Ein Simmeringer Hackler auf Außendienst // Esref live

Esref
Esref live im stickigen Viper Room. // Alle Fotos: Niko Havranek

Nachdem Esref zuletzt gemeinsam mit den Droogieboyz auf Tour war, steht nun im Viper Room die Releaseparty seines im Jänner erschienenen Soloalbums „A Hackla | Du Wappla“ am Programm. Der Simmeringer Hackler bespielt damit ein Kellerlokal im Nachbarbezirk Landstraße, das eine ideale Kapazität aufweist. Während sich die düstere Location langsam füllt, betritt mit SoRRoW aka ESO der erste Support-Act die Bühne. Mit Unterstützung von DJ Kapazunda, der mit eiskaltem Blick und „Redrum“-Shirt hinter den Decks steht, bringt der Eastblok-Rapper unter anderem Tracks aus seiner aktuellen EP „Ab durch die Mitte“ sowie den Track „Alles Beim Alten“. Ergänzt durch ein A capella legt er einen ordentlichen, teilweise etwas nervösen Kurzauftritt hin.

Als zweiter Act betritt DemoLux die Bühne, der nach anwesenden Boombap-Heads fragt und seinen energiegeladenen, druckvollen Auftritt mit „Hysterie“ startet. Mit „Wer Wü Wos“ und „Ausdrucksmittel“ folgt weiteres offensives Material, bei dem sichder Wahl-Burgenländer allerdings textlich nicht ganz sattelfest präsentiert und es ihn folglich mehrmals rauswirft. DemoLux mogelt sich dank einiger gefreestylter Stellen gekonnt drüber. Auf „Dodngräber“ schafft er es letztlich, fehlerfrei durchzuspitten, ehe er sich ruhigeren Klängen widmet. Der Mundart-Rapper fragt daraufhin die Besucher, ob sie etwas auf Hochdeutsch hören möchten. Trotz der deutlichen, in Form von Ignoranz sowie vereinzelten „Na!“-Stimmen ausfallenden Antwort lässt er sich nicht beirren und spielt eine Nummer aus seinem nicht im Dialekt gerappten Debütalbum „LuxSeriös„. Zum Abschluss liefert DemoLux eine Freestyle-Einlage mit Beatbox-Unterstützung.

Anschließend heizt Host Rane dem Publikum ein, fordert und bekommt laute „Es-ref“-Sprechchöre. Doch dieser lässt noch eine Weile auf sich warten. Für Unterhaltung sorgt derweil Cifra, der sich als Steuerberater und Buchhalter der Eastblok Family präsentiert. Erst nachdem er die Anwesenheitsliste seiner Kollegen durchgeht, lässt sich auch Esref blicken. Dem Hackler-Image entsprechend erscheint der Simmeringer Rapper, unterstützt von Back-up Amir Sharif, in Latzhose auf der Bühne. Die beiden Rapper beginnen das ausgedehnte Set mit „Schmuckstickl“ sowie dem Wienerisch-Debüt „Unkraut“ und liefern eine durchwegs routinierte Show. Zwischen den sauber performten Tracks präsentiert sich Esref gesprächig und sorgt für launische Überleitungen, lobt die „hinnige Crowd“, schickt darüber hinaus Grüße an die beiden Support-Acts sowie die zahlreichen anwesenden Mitglieder der Eastblok Family.

Im Zuge des Tracks „Waun de Heh!! kummt“ erscheint passenderweise ein als Polizist verkleideter Bühnengast. Esref klatscht mit ihm ab und fordert vom Publikum: „Macht’s Lärm für den einzigen Kiwara, den i mog!“ Dieser erfolgt jedoch ausschließlich in Form von „A.C.A.B.“-Sprechchören. Nach einem kurzen DJ-Solo von Kapazunda kommen betreten laufend Featuregäste die Bühne. Den Beginn macht Svaba Ortak, der zusammen mit Esref einen bisher unveröffentlichten Track zum „Kapuzen-Lifestyle“ performt. Es folgt ein Revival der türkischsprachigen Crew Raptus, die Esref gemeinsam mit Ceset gebildet hatte, bevor er begonnen hat, auf Wienerisch zu rappen. Esref erwähnt dabei auch, bereits zwei Mal in der Türkei aufgetreten zu sein. Anschließend erscheinen mit Vearz, Linci, den Droogieboyz sowie SemKoo weitere Featuregäste, die kürzlich gemeinsam mit dem türkischstämmigen Rapper die „Gemeindebau Flava“-Tour gespielt haben. Sie bleiben für mehrere Tracks, sorgen dabei für ausgelassene Stimmung und eine volle Bühne. Nachdem Rane das Publikum kurzzeitig in den „Chillermodus“ hievt, beendet Esref sein knapp zweistündiges Konzert mit dem rabiaten „Glasscherb’n Tanz“ sowie „Robophob“, ehe er zu einer abschließenden Open Mic Session animiert.

Fazit: Esref hat sich bei der Releaseparty von „A Hackla | Du Wappla“ als Live-MC präsentiert, der eine Vielzahl an Tracks sauber performt. Abseits davon hat er stets versucht, die Crowd zu entertainen und im Zusammenspiel mit den zahlreichen erschienenen Featuregästen für einen ausgelassenen Abend gesorgt. Obwohl manche Ansprachen etwas gar einstudiert beziehungsweise einige Lacher aufgesetzt gewirkt haben, bietet der Auftritt selbst kaum Angriffsfläche für Kritik.

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