Alllone ist der Urknall, den wir gebraucht haben // EP

Wenn drei unterschiedliche Charaktere aufeinandertreffen, wirkt das oftmals hemmend. Bei Alllone hat man allerdings eher das Gefühl, einer sich ergänzenden Symbiose aus verschiedenen Stilrichtungen zu lauschen. Alllone sind Jack Stresig, Berry Hash und Inkwire. Drei Produzenten mit dem Hang zu opulentem Sounddesign und ausgeklügelten Kompositionen, die wir aus früheren Projekten wie Solo Premium oder Kvnshin kennen. Alllone wirkt wie die erwachsen gewordene Version anfänglicher Gehversuche, deren Entwicklungspotenzial nach obenhin ungeahnte Grenzen zu durchdringen vermag.

Mit ihrer „///“-EP liefern die drei ein beachtliches Debüt ab und gehen dabei alles andere als den konventionellen Weg. Hier wird gekonnt brachiale Durchschlagskraft mit feinen Synths und Songstrukturen, die aus einem noch weit entfernten Zeitalter zu sein scheinen, miteinander verbunden. Ihre Musik wirkt wie ein konstant wachsender Organismus, der spürbar in seiner unbändigen Evolution beobacht werden will, ein in sich geschlossenes System in ständiger Balance zwischen Ordnung und Chaos.

Durch „greedo“ ist es Alllone gelungen, ein außergewöhnliches Stück Kunst zu erzeugen, welches den immer schneller werdenden Zyklen unserer heutigen Musiklandschaft ohne Frage standhalten kann, ein Track, der für sich steht und als richtungsweisend für das weitere kreative Schaffen dieser frisch formierten Triade angesehen werden darf. Es wäre nicht sehr verwunderlich, diesen Sound als Intro für den nächsten James Bond zu hören.

Wem bei diesem spektakulären Einstieg in die „///“-EP nach einer kurzen Verschnaufpause ist, dem sei diese auch vergönnt. Die B-Seite „inka nation“ lässt uns die nötige Erholung zuteil werden, die wir nach diesem Adrenalin getränkten Ritt auch dringend benötigen. Alllone bettet uns in einen Schwebezustand, den wir höchstens als embryonale Co-Piloten, im Nirvana unseres geliebten Mutterleibes erfahren durften. Ein bisschen Valium, ein bisschen Opium und ganz viel Gefühl. Alllone setzen mit ihrer EP ein Ausrufezeichen, dessen Klang noch lange Zeit in unseren Köpfen erhalten bleiben wird. Sie sind gerade erst gelandet, trotzdem sind wir schon gespannt, wohin ihr Weg noch führt.

Text: Michael Lechner

 

 

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