N.I.K.O. – Meine Muse (The Message Videopremiere & Interview)

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Frühsommerlich warm ist es, als wir uns im Schanigarten des Café Vindobona am Wallensteinplatz treffen. Der Wiener Rapper, Schauspieler und Regisseur Nikolai Selikovsky, besser bekannt als N.I.K.O., begegnet uns mit einem Lächeln auf den Lippen und guter Laune. Mitgebracht hat er ein Exemplar seines kürzlich erschienenen Albums „Zwischen Asphalt und Milchstraße“. Im Interview mit The Message erzählt er über seine erste Hauptrolle im eigenen Kinofilm, seine Begegnung mit Falco, über das Gefühl, am Rande des Flakturms zu sitzen und was Ö3 mit angeforderten CDs eigentlich vor hat.

Interview: Julia Gschmeidler
Fotos: Julia Kühr

TM: Du hast 2009 gemeinsam mit deinem Vater den Kinofilm „Sturmfrei“ gemacht. Wie kam es dazu? Den Trailer dazu gab es einmal bei einem HipHop-Konzert im Viper Room zu sehen.
N.I.K.O.:
Da sind wir damals mit Projekt Licht aufgetreten, das war um 2008. Mein Dad hat schon lange davor viele Projekte eingereicht und ich hab schon als Kind beobachtet, dass es schwierig ist, einen Film zu produzieren. Dann hab ich gesagt: „Hey, jetzt schreiben wir selber ein Buch! Wir haben ja die Connections. Als Kameramann hat man natürlich auch die Ressourcen, das Equipment, machen wir jetzt einen Film!“ Da kam mir dann die Idee für „Sturmfrei“. Im eigenen Haus, mit den Homies, es war dann auch voll familiär und total cool.

Wer hat das Drehbuch dazu geschrieben?
Wir beide. Ursprünglich haben wir mich in der Hauptrolle nur mal als Platzhalter hingeschrieben. Zu dem Zeitpunkt war es noch nicht meine Motivation, Schauspieler zu sein. Aber nach „Sturmfrei“ hab ich Blut geleckt.

Und wie war die Resonanz auf den Film?
Polarisierend. (lacht) Einerseits gab’s schon die Leute, die meinten: „Wo sind die Drogen? Wo ist der Alkohol?“ Und auf der anderen Seite ist es auch geschätzt worden, dass es nicht einfach der Abriss von einem Film ist, den man eh schon tausend Mal gesehen hat, sondern wirklich eine Party, die man halt erlebt.

Es waren auch Schauspieler-Größen wie Adele Neuhauser, Wolfgang Böck und Harald Krassnitzer dabei.
Ja, total. Die sind auf jeden Fall auch super angekommen.

Und davor hast du „Paradies Paradies“ gedreht. Worum ging es da?
Ich hab mit 7, 8 Jahren in meinem ersten Film mitgespielt, da war mein Dad Kameramann. Und dann noch einen Dokumentarfilm, in der Karibik damals. Das war über einen Ferienclub, allerdings noch vor „Poppitz“. Da hab ich sogar den Falco noch gesehen, kurz bevor er gestorben ist. Ich habe damals in der Einfahrt von dem All-inklusive-Club gewartet und mit meinem Bruder Fußball gespielt und er sagte so: „Was is, Spitzkicker?“. Dann hat er mit meinem Dad geredet, weil sie früher Videoclips gemacht haben und da war schon die Rede von seinem neuen Song, zu dem er ein Video machen möchte. Ein paar Tage später ist er dann gestorben. Krasser Zufall auch.

Zu welchem Song wäre das Video gewesen?
Zu „Out of the dark“. Das wissen eigentlich sehr wenige. Deswegen glaub ich auch bis heute nicht, dass es Selbstmord war, sondern eine reflexartige Geschichte.

Vor Kurzem hast du mit Andreas Prochaska „Spuren des Bösen“ gedreht. Wie ist es zu der Zusammenarbeit gekommen?
Über das Casting. Ich kenn seinen Sohn Daniel Prochaska, der den Schnitt macht. Der hat damals auch auf dem Soundtrack von „Sturmfrei“ zwei Songs gemacht. Es kommt bald wieder eine neue „Spur des Bösen“, bei der ich eine kleine Rolle hab. Es ist cool und für mich auch eine große Ehre, mitwirken zu dürfen. Ich finde er ist auch einer der besten Regisseure in Österreich. Wenn du in seinem Umkreis bist, ist es auf jeden Fall schön. Er ist einer der wenigen Regisseure, der mit jungen Schauspielern arbeitet.

Du forderst 20 Prozent der ORF-Gebühreneinnahmen für die Vergabe von Produktionen in Österreich. Wie realistisch siehst du diese Forderung?
Wenn man bedenkt, dass die Regierung sogar die Petition vom Untersuchungsausschuss von der Hypo absetzt, glaub ich ja gar nix mehr. In welchem demokratischen Land leben wir? Ich würde es mir wünschen, aber selbst 20 Prozent sind noch immer extrem wenig. Wenn man bedenkt, dass ein Opernhaus genau soviel bekommt wie die komplette Filmbranche in Österreich … Film ist auf jeden Fall das wichtigste Medium heutzutage, weil er alles verbindet. Das ist wie HipHop, es hat so viele Elemente. Das ist vielleicht ein blöder Vergleich, aber Film und HipHop ist beides eine Collage.

Willst du dich eigentlich eher auf die Musik oder das Schauspiel konzentrieren?
Lukrativer ist auf jeden Fall Schauspiel. Aber ich möchte immer 50:50 machen. Ich nenne immer gerne das Beispiel von Adriano Celentano. (lacht)

Du führst auch selbst Regie bei deinen Videos.
Nicht bei allen! Bei meinem ersten Album hab ich bei allen Videos die Regie gemacht. Beim zweiten Album hab ich das abgegeben und ein Konglomerat von jungen Regisseuren gemacht. Da waren auch echt coole Leute dabei: Julia Benczak, Marie-Therese Hildenbrandt, Andreas Waldschütz (bei „Deine Muse“, Anm.), der natürlich ur am Start ist. Er hat grad in L.A. Videoclips für Rapper gemacht. Das ist für mich auch schön, wenn Pros aus dem Filmbusiness meine Videos machen.

Du kommst auch derzeit in vielen Werbespots vor. Hat man da einen anderen Zugang?
Also die Arbeit an sich ist eigentlich die Gleiche. Du gehst hin, wirst geschminkt und stehst dann vor der Kamera. Du hast die Szene dann halt 50 Mal, es ist wie ein Gemälde und es ist extrem wichtig, wie das Timing ist und du was wann in deinem Gesicht machst. Es ist schon hart. Es ist halt Werbung, aber macht mir genauso viel Spaß wie ein Drehtag am Filmset. Natürlich will ich längerfristig in Filmen mitspielen, aber es ist genauso Arbeit und ich find das auch ganz witzig. Vor allem bei einer Werbung flieg ich durch die Luft, das sind Sachen, die man sonst nicht erlebt. Vor der WU ist ein Riesenkran, der dich zwei, drei Meter in die Luft schießt, das ist geil. Da musst du irgendwie drei Stunden am Trampolin hupfen für die Werbekampagne, das ist lustig. Natürlich ist der Anspruch von der Künstler-Seite: „Der macht Werbung, der verkauft sich.“ Ich denk mir, ich bin nicht so bekannt, dass man mich gleich damit assoziiert. So kann ich überleben, das ist auch nett.

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Du gehst einen recht professionellen Weg, um deine Arbeit zu vermarkten. Auch wenn deine Pressearbeit gut aufgestellt ist, kommst du medial trotzdem nicht breit vor. Woran liegt das deiner Meinung nach?
Ich weiß nicht, ob man es nur auf Österreich beziehen kann. In Frankreich müssen weiß nicht wie viel Prozent von inländischer Musik und Filmen im Radio beziehungsweise im Kino gespielt werden. Das hast du einfach nicht in Österreich. Fm4 ist der einzige Radiosender, der das pusht und da auch nicht alles. Durch die Pressearbeit hab ich mitbekommen, dass die Medien das Album fresh finden, egal ob kommerziell oder Underground, aber sie trauen sich alle nicht und warten, was die anderen machen.

Ich mein, der Monobrother hat es voll auf den Punkt gebracht, das ist genau das, was in Österreich gerade abgeht. Du hast von der Qualität her Hammer Rapper, du hast in jeder Hinsicht super Artists, aber den Leuten ist es wurscht. Es gibt ja wirklich gute Rapper in Österreich, aber in manchen Ecken muss von der Professionalität her noch mehr passieren. Monobrother mit Honigdachs sind ja schon auf einem guten Weg, auch mit den Videos, aber es gibt noch genug andere Rapper, die ich sehr schätze, aber die Videos einfach whack sind. In meinem Fall denk ich mir, es gibt alles. Es ist alles verfügbar, nicht einmal, dass es nicht interessiert. Witzigerweise hat Ö3 sofort eine CD haben wollen, ins Archiv, aber machen tun’s nix.

Auf Facebook bezeichnest du auch den Salzburger Don Dada Rio als solch einen Hammer Rapper.
Unsere Väter kennen sich, sein Vater ist auch Produzent und ich habe ihn demnach schon als Kind gekannt. Ich war dann extrem geflasht, was er für Beats macht und was er für Killer-Flows hat. Er ist viel besser, als viele, die am Start sind. Da gehört einfach auch noch der Biss dazu, dass er es an den Mann bringt. Das Video mit T-Ser war auch schon wichtig.

Aufgrund des lauten Autoverkehrs am Wallenseinplatz wechseln wir in den 1. Stock des Vindobona.

N.I.K.O.: Hier haben wir witzigerweise mal eine Besprechung mit dem Reinhard Nowak gehabt. Mit ihm haben wir auch an einer Komödie gearbeitet, da hat Reinhard Nowak mitgeschrieben, ist dann aber auch nie finanziert worden …

Wann hast du eigentlich zu rappen begonnen?
Mit 12, 13 so. Ich wollte die Bürgschaft in der Schule rappen. Hab’s aber nicht gemacht, weil ich feig war. (lacht) Und dann mit 16, 17 mit meinem damaligen Freund Smartie, der auch in „Sturmfrei“ den Luke spielt, hat es damals schon das Projekt Licht gegeben, nur in einer anderen Form, DNS hat es geheißen, Dan, Niko, Smartie. Die haben meinen Text geschrieben, den ich nie gerappt hab natürlich. Weiß nicht, warum wir die das gemacht haben. Aber so richtig angefangen hat es erst mit 17, als das Projekt Licht entstanden ist.

Gefreestylt hast du auch schon des Öfteren. Du erwähntest einmal ein Freestylebattle mit Raf Camora in der Jury. Was war das?
2006 ein Freestylebattle im Viper Room. Raf Camora ist gekommen mit seinem Moped. Das war die erste Runde, wo ich die Vorstellungsrunde überlebt hab, und dann gleich gegen Scoddy (Flippin, Anm.). Das war irgendwie cool, weil Raf für mich war. Irgendwann hab ich eine Zeile verkackt und sie waren dann beide für Scoddy. Dann ist aber Raf noch zu mir gekommen und hat mir Probs gegeben. Ich hab das damals mit Family Biz beobachtet und das war eine große Ehre.

Wie hast du das Invitational Battle empfunden, bei dem du das letzte Mal mitgemacht hast?
Ich find Freestylebattles immer schwierig. Also mir macht’s extrem Spaß, ich seh das wie Playstation spielen, dass man gegen andere Rapper antritt und dann gewinnst oder gewinnst nicht. Ich freestyle schon immer noch, ganz am Anfang hat mich Doppelkeks immer gepusht. Er hat mich zu jedem Liveauftritt, wo er gefreestylt hat und zu einer der ersten Partys von Demolux in Mattsee, das war cool und ich hab extrem viel gelernt. Ich steh jetzt extrem auf Jam Sessions, zum Beispiel Phat Jam im Wirr, das ist extrem cool, weil es sind gute Musiker, Freestyler, Sänger … Das gibt mir ur was. Die haben auch einen anderen Blickwinkel drauf als bei Freestylebattles. Da musst du andere dissen, was ja auch witzig ist, aber ich mag das auch, wenn man einfach abhängt, mit Instrumenten jammt und improvisiert.

Bist du bei den Veranstaltungen auch auf deinen Produzenten Kapazunda gestoßen?
Den hab ich eigentlich auch über HipHop Jams/Freestylebattles kennengelernt. Ich hab dann das Video „Ein neues Spiel“ von Scoddy gemacht und da kam man schon öfters über Kontakt, weil Scoddy auch bei ihm aufnimmt. Wir haben dann unverbindlich ein paar Tracks gemacht und ich dachte mir, es wär ur fresh, wenn er das produzieren würde. Schlussendlich hat er das ganze Album als Executive Producer durchproduziert. Das fühlt sich auch extrem gut an, weil das den Feinschliff gibt. Das Schöne ist, dass Kapazunda und ich gemeinsam dran gewachsen sind. Ich hab ihm dann auch immer die Videos gemacht („Was geht mit Zunda ab“, Anm.), er mein Album. Es war nie so, dass der eine dem anderen Rechenschaft schuldig gewesen wäre, es war immer easy. Ich glaub wir harmonieren auch irrsinnig gut, was unsere Styles anbelangt. Aber natürlich ist er auch ein großer Kritiker, wenn ich einen Schund zusammenschreib. (lacht)

Es folgt ein Exkurs über das Waldviertel und dessen Fußball-Vereine, das Bodenturnen und schließlich das Klettern.

Wie du beim Videodreh zu „Dynamit“ am Rande des Flakturms gesessen bist, warst du da befestigt?
Das bleibt natürlich ein Geheimnis. (grinst) Ja, natürlich. Ich wollte das ja gar nicht, aber mein Bruder war dabei und meinte: „Geh runter und hol dieses Sicherheitsding.“ Es gibt aber auch, Momente, an denen du nicht gesichert bist, das ist schon mulmig die ersten fünf Minuten, aber man gewöhnt sich daran.

Wie habt ihr das gefilmt?
Mit einem Kran. Es war fast unmöglich, die Drehgenehmigung dort zu bekommen. Hab dann eigentlich schon aufgegeben gehabt, aber dann hat Leelah, die auch Feature-Gast auf meinem Album ist und auch als Cutterin beim ORF arbeitet, gesagt, dass man einfach hartnäckig sein muss. Ich hab dann nochmal angerufen und das Haus des Meeres wollte zuerst Unsummen haben. Ich hab dann vorgeschlagen, es auch unter den normalen Öffnungszeiten zu machen und für eine kleine Entschädigung hab ich es dann bekommen. Mein Dad, mein Bruder und ich haben das dann gemacht. Im Endeffekt hat mich dann sogar der Chef vom Haus des Meeres angeschrieben und meinte, ihm taugt das Video irrsinnig. Das war dann cool für mich. Das Video haben wir im Juni gedreht, weil da die längsten Tage sind und um drei, vier in der Früh aufgestanden. Meine Freundin hat die Kamera gemacht und da haben wir die Morgenstimmung gefilmt.

Und wie habt ihr die Unterwasser-Szene bei „Als ich noch schlief“ gedreht?
Das war auch ein Deal (lacht). Bei einem Videoclip ist immer die Location das Wichtigste. Ich kenn einen NÖN-Redakteur, das ist der Vater einer meiner besten Freunde, und der pusht mich da auch immer ein wenig. Den hab ich gefragt, weil das Berndl-Bad in Korneuburg geschlossen war – ob wir es dort drehen können. Dann hat er das Stockerauer Hallenbad angeboten. Ich hab dort angerufen und gemeint, dass ich nichts zahlen kann, aber wir einen Deal machen können, dass ein Bericht in der NÖN ist und dann haben wir die Location gehabt. Ziemlich cool auch, ist gut angekommen in der NÖN, diese Nixe war einmal was anderes neben „Bürgermeister eröffnet Heurigen“ oder so.

Wie war es eigentlich in so einem Raumanzug zu stecken, den du auf dem Cover von „Zwischen Asphalt und Milchstraße“ trägst?
Das war staubig, weil es auch ein sehr, sehr alter Anzug ist. Es ist geil, weil’s ein Retro-Anzug ist, das ist dann auch wieder viel cooler als ein aktueller Anzug.

Wo habt ihr das Foto aufgenommen?
Am Mars. Sieht man ja an der roten Erde. Ich möchte es als Zauber behalten. (lacht)

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Zu ein paar Tracks aus deinem Album: Einen Song hast du deiner Mutter gewidmet – was sehr oft vorkommt im HipHop. Ist das ein Rapspezifikum?
Ich war ein großer Fan von LL Cool J „Unconditional Love“ für seine Oma. Da war ich 13, 14 wie ich das gepumpt habe. Cool, so ehrliche Worte und das mit so einem persönlichen Touch, das ist schon cool. Find ich auch wichtig, dass man solche Songs schreibt. Scoddy und Kapazunda meinten ich müsste aufpassen, aber das ist meine Mama, da schreib ich einfach frei raus. Bei ihrem 60. Geburtstag hab ich das als Geschenk auch gerappt und das war der erste Track, wo ich beim Rappen flüssige Augen bekommen hab und ein emotionales Gefühl gespürt. Was ur weird ist, weil du rappst und musst fast aufhören, aber es ist gut angekommen.

Aber gleichzeitig hast du auch noch einen Track für deinen Vater gemacht.
Ja, ich hab meinen Eltern auch extrem viel zu verdanken. Wie ich aufgewachsen bin. Es war immer alles sehr behütet, eine Kinderbuch-Kindheit. Und wie sie mich unterstützen, das ist einfach längst überfällig. Ich glaub, das wollte ich schon als 10-jähriger Bub, für meine Eltern Tracks machen. Ich bin ihnen extrem dankbar.

Wo hast du denn deine Kindheit verbracht?
Ich war in Floridsdorf in der Schule, bin aber eigentlich fünf Kilometer außerhalb im „Sturmfrei“-Haus aufgewachsen.

Du wirkst vielbeschäftigt und motiviert. Scoddy Flippin erwähnt, dass du ständig nüchtern bist und auch nicht kiffst. Ist das so wenig verständlich im HipHop-Kosmos?
Ich hab noch nie einen Joint geraucht eigentlich, ich bin noch jungfräulich in der Hinsicht. Ich hab auch sehr viel Respekt davor muss ich sagen. Motiviert – ich bin immer schon motiviert. Natürlich ist es so, wenn du Mitmenschen hast, dass sie dich noch mehr anspornen. Meine Muse ist auf jeden Fall einer meiner größten Kritiker. Ich mach einfach, ich merk, dass ich viel lern, wenn ich viel mach. Das ist eine Philosophie-Geschichte.

Natürlich wird man realistischer, aber ich seh bei einigen Künstlern in Österreich, dass sie resignieren. Da darf man nicht gleich aufgeben und muss schauen, wie man wieder eine professionellere Spur anfährt. Wirklich renommierte HipHop-Künstler, bei denen ich mir denk: „Hey, Alter, du warst mal voll am Start! Machst eh noch coole Raps, aber scheiß nicht drauf“. Natürlich ist es demotivierend, wenn irgendwas gepusht wird. Ich mein, wo ist da die Qualität? Aber du darfst nie aufhören, Qualität zu liefern.

Was ist eigentlich dein Lieblingstrack aus dem Album?
Puh, ich kann’s ja gar nicht mehr hören. (lacht). Es gibt natürlich Tracks, die ich noch immer hören kann. Zum Beispiel „Das alte Theater“, eine Filmhommage. Jeder Track hat für mich etwas extrem Bedeutsames. „Der goldene Käfig“ ist erst zum Schluss richtig gut geworden und wir haben uns gedacht, ein Video dazu zu machen.

„One a dem days“ mit s.Toney und Milkman fällt aufgrund seiner gesellschaftskritischen Herangehensweise etwas aus dem Konzept …
Das war überhaupt cool. Ich wollte eigentlich separat mit den beiden Tracks für ein Mixtape machen, ich war der ur Fan von Milkman und B Seitensound. Und s.Toney sowieso. Ich hab dann in Italien die Nummer geschrieben. Ich war ein paar Kilometer außerhalb von Rom am Meer, es war Winter, und wollte mir dort Inspiration holen. Wenn da nicht Sommer ist, fährt einmal kein Bus an den Strand, du bist irgendwo und merkst, wie die Leute drauf scheißen. Was da überall rumschwimmt und –liegt, das hat mich dort angespornt, so einen Track zu machen. Mir taugt es, dass die Features auch wirklich Homies sind von mir, das macht das Ganze auch authentischer. Das ist ja schon längst kein Soloalbum mehr, weil 30, 40 Leute in irgendeiner Form involviert sind. Das ist wie ein Film. Das Album ist wie ein Film.

The Message presents N.I.K.O. und sein neues Video zu „Meine Muse“:

Auf die Frage, wer denn seine persönliche Muse wäre, antwortete N.I.K.O.: „Ich kann sagen, dass es eine großartige Fotografin ist. Ich sag einmal sie ist schuld am Album. Es sind auch extrem viele Songs durch sie inspiriert. „Dynamit“ hab ich auch mit ihr gedreht, das Cover hat sie gemacht, sie ist schon stark involviert.“

Wir verlosen 3 CDs von N.I.K.O.s neuem Album „Zwischen Asphalt und Milchstraße“. Einfach Mail mit Namen und Adresse an tm[at]themesage.at mit Betreff „NIKO“. Viel Glück!

http://www.oh-nik.com

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