Beatshizzle (Juli/16) // Beats & Instrumentals

BOTM // The Message
Beat-Rodeo: Eine kleine Auswahl der im Juli erschienenen Produktionen.

In dieser Reihe widmen wir uns monatlich den neuen Releases der Beat- und Instrumental-Szene. Das Meer an großartigen Beats wird von Tag zu Tag größer und nur die wenigsten Produzenten erhalten gerechtfertigte Credits. Darüber hinaus gibt es regelmäßige Instrumentalreihen – viele der Projekte gehen allerdings in der Flut an Releases einfach unter und werden nicht mit einem eigenen Artikel gewürdigt. Dennoch sind sie relevant genug, um ihnen eine Plattform zu bieten.

Während hierzulande die Fahne von Urgesteinen wie Fid Mella und Brenk Sinatra hochgehalten wird, werfen wir auch einen Blick nach Japan, Griechenland, England, die USA und natürlich Deutschland, wo sich tatsächlich mittlerweile einer der größten Märkte sowohl für Künstler, als auch für Digger etabliert hat.

Flamingosis – Bright Moments

Der Produzent aus New Jersey erschafft Beats, die am ehesten als HipHop-Funk-Hybride zu beschreiben sind. Das Album „Bright Moments“ katapultierte Flamingosis an die Spitze der Bandcamp-Charts – zu Recht, denn alleine das Cover-Artwork von Milan Ozegovic ist ein Eyecatcher.  – edHardygirl14

Linn Mori – Ocean Bed

Das deutsche Label Sichtexot glänzt des Öfteren mit diversen Kontakten in die Beatszene der ganzen Welt. Bereits vergangenes Jahr erschien das Album „Invisible Vision“ des Japaners Linn Mori über das Label, auch auf dem SXT-Sampler „Rawtakes II“ war er einer der zahlreichen internationalen Gäste. Nun erschien über das französische Orikami Records mit „Ocean Bed“  sein neues Werk, ein sehr verspieltes Beattape mit vielen Jazzanleihen und Pianosamples. Wunderschön! – Simon Huber

Soulmade – One For:

Mit „One For:“ veröffentlichte Soulmade sein erstes Soloalbum über das Label Daily Concept. Auch wenn es bereits seit Mitte Juni digital zu hören ist – offizielles Releasedatum war der 20. Juli. Das Album umfasst 14 klassische Boombap-Beats, wobei jeder einer besondere Person(engruppe) gewidmet ist. Neben zahlreichen Labelkollegen werden unter anderem Familenmitglieder, aber auch der verstorbene Rapper Davido, der im April 2015 Opfer eines tragischen Unfalls wurde, gewürdigt. Schöne Geste, schönes Album! – Simon Huber

Moderator – Street Bangerz Vol. 10

Moderator ist der heimliche Beat-King Griechenlands und unter dem Label Cold Busted Records hat er nun die Nummer zehn der „Street Bangerz“-Reihe releast. Über und über vollgepackt mit Beat-Schmankerl zeigt der Athener ein weiteres Mal, dass er ein Virtuose unter Virtuosen ist. Unbedingt hören: „Trouble“ und „Undiscovered Dopeness“. – edHardygirl14

V.A. – Made wit luv Vol. 2

Made wit luv ist eine Plattform, die eher unbekannteren Produzenten die Möglichkeit gibt, sich untereinander auszutauschen und Beats zu präsentieren. Anfang des Jahres erschien Teil eins der Reihe auf Tape, am 21. Juli folgte Volume 2. 14 Beats von größtenteils eher unbekannten, aber sehr talentierten Produzenten, darunter unter anderem Thelonius Coltrane, B-Side oder Nicki Samt, auch österreichische Beiträge von DevaloopPhilanthrope und  Mr. Käfer sind auf dem Tape vertreten. Zusätzlich wird pro verkauftem Tape ein Euro für Flüchtlinge gespendet. „At the end of the day we’re all people, made wit luv“ – nuff said. – Simon Huber

Lazy Jones – Last Man Walking

Ohne großartige Ankündigung hat auch der Kölner Lazy Jones ein neues Album veröffentlicht. Nach dem gemeinsamen Album „Geldfundphantasyen“ mit seinem Kollegen Twit One folgt nun nach längerer Pause „The Last Man Walking“. Online ist davon nur ein kurzes Snippet zu finden, das immerhin verrät, dass auf den 18 Tracks unter anderem Beiträge von Retrogott, Hubert Daviz und Hazenberg zu finden sein werden. Sammler sollten sich beeilen, die auf 500 limitierte VinylAuflage wird erwartungsgemäß schnell vergriffen sein (wenn sie es nicht schon ist). – Simon Huber

Geraet – Memonome

Mit „Memonome“ veröffentlicht Cutcannibalz-Member Geraet sein drittes Soloalbum. Die Samplegrundlage stammt überwiegend aus der Plattensammlung des verstorbenen Jazztrompeters Fuzzy, zu dem Geraet einen engen Draht hatte. Lediglich auf dem letzten Track findet sich ein Feature mit dem Finnen Redrama. Besonderes Schmankerl: Als persiflierende Premium-Box gibt es das Album stilecht in Kombination mit einer Dose Sternburger, einer selbstgedrehten Zigarette und einem Lakritzbonbon gegen die Atemfäule. Prost! – Simon Huber

Wilczynski  – Anrufe in Abwesenheit (Instrumentals)

Ein sehr amüsantes Konzept hatte der Produzent Wilczynski bei seinem neuen Release „Anrufe in Abwesenheit“. Statt sich um die Außenwelt zu kümmern, bleibt er lieber daheim und bastelt an Beats, währenddessen rappen ihm diverse Freunde aus unterschiedlichsten Gründen auf seinen Anrufbeantworter. Aus Gründen der journalistischen Korrektheit hier nur die Instrumentalversion, aber auch das Album mit Beiträgen von unter anderem Headtrick, Abroo, Bongobo Zen und Kkoma ist schwer zu empfehlen. – Simon Huber

Kenny Keys – Everything must change

Radio Juicy startete ursprünglich als Radioshow, hat sich aber inzwischen als eine der größten und qualitativ hochwertigsten Plattformen für Produzenten von Bluestaeb über FloFilz bis Wun Two und Pawcut etabliert. Der neueste Streich stammt von „Chicago’s master beat-smith“ Kenny Keys, der mit „Everything Must Change“ ein 16 Track starkes Instrumentalalbum mit Soul- und Funkeinflüssen liefert, das durch einen Track mit der Sängerin Nina Rae komplettiert wird. Radio Juicy ist in Sachen Instrumentals sowieso quasi uneingeschränkt empfehlenswert. – Simon Huber

Thelonius Coltrane – Workspace/ Dust/ Takes

Thelonius Coltrane aus Frankfurt, der auch auf dem MadeWitLuv-Sampler zu hören ist, scheint allgemein ein produktiver Mensch zu sein.  Zwar hat er nicht mal eine eigene Facebookseite, über die er den Spaß promoten könnte, dennoch hat er allein im Juli drei ganze Beattapes veröffentlicht. Darüber hinaus bildet er mit Bobby San die Kombo Purple Papes. Kreativpausen? Fehlanzeige! – Simon Huber

Sam Boca & Score34 – S4 Connection

Normalerweise zuständig für die musikalische Untermalung ihrer Labelkollegen von Durch Drauf Records aus Hannover um unter anderem Knick Knack, Forty MC und Oskar Hahn, droppen die beiden Produzenten Sam Boca und Score34 ihr erstes reines Instrumentalalbum. 12-mal feinste BoomBap-Bretter ohne unnötigen Schnickschnack, kann sich sehen lassen. – Simon Huber

LoFidel – #RelayshunshipGoalz

LoFidel macht sich offenbar viele Gedanken über die Liebe, schließlich widmet der Produzent aus Kentucky sein neues Instrumental-Album ganz dem möglichen Ablauf einer Beziehung. Das Kopfkino läuft weitgehend stimmig, ohne schmalzig zu werden. Anspieltipps: FB Stalker, First Kiss, Steps, Gloomy Daze, Flowerz, [R e s e t]. – Simon Nowak

Damu The Fudgemunk – Untitled Vol 1 & 2

Damu The Fudgemunk hat kürzlich ein paar ältere, aber zuvor unveröffentlichte Instrumentals als Suprise-Tape via Redefinition Records rausgehauen. Die stark zum Kopfnicken verleitenden Tracks sind schön ausproduziert und dauern jeweils über drei Minuten. Some good old classic shit! – Simon Nowak

Rhythm Roulette with The 45 King

The 45 King bekam seinen Namen, da er zeitweise mit gemächlichen 45-bpm-Samples produziert. Der mittlerweile über 50-jährige Produzent hat ein gewaltiges Beat-Portfolio vorzulegen, die bekanntesten darunter „Hard Knock Life (Ghetto Anthem)“ von Jay-Z, „Stan“ von Eminem und einige Tracks auf den ersten GangStarr-Alben. 45 hatte zu Beginn der 90er mit Drogenproblemen zu kämpfen, die seine Karriere sehr gedämpft haben. Umso schöner, dass die Menschen von Mass Appeal die Legende für ein großartiges „Rhythm Roulette“ vor die Kamera bekommen haben. – edHardygirl14

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