Ansagen machen & Kingshit // Haiyti aka Robbery Interview

haiyti aka robbery

Auf die „Havarie“ folgte der „City Tarif“ – und die große Aufmerksamkeit. Mittlerweile findet Haiyti aka Robbery auch in Hörerschaften abseits eines eingeschworenen Underground-Zirkels statt. Verständlich für alle, die das letzte Mixtape der Hamburgerin gehört haben. Beherrscht doch momentan kaum jemand den Umgang mit wuchtigen Trap-Beats auf eine solch souveräne Weise wie sie. Im The-Message-Interview bezog der „Upcoming Artist“ Stellung zu Money Boy, Frauenarzt und Gigolos.

Interview: Thomas Kiebl & Wanja Bierbaum

The Message: Du hast früher als Ovadoz im Hirntot-Records-Umfeld gerappt. Was konntest du aus dieser Zeit für deine aktuelle Musik, die sich stilistisch doch stark davon unterscheidet, mitnehmen?
Haiyti aka Robbery: Ich hab hier noch so ’ne alte Festplatte liegen, mal sehen, was da noch drauf ist! Muss nur mal anschließen.

Welche Eigenschaften muss man als Frau besitzen, um sich im Deutschrap durchzusetzen?
Man muss gut aussehen, gut rappen können und Durchhaltevermögen besitzen. Loyale Leute und guter Merch spielen da auch eine Rolle. Ich habe bald einen Shop!

Wie reagierst du, wenn dich jemand unter „Frauen-Rap“ kategorisiert? Wie gehst du mit diesem Stempel um?
Man muss einfach verstehen, dass 90 Prozent der Leute dumm sind. Jeder versucht einen immer irgendwo einzuordnen. Ich persönlich beschäftige mich null mit dem Thema. Außer wenn’s um Gage geht!

In einem Interview hast du einst gesagt: „Ich bin kein MC, ich bin Gangster“. Was können wir uns darunter vorstellen?
Ich sag‘ mal so: Ich gehöre nicht zu den Rappern, die spontan einen Freestyle auf der Straße machen. Auf der Street habe ich andere Sachen zu tun. Ich rappe im Studio!

Auf „City Tarif“ hast du ein Feature von Frauenarzt, der vor seiner Atzen-Zeit Porno-Rap im Deutschrap-Untergrund etablierte. Wie stehst du persönlich zu seiner Musik? Kannst du Kritik à la Verwahrlosung der Jugend nachvollziehen?
Besser Party auf Malle, als zuhause Playsi zocken. Ich finde Frauenarzts Musik geil. Er ist eine coole Persönlichkeit und einer der wenigen, die mich unterstützt – was sich viele gar nicht trauen würden. Er ist halt ein Pimp und kann machen, was er will.

Money Boy bezeichnete dich als „Glo-Up-Dinero-Gang-Affiliate“. Wie stehst du zu deren Musik, beeinflusst diese dich?
Echt? Wusste ich gar nicht. Beeinflussen tut der Boy mich bestimmt, aber eher im Unbewussten.

Welches Konzept steckt hinter den Skits auf „City Tarif“?
Ehrlich: Ich schreibe meine Texte einfach ohne viel nachzudenken, einen sogenannten City Tarif gibt es überall. Es kann alles sein! Interpretiert was ihr wollt. Konzept ist: Ansagen machen, Kneipenwirschaft, Kingshit!

Wie wie würdest du die Rolle der Frauen im Deutschrap charakterisieren?
Arschkarte, Bruder.

Wie stehst du zur Frauenquote im Allgemeinen?
Was? Noch eine Frauen-Frage, okay. Ich weiß selber, wie schwer es ist. Ich hustle jetzt auch mehrere Jahre in Studios rum und erst jetzt erhöht sich mein Bekanntheitsgrad. Es ist schwer, gerade wenn man sich auf oder über Augenhöhe darstellen will – oder das auch ist. Jeder weiß, die Männer sind das schwächere Geschlecht und sie haben Angst.

Wie würdest du einen „Gigolo“ definieren? Welche persönlichen Erfahrungen hast du damit schon gemacht? (wegen des Tracks „Gigolo“).
Der moderne Gigolo ist ein Mann, der viele Frauen haben kann, erst mit viel Geld prollt und am Ende dann die Frau ausnimmt. Hab paar Kollegen, die so drauf sind.

In vielen deiner Lieder erwähnst du Autos. Woher diese Begeisterung?
Girls stehen doch immer auf schnelle Autos, hat sich echt als starke Affinität entwickelt.

Mit AsadJohn befindest du dich auch in der Nähe der BergMoneyGang. Die BMG ist durch den ganzen Eklat um Yung Hurn etwas in Verruf gekommen. Natürlich muss man hier differenzieren, aber wie siehst du das aus der Perspektive einer Frau?
Ich weiß gar nicht, was da passiert sein soll. Ich bekomme hier im Norden scheinbar gar nichts mit. Aber Grüße an das Team von BMG!

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