HipHop Message #32: Der Schönheitsfehler kommt!

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Blau besorgt die Ausländerhetze, Rot-Schwarz sorgt für die entsprechenden Gesetze“ rappten Schönheitsfehler anno 1993. Daran hat sich bis heute leider nichts verändert. Zumindest nicht in die positive Richtung. An Schönheitsfehler hat sich seit ihrem letzten Konzert vor über zehn Jahren eigentlich auch nichts Großartiges verändert. Zumindest nicht in die negative Richtung.

Interview: Stefan Anwander & Jan Braula
Fotos & Video: Niko Havranek
Schnitt: Dikran Telfeyan

Milo, Paul und Operator Burstup haben noch immer einen sehr politischen Zugang zur Musik. Die immer trister werdende politische Lage sei es auch gewesen, die sie so richtig dazu motiviert hätte, wieder künstlerisch aktiv zu werden, sagt Milo. Zunächst einmal steht ein eineinhalb Stunden Konzert als Headliner auf der Eutopia Bühne beim Donauinselfest-Samstag an. Was danach noch vom Schönheitsfehler kommt, ist noch nicht ganz klar. Erste Skizzen für neue Nummern gibt es zwar bereits, so auch vermehrt Anfragen für weitere Konzerte, fix ist aber noch nichts. Was sehr wohl schon spruchreif ist, verraten uns Schönheitsfehler im Videointerview:

Schönheitsfehler hatten neben ihrer politischen Message auch schon immer einen humorvollen und selbstironischen Zugang. Den beweist auch Milo, wenn er zum Beispiel sagt: „Ja damals, in der Frühphase der frühen Neunziger“ oder in Richtung Burstup meint: „Du hast aber auch alles in den Neunzigern gemacht, oder?“ Wie zum Beispiel 1994 in einem ORF Beitrag zu erklären, was es denn mit HipHop und Rap so auf sich hat, oder die ersten Platten von Texta, Total Chaos, aber auch der ersten österreichischen Straßenrapcrew, nämlich den Untergrund Poeten, zu veröffentlichen.

Man spürt keine Verbitterung darüber, dass es dann auf längere Sicht mit der Musik alleine doch nicht geklappt hat. Ein paar Jahre konnten die drei Crew-Mitglieder aber ganz gut davon leben. Eine Tour mit den Black Eyed Peas war geplant, woraus dann aber nur die Bloodhound Gang wurde. Für Albumaufnahmen reisten sie nach Spanien zum „Die Ärzte“-Produzenten, während man das Album dann beim Hamburger Majorlabel Motor Music veröffentlichte. So wie damals auch Tocotronic, Element of Crime oder Rammstein. Für das Schönheitsfehler Album leistete sich das Label sogar den Luxus, drei Singles auf 12Inch und CD zu veröffentlichen. Schönheitsfehler waren ziemlich groß. Und wer weiß, vielleicht werden sie es ja wieder.

Nicht zuletzt waren Schönheitsfehler vor allem für ihre energiegeladenen Live-Konzerte bekannt. Nach unserem Interview begleiteten wir sie zu einer ihrer zahlreichen Konzertproben, wo uns zufällig der mit derselben Motivation dort weilende Wolfgang Ambros über den Weg lief. Zu einem Feature wird es dennoch nicht kommen, dafür zu der einen oder anderen Überraschung beim morgigen Schönheitsfehler Konzert. Vor allem unseren jüngeren LeserInnen sei dieser Auftritt ans Herz gelegt. Stay tuned, denn über Schönheitsfe(h)ler gibt es noch so einiges zu erzählen!

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