Mbongwana Star – From Kinshasa

Mbongwana Star

Okay, alle festhalten: Diese Platte ist der helle Wahnsinn. Und das meine ich ganz genau so wie es hier steht, im wahrsten Sinn des Wortes. Sie funktioniert für jeden, ganz egal, welche Musik man liebt: Punk, Rap, Electronic oder afrikanische Musik – okay, Schlager vielleicht ausgenommen. Aber das zählt ja ohnedies nicht wirklich als Anspruch.

Aufgenommen unter für Erste-Welt-Standards wahrscheinlich widrigen Bedingungen – in einer Garage oder ähnlichem. Aber bekanntlich entstand schon Großes in Garagen, wie Grunge oder auch Microsoft. Als zunächst die französischen Soundtechniker damit konfrontiert wurden, das im Kongo aufgenommene Material zu schneiden und aufzubereiten, trauten sie ihren Ohren nicht. Es muss wohl so sein, wie wenn man einen Plattensammler in ein versiegeltes Geschäft aus lauter unbekannten Schätzen auf Vinyl lässt. Zu gerne hätte ich deren Gesichter gesehen.

Getrieben von einer unglaublichen Energie aus purem Funk, lassen die Musiker ungeachtet aller Genres Stile einfließen und diese zu einem kreativen Vulkan werden, der seinesgleichen sucht. Vom ersten Takt an fesselt dich der Sound wie ein Strudel, ein LSD-Trip deiner Hippie-Eltern. Die Energie, mit welcher diese Band HipHop, elektronische und traditionelle Welten miteinander vereint, ist einzigartig und lässt alles andere, was in dieser Richtung zuvor probiert wurde, erblassen. Die Energie stammt aus einer Rohheit im Sound, gepaart mit wahnsinnigem (in jeglicher Hinsicht) Groove, purer Freude und der Unbedarftheit, mit welcher Sounds kombiniert werden. Up-Tempo, Baladen – alles rockt! Abstrakt gesehen ist diese Platte wie ein kreischendes Plädoyer für weniger Studiotechnik und für mehr Soul und Mut zum Experiment!

(DS)

 

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