt, darf man für gewöhnlich auf Großes hoffen. „To Be in Love“, die erste Single aus der gemeinsamen EP „Phantom Limbs“, erfüllt aber spielend leicht die hohen Erwartungen. Übrigens gibt es zu Sadistik hier ein ON TO THE NEXT ONE.

16. Chelsea Wolfe – Carrion Flowers
Gewohnt düster präsentiert sich Chelsea Wolfe in „Carrion Flowers“, der jüngsten Videoauskopplung aus ihrem neuen Album „Abyss“ (erscheint am 7. August). Die Stimmung des Tracks beschrieb Chelsea mit: „(…) there is anger in this song; it’s got a sense of revenge for anyone who has suffered or died because of injustice“ Das Video, gedreht in Kalifornien und im Bundesstaat New York, liefert die passenden Bilder zu den Industrial-Klängen. Gleichsam dunkel wie faszinierend.

Michael Reinhard (mikae) 

17. Ratatat – Magnifique
Nach fünf Jahren endlich wieder ein neues Studio Album von Ratatat! Leider gibt es aber noch keine Anzeichen für einen Tour-Stop in Wien. Die nächsten Anlaufstellen wären Köln oder Krakau. Für alle Verhinderten gibt es als Trost ja noch das wohl baldige Release von Despot. Obwohl, beide Städte wären eigentlich eine Reise wert.

18. Great Dane – Blck & Wht
Junger, aufstrebender Produzent based in? Na klar Los Angeles – wo sonst. Dafür kreiert der sich nach der deutschen Dogge benannte Musiker aber auch ziemlich einzigartigen Sound. Unter anderem Mitbegründer des TeamSupreme, deren wöchentlichen Beat Cyphers schwerstens zu empfehlen sind.

Niko Havranek (NH)

19. Blumentopf – Block und Bleistift
Ein altgedienter Klassiker, in dem Blumentopf eine einfache Geschichte mit dem passenden Beat lyrisch wertvoll verpacken.

20. Weisz2 – Ko Si Eda To Mola feat. Aladin Anyebe
Ein kürzlich releaster Track, produziert von Megablast und seinem Bruder. Feine Sommertunes, die einen tanzen, trinken und träumen lassen.

Lena Erös (yung venus)

21. Xatar – Wirbel um Flous ft. Samy & Schwesta Ewa (prod. Reaf & SSIO)
Der Bira im Mantel und die Schwesta machen Wirbel. Wirbel um Flous und Wirbel auf Xatars aktuellem Album, das zu Recht die Spitze der Charts schmückte. Gib dir bös!

22. Tory Lanez – Diego
Fruchtbarer Boden da drüben in Toronto. Auch das talentierte Blümchen namens Tory Lanez hat dort das Licht der Welt erblickt. Zur Freude meiner Ohren. Gießt fleißig weiter da drüben.

Julia Gschmeidler (JG)

23. Zugezogen Maskulin – Oranienplatz
Gerade in Zeiten von überfüllten Flüchtlingsheimen, Hasspostings in den sozialen Medien und Angstmache der rechten Parteien: Es kann nicht genug Künstler geben, die auf diese Problematik hinweisen. “Wenn nicht grade ein Turnier ist, bist du nicht zu Gast bei Freunden. Du hast viele Träume? Wir haben viele Zäune!” bringt es Grim104 in dem Song auf den Punkt. Anhören und drüber nachdenken!

Albumreview von Julia Gschmeidler zu “Alles Brennt” von Zugezogen Maskulin gibt es hier.

24. The Unused Word – Wien, nur du allein
Vor vier Jahren hat The Unused Word, die mittlerweile im schönen Salzkammergut wohnt, die schönen und schiachen Seiten von Wien musikalisch eingefangen. Verändert hat sich nichts, Wien ist noch immer diese kulturelle Hochburg, dieser Moloch aus grantelnden Taxifahrern und ewigen Baustellen. Aber: “…und des Ringlgspü im Kopf draht si imma weida fuat. Und ollas, wos da weh tuad, tuat da irgendwia a guad.”

Mehr über The Unused Word erfahrt ihr hier.

(Text by edHardygirl14/Coverartwork by Marlene Rosenthal)

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