Beatshizzle (August/16) // Beats & Instrumentals

Beatshizzle #2 // The Message
Beat-Rodeo: Eine kleine Auswahl der im August erschienenen Produktionen.

In dieser Reihe widmen wir uns monatlich den neuen Releases der Beat- und Instrumental-Szene. Das Meer an großartigen Beats wird von Tag zu Tag größer und nur die wenigsten Produzenten erhalten gerechtfertigte Credits. Darüber hinaus gibt es regelmäßige Instrumentalreihen – viele der Projekte gehen allerdings in der Flut an Releases einfach unter und werden nicht mit einem eigenen Artikel gewürdigt. Dennoch sind sie relevant genug, um ihnen eine Plattform zu bieten.

Wasilicious – Lost Beats

Ein kleiner Backflash ereilte uns Anfang des Monats, als bekannt wurde, dass Wasilicious, seines Zeichens Teil der Formation Massive Töne, die bei aller Kritik nicht aus der Geschichte wegzudenken sind, ein paar alte Beats aus den Jahren 1996 und 1997 herausgekramt hat. Nach gut 20 Jahren kann man also noch einmal versuchen nachzuvollziehen, wie die Musik, die wir alle so lieben, entstanden ist: „echt, nicht simuliert, kein Retroshit, kein Plug-in-Analoggefriemel„. Kein Wunder, dass die auf 500 Exemplare limitierte Vinyl ziemlich schnell ausverkauft war. – Simon Huber

Brenk Sinatra – Gumbo II (Lost Tapes)

Fünf Jahre nach dem Release von „Gumbo II“ hat Brenk Sinatra den Ordner mit den damaligen Demos auf seiner Festplatte wiederentdeckt und die Lost Tapes aus dem Hut gezaubert. Erfreulicherweise steht die Ausschussware dem ursprünglich vom Kaisermühlner präferierten Material in Sachen Dopeness um fast nichts nach. Da ist es müßig zu erwähnen, dass es sich lohnt, reinzuhören und die Boxen laut aufzudrehen. Zwei Folgen lassen sich dann allerdings nur schwer vermeiden: Exzessive Kopfbewegungen sowie gereizte Nachbarn, die sich aufgrund des Bahös aufregen. Die Vorfreude auf den langersehnten, im nächsten Jahr erscheinenden dritten Teil der Gumbo-Reihe steigt jedenfalls weiter an. – Simon Nowak

Mono:Massive & Philanthrope – Monothrope

Auch fernab der altbekannten österreichischen Produzentenriege tut sich einiges. Nach diversen Soloreleases und Compilationbeiträgen haben sich Duzz-Down-San-Member Mono:Massive und der Innsbrucker Philanthrope, der zuletzt mit der Formation Jazz Dialogue das Album „Quintessenz und ihri Nuance“ veröffentlichte, zusammengeschlossen und mit „Monothrope“ ein gemeinsames Album über den Qualitätsgaranten Radio Juicy veröffentlicht. Das Ergebnis umfasst 14 auf überwiegend Jazzsamples basierende Beats mit einem Gastbeitrag des Salzburgers Devaloop und beweist einmal mehr, dass es etliche österreichische Talente auch abseits des Mainstreams gibt – man muss sie nur finden. – Simon Huber

Hans Hu$tle – D​.​I​.​D​.​M​.​Z​.​D​.​G​.​S​.​H. (Das ist die Musik, zu der Gangster Sex haben)

Das dritte Release aus dem Hause Bumm Clack stammt von Hans Hu$tle, dem Produzenten der TripHop-Formation Akere aus München. Auf dem Beattape mit dem ebenso verstörenden wie amüsanten Titel „D.I.D.M.Z.D.G.S.H. (Das ist die Musik, zu der Gangster Sex haben)“ vereint Hans Hu$tle verschiedene Einflüsse von TripHop über G-Funk bis hin zu klassischem BoomBap. Das Ergebnis: „Dreißig Minuten purer Sexappeal„. Am besten in einer wie im Video zum Titeltrack präsentierten Atmosphäre konsumieren. – Simon Huber

NorthernDraw – The Funky Microwave

Wie bereits an anderer Stelle erörtert, ist die Münchner Beatszene um Bumm Clack seit Jahren fest mit der Szene in Portland vernetzt. Der erste Kontakt vor Ort, der Produzent NorthernDraw, war im Sommer wieder für mehrere Wochen zu Besuch in München und hat kurzerhand gleich ein neues Album da gelassen: „The Funky Microwave“. Und genauso klingt das im GlitchHop angesiedelte Release auch mit ein bisschen Fantasie. Experimenteller Sound mit Rap- und Gesangsfeatures, größtenteils aus dem Großraum Portland. Kann man machen, sollte man auch, wenn man NorthernDraw heißt und sich so gar nicht von irgendwelchen Trends leiten lässt, sondern einfach die Musik sprechen lässt. – Simon Huber

UKNOWY – Pacifics Vol. 2

Ebenfalls in München ansässig ist das Label UKNOWY, deren Augenmerk ebenfalls darauf liegt, eher unbekannteren Produzenten aus der ganzen Welt eine Plattform zu bieten. Anfang 2015 erschien Teil 1 der „Pacifics“-Reihe, nun folgt Volume 2. Neben den deutschen Aushängeschildern FloFilz und Twit One versammeln sich auf dem Tape Produzenten aus den USA, der Schweiz, Frankreich, Serbien und Weißrussland – um nur einige zu nennen. Definitiv hörenswert! – Simon Huber

Taktiker – Outset

Der Blog-Kollege Taktiker von Mics&Beats, der für unsere regelmäßigen Podcasts zuständig war, produziert seit geraumer Zeit auch selbst. Bislang eher lose und unregelmäßig auf Soundcloud und Bandcamp zu finden, veröffentlichte er  diesen Monat seit Debütalbum „Outset“ – sehr entspannte Instrumentals „to relax or making love, for pick up beats and rapping over it or whatever„. Also macht, was ihr wollt, aber hört dieses Album dabei. – Simon Huber

Krekpek – Audiodope 03

2012 erschien er erste Teil der Reihe „Audiodope“ der Krekpek-Crew um Benne Basquiat um Figub Brazlevič, schon damals mit einer sehr ansehnlichen Liste an talentierten Produzenten. Nun wurde „Audiodope 3“ veröffentlicht und lässt keine Wünsche offen: Erstmals auch auf Vinyl erschienen, umfasst das Album 35 Beats von Produzenten aus ganz Europa, die sehr unterschiedliche Stile bedienen, durch die qualitativ hochwertigen Produktionen aber ein stringentes Album formen, das zu den besten Releases der bisherigen Spielzeit gezählt werden kann. Kurzer Vorgeschmack: Maniac, MecsTreem, Bluestaeb, Beamic, Gibmafuffi, FloFilz, S.Fidelity, Enaka, Philanthrope, RobotOrchestraMono:Massive! – Simon Huber

Kno – Bones

Im vergangenen Jahr gründete der Beat-Meister der CunninLynguists sein eigenes Label namens Dirty Decibels Records. Das erste Label-Release „Phantom Limbs“ mit Sadistik ist für mich eines der stärksten von 2015 – beide brillieren in ihrem Metier! Das zweite Release auf dem hauseigenen Label ist das Instrumental-Tape „Bones“, das mit unreleast Stuff, B-Sides und Neuem bespickt ist. Kno, … mehr muss man eigentlich nicht sagen. – edHardygirl14

Hulk Hodn – Mit Kanonen auf Spatzen schießen (Instrumentals)

Sichtexot meets ENTBSeloQuent meets Hulk HodnSympathische Dudes und mit die Besten ihres Fachs. Dass da nur Gutes bei rumkommen kann, war abzusehen und „Mit Kanonen auf Spatzen schießen“ erfüllte Ende vorigen Jahres alle Erwartungen. Gute Nachrichten für Fans instrumentaler Musik: Die Beats von Hulk Hodn gibt es mittlerweile auch separat als Album. Und wer die Texte von eloQuent vermisst, leidet definitiv nicht unter mangeldem Output des Sichtexoten. – Simon Huber

Birocratic – Birocratic x Julien Solomita

Birocratic ist ein Produzent aus New Jersey, dessen Album „Beets 3“ vor Kurzem ohne ersichtlichen Grund – ist es doch bereits voriges Jahr erschienen – ganz oben in den Bandcampcharts landete. Nach circa fünf Klicks intensiver Rechereche stellt man fest, dass seine aktuelle EP in Zusammenarbeit mit dem amerikanischen YouTuber Julien Solomita entstanden ist, der sich zwar im moralisch verwerflichsten Gefilde seit Erfindung des Internets rumtreibt, aber immerhin den ein oder anderen Käufer geködert haben könnte. Illuminati confirmed – trotzdem vier sehr feine Beats zum Free-Download, die man sich auf jeden Fall mal geben kann. – Simon Huber

V.A. – OneYearAnniversary

DirtyBeauty existiert erst seit 2015 und ist eine Kooperation aus deutschen und russischen Musikliebhabern, die in der relativ kurzen Zeit eine beachtliche Diskographie auf die Beine gestellt haben. Neben einigen Samplern gibt es auch haufenweise Soloprojekte von eher unbekannteren Produzenten, die aber bereits auf einigen hier vorgestellten Compilations zu finden sind. So wird der Geburtstagssampler von Dauergästen wie Mono:Massive, Philanthrope oder Omaure veredelt, aber auch eher unbekannte Gesichter wie Spaze Windu, Ja:kova oder ZiekeFons liefern dopes Material ab. – Simon Huber

Jinsang – kona park.

Ebenfalls über DirtyBeauty re-releast Jinsang aus San Francisco sein viertes Instrumentalalbum „Solitude“ auf Tape, das ursprünglich Anfang des Jahres erschienen ist. Und damit nicht genug: Auch sein erstes Album „kona park.“, entstanden von 2013-2014, wurde diesen Monat auf Tape und digital neu veröffentlicht. Dieses jedoch straight outta „a teenager boy’s bedroom“ über das noch sehr junge und auf Tapes spezialisierte Label Blind Love Tapes. Die als Bedroom-Pop bezeichnete Art der DIY- und Lo-Fi-Musik kombiniert mit HipHop-Elementen lädt zum Entspannen ein und wertet jede Sonntagnachmittags-Playlist enorm auf. – Simon Huber


 Ras G – The Gospel Of The God Spell

Nach einer beachtlichen Reihe an EPs und Alben meldet sich Poo-Bah-RecordsGründer Ras G mit einem Langspieler zurück. Seine Gabe als Beatmacher reiht sich lückenlos in das Umfeld von Produzenten wie Madlib und Flying Lotus ein – so ist die L.A.-Clique vollständig. – edHardygirl14

Mr. Backside – Backsides III

Nachdem vergangenen Monat sein Beitrag zur EXPEDition-Reihe von Vinyl-Digital erscheinen ist, legt Mr. Backside mit dem dritten Teil der Backsides–Serie nach. Teils sehr experimentell, teils sehr düster mit schrägen Vocalsamples aus uralten Filmen, wie es Cover, einige Tracktitel und vor allem das Video zu „Vogelfrei„, welches aus Zusammenschnitten des 80er-Horrorfilms „The Changeling“ besteht, vermuten lassen, ergibt „Backsides III“ mit 20 Tracks dennoch ein sehr abwechslungsreiches und stimmiges Gesamtprodukt. – Simon Huber

Flughand – Gudina

Nach zwei Releases, die allerdings leider nicht mehr auffindbar sind, erlangte der Leipziger Flughand durch seinen Beitrag zur EXPEDition-Reihe erstmals eine breitere Öffentlichkeit. Ebenfalls mit der Unterstützung von vinyl-digital, die hervorragende Arbeit im Suchen und Finden von jungen, aufsteigenden Produzen leisten, erschien nun Ende August sein neuestes Album „Gudina“. Hardcore-Diggern kommt der Name vielleicht bekannt vor, platzierte er schließlich einen gleichnamigen Beat auf einem Sampler aus Laos. Außerdem: Mein persönliches Lieblingscover dieser Ausgabe! – Simon Huber

Diggin Sack – Beat Battle Compilation Vol. 2

In der Parallelwelt namens Internet ist es einfach, Menschen mit ähnlichen Interessen zu finden. Was bei Veranstaltungen wie dem beat Fight funktioniert, lässt sich auch in die virtuelle Welt übertragen – so geschehen in der Facebookgruppe „Digginsack – The Art of Sampling„, in der sich interessierte Produzenten versammeln, um jeden zweiten Montag aus einem vorgegebenen Sample einen Beat zu basteln. Die Siegerbeats werden dann regelmäßig zu Compilations zusammengefasst und zum kostenlosen Download angeboten. Schöne Möglichkeit, vor allem für unentdeckte Talente, sich einen Namen zu machen. – Simon Huber

Oso Blanco – Blancowood

Oso Blanco bedeutet auf Deutsch Eisbär und war auch der Name einer berüchtigten Haftanstalt in Puerto Rico, die vor einiger Zeit geschlossen wurde. Die Verbindung zum gleichnamigen Produzenten aus San Francisco ist noch nicht geklärt. Auf seinem Debüt-Album „Blancowood“ herrschen jedenfalls psychedelische Klänge mit indischem Flavour – sehr geheimnisvoll. Der Eisbär und sein Kasetten-affines Label 77 Rise Recordings landen mal auf der Watchlist. Simon Nowak

hopkins lou – summer ’16

Still und heimlich veröffentlicht der aus Jekaterinburg stammende hopkins lou Instrumental-EPs im Monatstakt. Seine Instrumentals sind geprägt von Funk- und Jazz-Samples, ziemlich tanzbar und mögen das eher kalte, raue Klima des Herkunftsgebiets von hopkins lou so gar nicht widerspiegeln. Sein bisher letztes Werk „summer ’16“ kann das bestätigen und dient als perfekte Unterlage für laue Sommernächte, von denen es heuer wohl auch hier nicht mehr all zu viele geben wird. – Simon Nowak

Thelonious Coltrane – Shade of Sounds/ Prime Cut (OST)/ Pool/John Monk

Der Frankfurter Thelonious Coltrane, der schon in der vorherigen Ausgabe durch eine hohe Anzahl an Releases hervorstach, war auch im August nicht untätig: Gleich vier Projekte wurden veröffentlicht. Neben ein paar Outtakes und Samples aus vorherigen Releases gab es mit „Prime Cut“ den fiktiven Soundtrack eines nie entstanden Films. Sehr fleißig und ein gutes Händchen für Beats!  – Simon Huber




Der Harzer & Kanarienvogels – Knorren

Ebenfalls aus dem Umfeld von Diggin Around The Minds Flava entstammt das Album „Knorren“ von Der Harzer & Kanarienvogels. Per E-Mail an Thelonius Coltrane geschickt, das war’s dann auch wieder mit Internetaktivitäten, weshalb auch ansonsten wenig über die Künstler bekannt ist. Klar ist allerdings, dass sowohl Titel, Cover und die Sampels aus einer 1993 erschienenen Platte mit Vogelgeräuschen stammt. Witzige Idee, gut umgesetzt! – Simon Huber

Außerdem:

SterilOne – m.i.l.k.
dEnk – Chillstrumentals II
Chinch33 – Echoes
emune – Raw Flips 2
China White – Daze
Zone – Duality
Lennart Born – Bedroom Cuts Vol. 2
Loving – Loving
Millenium Jazz Music presents The Solar Panel
Natural Swing – Lo-Finders
drwn- – ariel EP
Doktor Dreh – xlx
ShunGu – Solar Groove Vol. 1
±±Ding±± – Midnight in my World
Qube Unite – Blur
TurkishSoulCat – Less is more

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