The Wayniac One-Man-Band // Jonwayne live @ Berlin

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Jonwayne beehrte die deutsche Hauptstadt im Musik & Frieden.

I’m one of the best rappers
Don’t you know that by now?

Für die, die das über Jonwayne wussten, und die, die es herausfinden wollten, gab es am diesjährigen Weltfrauentag nur eine Location: Musik & Frieden, wo das Ein-Mann-Orchester aufspielte. Ungelogen: Ich persönlich habe mich lange nicht mehr so sehr auf ein Konzert gefreut wie auf dieses. Jonwayne aka Dr. Robutnik in Berlin, vielversprechend. Den Anfang macht jedoch Kutmah, der mit einem vor Vielfalt strotzenden Set in den Laden kracht ähnlich wie damals in der Arena, aber erfreulicherweise länger. Was zum Nicken, was zum Shaken, was zum Auszucken. Euh, ausrasten sagt man hier.

Recht unangekündigt, recht pünktlich tritt Jonwayne auf die Bühne, während Kutmah langsam ausfadet. Schüchterne Begrüßung. Das Intro von “Live from the fuck you”. „Hey are you Jonwayne Bro?“. Und er hat ordentlich was mit für das Berliner Publikum. Vor allem Bars! Jonwayne killt Rapper, aber mit Gemütlichkeit. Diese Gemütlichkeit spiegelt sich auch in seinem Live-Auftritt. Er kommt ohne „Hände-hoch“-Aufforderungen, Anmoderationen oder generell Kommunikation aus. Wenn er etwas zu sagen hat, dann rappt er es. Oder spielt in seltenen Fällen ein paar Vocal-Bits aus seinem Sampler.  Auch einen DJ braucht er für seine gelungene Show nicht. Am intimsten wird das Ganze, wenn er seine Notizen aus der Klarsichthülle holt und für ein Gedicht und einen Moment, die gesamte Halle in tiefes Schweigen hüllt. Darin verarbeitet er sein Daseins-Spektrum zwischen Alkoholsucht, Lebensmüdigkeit, Hoffnung und Lebenswillen. Langer Applaus ist die Folge, „chills“, literally.

Dieser Applaus wird auch im weiteren Verlauf des Konzerts nicht abnehmen, indem Jonwayne auch wirklich alles alleine macht. Er legt die Tracks und Beats auf (die er selbst produziert, “thought you’d know that by now“…), spielt Samples von der MPC und rappt natürlich. Und das in Form eines gemischten Sets aus alten und neuen Tracks. Der Großteil davon stammt aus der „Jon Wayne is retired“-EP (z.B. „Green Light“ oder „Dirty Dan“) und dem neuen „Rap Album Two“. Es fällt auf, dass er davon ausschließlich den ersten Teil spielt, nämlich den ohne Features. Außer seinen letzten Track, der nach minutenlangem Applaus und einem weiteren Gedicht den Abend vervollständigt. „These Words are Everything“… und die Beats natürlich.

Fazit:  Jonwayne überzeugt und beeindruckt auf allen Ebenen. Im Alleingang bringt er das Berliner Publikum sowohl zum Jubeln, als auch zum Schweigen. „I had a chance to sell-out“, diese Möglichkeit hat er nicht genutzt. Besser noch: Er hat gewartet bis das, was er macht, Akzeptanz findet und beweist, dass er auch ohne catchy Hooks und Pop-Anbiederungen eine nahezu ausverkaufte Tour spielen kann. s/o an Trinity Music und Four Artists, die einen der dopesten Rapper zurzeit nach Berlin gebracht haben. „And if you don’t know“… „You should know it by now!“

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